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DTM - Exklusiv: So schnell waren Audi und BMW bei Testfahrten

Zahlen, bitte: So schnell waren Audi und BMW bei den Testfahrten und so viele Kilometer legten beide DTM-Hersteller zurück. Es gibt auffällige Unterschiede.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die Vorbereitungen auf die DTM-Saison 2019 haben die heiße Phase erreicht. Audi und BMW können ihre neuen Turbo-Rennautos nur noch bei den offiziellen ITR-Testfahrten auf dem Lausitzring (15. bis 18. April 2019) fahren lassen, bevor beim Auftakt in Hockenheim Anfang Mai die ersten Punkte vergeben werden.

DTM-Neueinsteiger R-Motorsport stehen nach dem Testdebüt in Jerez Anfang März noch zusätzliche sechs Testtage zu, um den Nachteil auf Audi und BMW aufholen zu dürfen. Den Anfang macht das Team mit der exklusiven Lizenz von Aston Martin in dieser Woche in Estoril. Auf der portugiesischen Strecke hatten im vergangenen Jahr bereits Audi und BMW ihre ersten Runden mit den neuen Turbo-Autos gedreht.

Sechs Wochen vor dem Saisonstart lassen sich die bisher aufgestellten Leistungen von Audi und BMW miteinander vergleichen, nachdem beide Autobauer gleich viele Tage auf der Rennstrecke abgespult haben. Und ein Blick auf die Daten zeigt: Audi ist sowohl in Sachen Kilometer-Leistung als auch Rundenzeiten im Vorteil.

Geheimsache DTM

Wie schon bei den ersten Tests in Jerez im Dezember 2018, hat Motorsport-Magazin.com auch diesmal wieder exklusiv die Zeitenlisten der Testfahrten auf der spanischen Rennstrecke recherchiert - obwohl sich die Hersteller erneut darum bemüht hatten, dass keinerlei Daten nach außen dringen...

Mit Blick auf die Entwicklungsarbeit der Class-1-Autos sind vor allem die gefahrenen Test-Kilometer entscheidend. Beim dreitägigen Test vom 05. bis 07. März auf dem Circuito de Jerez hatte hier Audi einmal mehr die Nase vorn, auch, wenn der Vorteil gegenüber BMW nicht mehr so gravierend ausfiel wie zuvor.

Audi sammelt wieder mehr Kilometer

Der amtierende Vize-Meister Rene Rast und Audi-Markenkollege Nico Müller legten zusammen 379 Runden (1.678,212 Kilometer) zurück. Bei BMW kamen Bruno Spengler und Timo Glock auf insgesamt 349 Runden, was 1.545,372 Kilometern auf dem 4,428 Kilometer langen Kurs entspricht. Damit fuhren die Audi-Piloten beim dritten Test nacheinander mehr Kilometer als die Konkurrenz aus München.

Beim jüngsten Test in Jerez war Rast der Kilometer-König mit 145 Runden am Donnerstag - dem einzigen Tag mit durchweg guten Witterungsbedingungen. Am Dienstag und auch Mittwoch hatte zeitweise starker Regen das Testprogramm der Hersteller eingeschränkt. BMW-Werksfahrer Glock ließ sich vom schlechten Wetter allerdings nicht beirren und legte am Mittwoch 129 Umläufe im Turbo-BMW M4 zurück.

Jerez II: Audi und BMW im Vergleich

Jerez II (4,428 km) Runden Kilometer
Audi 379 1.678,212
BMW 349 1.545,372
Differenz 30 132,840

Audi hat fünf Renndistanzen mehr auf dem Tacho

Damit baute Audi seinen Test-Vorteil gegenüber BMW in Sachen Kilometern weiter aus. Der Hersteller aus Ingolstadt schraubte bei den gemeinsamen Tests in Estoril (12.-14.11.2018) und Jerez (10.-12.12.2018 und 05.-07.03.2019) insgesamt 4.556,384 Kilometer auf den Tacho des Audi RS 5 DTM. BMW brachte es zusammen auf 3.731,468 Kilometer - also 824,916 Kilometer weniger.

