DTM

DTM Hockenheim: Rast siegt, Button und Co. sorgen für Spektakel

Rene Rast sichert sich einen Start/Ziel-Sieg beim DTM-Finale auf dem Hockenheimring. Gaststarter aus der Super GT um Jenson Button machen es spannend.
von Robert Seiwert
DTM Hockenheim II 2019: Highlights vom 1. Rennen: (03:33 Min.)

Zweikampf-Action beim DTM-Finale in Hockenheim! Rene Rast setzte sich nach einem harten Fight vor Marco Wittmann durch und gewann das Samstags-Rennen im Motodrom. Der bereits feststehende DTM-Champion errang den siebten Saisonsieg sowie den 17. seiner DTM-Karriere. Audi-Pilot Mike Rockenfeller komplettierte das Podium als Dritter.

In einem ereignisreichen Rennen lag der Fokus auf dem Gaststart der drei japanischen Hersteller aus der Super GT. Für das beste Ergebnis sorgte der frühere Formel-1-Weltmeister Jenson Button. Der Honda-Pilot hatte schon im Qualifying mit dem sechsten Startplatz überzeugt.

Im Rennen überquerte der Brite die Ziellinie auf dem neunten Platz. Button hielt sich lange Zeit gut im Rennen, doch beim ungewohnten Pflicht-Boxenstopp verlor er wertvolle Sekunden. In der Schlussphase lieferte sich Button packende Duelle mit den DTM-Vertretern um die Punkteränge. Die Gaststarter sind per Reglement in der DTM nicht punktberechtigt.

Hinter Button fuhr Super-GT-Kollege Ryo Hirakawa mit seinem Lexus LC 500 auf die 13. Position. Der Japaner entschied sich nach dem Start aus der letzten Reihe für einen frühen Boxenstopp nach der ersten Runde. Ein zweiter Boxenstopp während der Safety-Car-Phase, ausgelöst durch den Ausfall von BMW-Pilot Philipp Eng, brachte Hirakawa nicht mehr entscheidend nach vorne.

Der dritte Japan-Vertreter im Bunde, Tsugio Matsuda im Nissan Nismo GT-R, konnte unterdessen erst mit Verspätung ins Rennen eingreifen. Der Japaner hatte während der Formationsrunde Schwierigkeiten mit der Kardanwelle und musste den GT-R zunächst wieder in der Box parken. Nach einer Reparaturphase gelang es dem Nissan-Team, das Auto zur zwölften Runde ins Rennen zu schicken - Platz 18 am Ende.

In einem Rennen bei durchweg trockenen Bedingungen fuhren hinter dem Podest-Trio die beiden Audi-Piloten Robin Frijns und Loic Duval auf die Plätze vier und fünf. Timo Glock, Paul Di Resta und Bruno Spengler komplettierten die Top-8.

Die Meisterschaft: Der seit dem letzten Rennwochenende auf dem Nürburgring bereits feststehende DTM-Meister Rene Rast stockte sein Konto auf 307 Punkte auf. Nico Müller verpasste die Punkteränge im Rennen, belegt aber weiter den zweiten Gesamtrang mit 223 Zählern. Marco Wittmann steht nach seinem Podestplatz bei 202 Zählern und kann Müller theoretisch am Sonntag noch den zweiten Platz streitig machen. Das Audi Sport Team Rosberg von Arno Zensen hat sich zudem ein Rennen vor Schluss die Meisterschaft in der Teamwertung gesichert.

DTM Hockenheim: So lief das Rennen am Samstag

Die Startaufstellung: Rene Rast gab sich mit dem vorzeitig errungenen Titel noch nicht zufrieden und fuhr am Samstagvormittag zu seiner achten Pole Position in der laufenden Saison. Marco Wittmann drängelte sich mit seinem BMW zwischen die Audi-Phalanx und fuhr auf den zweiten Startplatz. Dahinter folgte mit Mike Rockenfeller, Rookie Jonathan Aberdein und Loic Duval ein Ingolstädter Trio. Bestplatzierter Gaststarter war Jenson Button als Sechster. Seine beiden Super-GT-Mitstreiter im Lexus und Nissan kamen nicht über die letzten Startplätze hinaus.

