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DTM

DTM-Chef Berger: ADAC nicht Hobby- sondern Amateurmeisterschaft

Keine Neuigkeiten zur Zukunft der DTM - dafür aber eine Begriffskorrektur von Gerhard Berger mit Blick auf die GT3-Serie ADAC GT Masters.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Wie die Zukunft der DTM nach der Saison 2020 und den Ausstiegen von Audi und BMW aussieht, konnte Gerhard Berger auch an diesem Freitagabend bei einer Medienrunde vor dem Rennwochenende in Assen nicht sagen.

Der Österreicher hatte eigentlich auf eine Entscheidung bis zu diesem Wochenende gehofft. "Das Thema hängt bei Audi und BMW", sagte Berger. "Wir sind im Dialog, aber nicht so konkret, dass ich sagen kann, in welche Richtung es geht."

Trotz der fortschreitenden Zeit gebe es "Lichtblicke, die zeigen, dass ein Fortführungsszenario absolut realistisch sein kann". Gemeint ist eine Zukunft mit Sprintrennen und GT3-Rennwagen, die laut Berger ausschließlich von Profi-Rennfahrern aus unabhängig arbeitenden Teams gesteuert werden.

Berger zeigte sich überzeugt von diesem Konzept, das ein komplett unterschiedliches Geschäftsmodell sei als das ADAC GT Masters, das seit 2007 durchgängig Rennen mit GT3-Autos austrägt. "Eigentlich stehen wir uns überhaupt nicht im Weg", meinte der frühere Formel-1-Fahrer. "Die DTM lebt vom Sprintformat, von Hardcore-Profirennsport und das soll er auch in Zukunft bleiben."

Berger: ADAC Amateur- statt Hobbymeisterschaft

In diesem Zuge sagte Berger über das ADAC GT Masters: "Mit Hobby-Meisterschaft habe ich das falsche Wort gewählt. Gemeint habe ich Amateur-Meisterschaft. Sie ist als Geschäftsmodell von Hermann Tomczyk (ADAC-Sportpräsident) kommuniziert und gewollt. Ich würde das Thema gerne sachlich diskutieren. Es geht mir nicht darum, mit Schmutz zu werfen."

Der Begriff der 'Hobby-Meisterschaft' hatte in den vergangenen Wochen für hellen Aufruhr in der deutschen Motorsportszene gesorgt und Berger zum Teil heftige Kritik eingebracht. Ob sich Tomczyk mit der Bezeichnung als 'Amateur-Meisterschaft' anfreunden kann?

Was ist eine Amateur-Meisterschaft?

Berger über seine Einschätzung einer Amateur-Meisterschaft: "Das heißt einfach, dass es Fahrer sind, die nicht vom Rennsport leben können, die einen Beruf haben und entsprechend das Geld in den Motorsport investieren und am Wochenende diese Rennen fahren. Das ist ja eigentlich super, die brauchen ja auch eine Plattform dafür. Die sind da oder dort auch etwas gemischt mit dem einen oder anderen ehemaligen Profi, der Zeit hat. So ist halt eine Amateur-Meisterschaft."

Das ADAC GT Masters richtet sich laut Eigenbeschreibung an engagierte Motorsportler, die ihr Können bei Sprintrennen unter Beweis stellen wollen. Die Rennserie sei nicht als Betätigungsfeld für Fahrzeughersteller gedacht, sondern ausschließlich für Privatteams.

"Der ADAC stuft die Fahrer auch unterschiedlich ein und gleicht sie aus", sagte Berger weiter. "Das wird bei uns nicht passieren. Wir wollen das Thema mit Profis fahren. Ich tue mir schon schwer mit einer Einstufung auf technischer Seite, aber noch viel schwerer mit der Einstufung auf Fahrerseite. Das bin ich aus meiner Vergangenheit nicht gewohnt."

ADAC GT Masters: So funktioniert die Einstufung

Alle Fahrer im ADAC GT Masters werden nach den Erfahrungen und Erfolgen ihrer bisherigen Karriere in drei Kategorien eingestuft. Die Einstufung richtet sich nach dem FIA Driver Categorisation System. Die Kategorie "Professionals" entspricht der FIA Kategorie Platin oder Gold. "Semi-Professionals" entspricht der FIA Kategorie Silber, "Non-Professionals" entspricht der FIA Kategorie Bronze.

Teilen sich zwei "Professionals" ein Auto, erhalten sie per Reglement 20 Kilogramm Zusatzgewicht. Die Kombination "Professional"/"Semi-Professional" führt zu 15 Kilo Extra auf dem Fahrzeug, während "Non-Professionals" in jeder Fahrerzusammensetzung ohne Zusatzgewicht antreten.

ADAC GT Masters: Mindestens 30 Fahrer mit Professional-Status

In diesem Jahr starten mindestens 30 Fahrer mit den Fahrereinstufungen Platin und Gold im ADAC GT Masters. Mehr als 20 Fahrer weisen zudem eine Verbindung zu einem Hersteller auf, vom Werkspiloten bis hin zum Juniorfahrer. Beim vergangenen Rennwochenende auf dem Nürburgring teilten sich insgesamt 70 Fahrer die 35 GT3-Rennwagen im Starterfeld.

Hermann Tomczyk wurde kürzlich von der Autozeitung zitiert: "Die DTM setzt auf Werkssport und das ADAC GT Masters auf professionellen Kundensport mit Top-Fahrern in Top-Teams. Beide Serien hatten damit seit vielen Jahren klare Abgrenzungen voneinander. Wenn die DTM ihr Modell künftig ändert und ebenfalls auf Kundensport und die GT3-Klasse abzielt, tritt sie in direkte Konkurrenz zum ADAC GT Masters."


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