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DTM

DTM-Test, Tag 1: BMW pulverisiert Nürburgring-Streckenrekord

Auftakt der ITR-Testfahrten auf dem Nürburgring: BMW-Pilot Philipp Eng legt los wie die Feuerwehr, Rookie Robert Kubica lässt es ruhig angehen.
von Robert Seiwert
DTM-Testfahrten Nürburgring 2020: Tag 1 in der Zusammenfassung: (01:42 Min.)

Die DTM startet auf dem Nürburgring in die Saison 2020 - und hat zum Auftakt der Testfahrten gleich mächtig losgelegt: Philipp Eng pulverisierte am Montag den bisherigen Streckenrekord um vier Zehntelsekunden.

Auf der 3,629 Kilometer langen Sprintstrecke brauchte der BMW-Pilot 1:19.204 Minuten für seine schnellste Runde. Damit war der Österreicher 0,438 Sekunden schneller als der 2019 von Rene Rast im Qualifying aufgestellte Streckenrekord.

Warum Eng am Morgen so pfeilschnell unterwegs war, war zunächst nicht bekannt. Vermutlich nutzte er bei seiner schnellsten Runde die Extra-Leistung des Push-to-Pass-Systems und/oder den DRS-Klappflügel. Per Push-to-Pass kann ein Fahrer in der Saison 2020 kurzzeitig zusätzliche 60 PS abrufen und damit doppelt so viel wie im Vorjahr.

Push-to-Pass und DRS dürfen nach einer Regeländerung in der kommenden Saison bereits im Qualifying verwendet werden. Die Grundleistung der Motoren sinkt unterdessen um rund fünf Prozent durch eine Begrenzung des Kraftstoffdurchflusses von 90 kg/h statt wie bisher 95 kg/h.

Audi-Quartett jagt Eng

Nicht nur Eng verblüffte am Montagmorgen mit schnellen Rundenzeiten. Hinter dem BMW-Piloten reihte sich Robin Frijns mit nur einer Hundertstelsekunde Rückstand auf dem zweiten Platz in der Zeitenliste ein. Der Audi-Fahrer fuhr am Morgen sogar eine theoretische Bestzeit von 1:18.656 Minuten verteilt über alle drei Sektoren.

Dem Niederländer folgten drei weitere Audi-Fahrer: WRT-Neuzugang Ferdinand Habsburg, Mike Rockenfeller und Champion Rene Rast belegten die Plätze drei bis fünf. Rasts Rückstand auf Spitzenreiter Eng betrug zwei Zehntelsekunden.

Kubica fährt sich warm

DTM-Debütant Robert Kubica ließ es zum Auftakt ruhig angehen. Der frühere Formel-1-Fahrer ordnete sich in der Session am Vormittag mit einer persönlichen Bestzeit von 1:20.519 Sekunden auf dem neunten und letzten Platz ein. Der Pole nutzte die Zeit, um sich weiter mit seinem von ART eingesetzten BMW M4 vertraut zu machen. Bis zur Mittagspause drehte Kubica 53 Runden, nachmittags legte er weitere 70 Umläufe mit einer persönlichen Bestzeit von 1:20.920 Minuten auf dem Eifelkurs zurück.

Hinter den beiden BMW-Piloten Sheldon van der Linde und Marco Wittmann belegte DTM-Rookie Fabio Scherer den achten Platz in der Zeitentabelle. Der junge Schweizer benötigte am Montag 1:20.117 Minuten für seine schnellste Runde und war den gesamten Tag über wie WRT-Teamkollege Habsburg im Einsatz.

DTM-Rookie verpasst Testfahrten

Das wird sich auch in den kommenden drei Tagen bei den Testfahrten auf dem Nürburgring nicht ändern. Ed Jones, der dritte Fahrer beim belgischen Privatrennstall, muss auf die letzte Testmöglichkeit vor dem Saisonstart Anfang August in Spa-Francorchamps verzichten. Wegen Reisebeschränkungen in Folge der Corona-Krise hängt der 25-Jährige in Dubai fest. Unterdessen bangt BMW um Neuzugang Jonathan Aberdein, der zuletzt in seiner Heimat Südafrika festsaß und ebenfalls die Testfahrten verpassen könnte.

Rundenkönig am Montag

Die meisten Runden zum Auftakt am Montag legte Mike Rockenfeller zurück. Der Audi-Pilot spulte 198 Umläufe auf der Strecke ab, auf der die DTM 2020 sogar zwei Rennwochenenden - sowohl auf der Kurzanbindung als auch auf der GP-Variante - austragen wird. Die zweitmeisten Runden legte Rene Rast (194 Runden) zurück, drittfleißigster Fahrer war Robin Frijns (193 Runden). Am Dienstagmorgen um 08:30 Uhr geht es weiter mit dem zweiten von vier Testtagen in der Eifel.

DTM-Test Nürburgring, Tag 1 gesamt

Position Fahrer Hersteller Rundenzeit Runden
1 Philipp Eng BMW 1:19.204 160
2 Robin Frijns Audi 1:19.214 193
3 Ferdinand Habsburg WRT-Audi 1:19.311 163
4 Mike Rockenfeller Audi 1:19.359 198
5 René Rast Audi 1:19.406 194
6 Sheldon van der Linde BMW 1:19.511 158
7 Marco Wittmann BMW 1:19.890 65
8 Fabio Scherer WRT-Audi 1:20.117 125
9 Robert Kubica ART-BMW 1:20.519 123

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