Der Start: Rene Rast erwischte einmal mehr einen guten Start und bog als Führender in die erste Kurve ein. Hintermann Marco Wittmann konnte zunächst mithalten, musste sich dann aber Mike Rockenfeller geschlagen geben. Jenson Button kam von P6 nicht optimal vom Fleck und musste seine Position an den heranstürmenden Timo Glock abgeben. Der BMW-Pilot verbesserte sich kurz darauf sogar bis auf Platz vier, während Button die siebte Position durch die ersten Kurven verteidigte.

Die Boxenstopps: Ryo Hirakawa bog mit seinem Lexus LC 500 nach der ersten Runde als einziger Fahrer im Feld zum Pflicht-Reifenwechsel in die Boxengasse ab. Etwa zur Rennmitte legte das Audi-Trio Loic Duval (Runde 14), Mike Rockenfeller und Robin Frijns (beide Runde 15) seinen Boxenstopp ein.

Marco Wittmann legte seinen Boxenstopp in Runde 17 ein. Rene Rast folgte einen Umlauf später zum Pflicht-Reifenwechsel und hatte Glück: Als er mit seinen kalten Pneus auf die Strecke zurückstürmte und direkt dahinter Wittmann sich anschickte, ihn zu überholen, wurde eine Safety-Car-Phase ausgerufen. Dadurch blieb Rast vor dem BMW-Piloten und behielt damit die virtuelle Führung.

Jenson Button ließ in Runde 17 auf P5 liegend ebenfalls neue Reifen aufziehen. Der Boxenstopp lief allerdings nicht rund und kostete den Briten einige Sekunden. Während der Safety-Car-Phase von Runde 19 bis 21 kamen Nico Müller, Daniel Juncadella und Lexus-Fahrer Hirakawa zum Reifenwechsel herein. Per Reglement gelten diese nicht als Pflicht-Boxenstopps.

Müller legte seinen Pflicht-Boxenstopp schließlich in der 32. Runde ein und fiel vom vierten Platz zurück. Weil er in der Boxengasse schneller fuhr als erlaubt (58 statt 50 km/h), kassierte er einen Umlauf später eine Durchfahrtsstrafe und musste ein weiteres Mal die Boxenstraße passieren.

DTM Kalender 2020: Alle Strecken im Video-Überblick: (01:00 Min.)

Die Zwischenfälle: Timo Glock bleibt der große Pechvogel der Saison. Ab der neunten Runde musste er mit einer halb offenen Tür seine Runden drehen, während er auf dem vierten Platz lag. Zeitweise hielt Glock die Tür während der Fahrt sogar mit der Hand zu! Nach der 10. Runde ging es offenbar nicht weiter, Glock bog in die Box ab und ließ die Tür während seines Reifenwechsels wieder richten.

In Runde 19 bog das Safety Car nach dem Ausfall von Philipp Eng auf die Strecke ab. Nach dem Re-Start berührten sich ausgerechnet die beiden WRT-Teamkollegen Pietro Fittipaldi (Durchfahrtsstrafe) und Jonathan Aberdein und fielen weit zurück. Rene Rast führte das Feld vor Marco Wittmann, Mike Rockenfeller und Timo Glock an. Jenson Button fuhr als bestplatzierter Gaststarter auf P13.

Die Ausfälle: Bitter! Für Tsugio Matsuda im Nissan GT-R war schon während der Formationsrunde vorzeitig Feierabend. Der Japaner schaffte es nicht bis in die Startaufstellung und musste seinen Wagen zunächst in der Boxengasse abstellen. Immerhin: Nach 11 Runden konnte Matsuda das Rennen dann doch aufnehmen.

Gar nicht erst aus der Box heraus fuhr Ferdinand Habsburg. Der Zwölftplatzierte aus dem Qualifying konnte das Rennen wohl wegen technischer Probleme nicht aufnehmen.

Philipp Eng musste seinen BMW in Runde 18 wegen eines technischen Problems am Streckenrand abstellen. In Runde 20, kurz vor dem Safety-Car-Restart, parkte Daniel Juncadella seinen Aston Martin vorzeitig in der Box - der zweite Ausfall für R-Motorsport.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter
Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video