Das entspricht etwa fünf Renndistanzen auf dem Hockenheimring, wo die Saison 2019 am 04. Mai mit dem ersten von zwei Rennen am Wochenende beginnt. Beide Hersteller argumentieren, dass sie während den Testfahrten unterschiedliche Programme abgespult haben und sich die Aussagekraft in Grenzen halte.

Dennoch: Gerade bei einem brandneuen Auto und vor allem Motor zählt jeder Kilometer, der unter realen Bedingungen zurückgelegt wird. Zahlreiche Situationen, etwa ein Rennstart-Prozedere oder unterschiedliche Witterungsbedingungen, können auf dem Prüfstand nicht 1-zu-1 simuliert werden.

Estoril + Jerez I + Jerez II im Vergleich

Hersteller Audi BMW
Estoril 1.421,360 937,4
Jerez I 1.456,812 1.248,696
Jerez II 1.678,212 1.545,372
Kilometer gesamt 4.556,384 3.713,468
Differenz - 824,916

Rast schnellster Fahrer in Jerez

Die bei den Testfahrten aufgestellten Rundenzeiten sind sicherlich mit Vorsicht zu genießen, doch auch hier lässt sich ein Trend erkennen: Audi war beim zweiten Jerez-Test erneut schneller als BMW. Rene Rast erzielte die Gesamtbestzeit am Donnerstag. Am Vormittag fuhr der Audi-Werksfahrer in 1:31.772 Minuten die schnellste Rundenzeit. Damit war Rast 0,589 Sekunden schneller als der Zweitplatzierte und Audi-Markenkollege Nico Müller (1:32.361).

Müller hatte beim ersten Jerez-Test die Bestzeit aufgestellt, wäre mit seiner 1:32.428 aber auch nicht an Rast herangereicht. Unterschiedliche Bedingungen (Dezember 2018 zu März 2019) und ein voranschreitendes Entwicklungsprogramm sind für die großen Sprünge in den Rundenzeiten verantwortlich.

BMW 1,2 Sekunden langsamer als Audi

BMW wird seine Karten ebenso wenig wie Audi auf den Tisch gelegt haben. Der Abstand in Jerez war beachtlich. Timo Glock fuhr hinter Rast und Müller die drittschnellste Rundenzeit in 1:33.036 Minuten - und war damit 1,264 Sekunden langsamer als Spitzenreiter Rast.

Glocks BMW-Markenkollegen Bruno Spengler fuhr seine persönliche Bestzeit in 1:33.460 Minuten während seiner 111 Runden am teilweise verregneten Dienstag. Wegen des starken Regens war am Mittwoch nicht an schnelle Runden zu denken, wie auch unsere exklusive Zeitentabelle belegt.

Jerez II: Alle Rundenzeiten im Überblick

Fahrer Hersteller Zeit Tag
Rene Rast Audi 1:31.772 Donnerstag
Nico Müller Audi 1:32.361 Dienstag
Timo Glock BMW 1:33.036 Donnerstag
Bruno Spengler BMW 1:33.460 Dienstag
Rene Rast Audi 1:33.465 Mittwoch
Timo Glock BMW 1:34.054 Mittwoch

R-Motorsport: So lief das Test-Debüt

R-Motorsport gab in Jerez nach nur 90 Tagen Entwicklungszeit seine Streckenpremiere mit dem Aston Martin Vantage DTM. Nach dem Rollout am Montag stand in den folgenden Tagen Basisarbeit beziehungsweise das Ausmerzen von Kinderkrankheiten auf dem Programm. An den drei Tagen sammelten die Fahrer mehr Daten als Kilometer, nach kurzen Runs ging es direkt an die Box zur Auswertung.

Rundenzeiten standen beim DTM-Neueinsteiger zunächst vollkommen im Hintergrund. Erwartungsgemäß lief nicht alles rund: Am Donnerstag kam es nach Informationen von Motorsport-Magazin.com zu einem Brand an einem Bauteil, der für den Testbetrieb aber unbedeutend gewesen sein soll. R-Motorsport setzt sein Testprogramm in dieser Woche an drei Tagen im portugiesischen Estoril fort.


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