DTM

DTM 2019: Deshalb holt BMW Audi-Talent Sheldon van der Linde

Was Motorsport-Magazin.com bereits letztes Jahr berichtet hatte, ist jetzt offiziell: BMW komplettiert seinen DTM-Kader für 2019 mit Sheldon van der Linde.
von Robert Seiwert & Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Sheldon van der Linde wird der sechste Fahrer von BMW in der DTM-Saison 2019 und komplettiert damit das Werksaufgebot des Autobauers aus München! Was Motorsport-Magazin.com bereits Ende vergangenen Jahres exklusiv berichtet hatte, teilte BMW an diesem Donnerstag offiziell in einer Pressemitteilung mit.

Van der Linde ist der einzige Neuzugang im Kader, zu dem erneut Timo Glock, Philipp Eng, Joel Eriksson, Bruno Spengler und Marco Wittmann gehören. Der DTM-Rookie nimmt den Platz des Brasilianers Augusto Farfus ein, der sich nach sieben Jahren in der Tourenwagenserie künftig unter anderem den GT-Programmen von BMW widmen wird.

Mit van der Lindes Verpflichtung sorgt BMW für Schlagzeilen. Pikant: Bis zuletzt stand der 19-Jährige bei Audi customer Sports unter Vertrag und galt dort als großes Talent. Was der jüngere Bruder von Kelvin van der Linde (22) zu leisten im Stande ist, ließ er bei den Young Driver Tests in Jerez im vergangenen Dezember bereits durchblicken, als er überraschend erstmals für BMW ins Rennauto stieg.

Van der Linde überzeugt bei Rookie Test

Van der Linde saß nur an einem der drei Testtage im 2018er Rennwagen von BMW und erzielte im Verlauf seiner 42 Runden die drittschnellste Rundenzeit (1:34,870) aller Fahrer, die mit der V8-Generation unterwegs waren. Seine persönliche Bestzeit stellte er bereits in der 18. Runde auf.

Schneller waren in Jerez nur Audi-Referenzfahrer Jamie Green (1:34,015) sowie der Südafrikaner Jonathan Aberdein (1:34,842 / 220 Runden), der an allen drei Tagen zum Einsatz kam. Aberdein kann sich ebenfalls gute Hoffnungen auf ein DTM-Cockpit in der Saison 2019 beim neuen Audi-Kundenteam WRT machen.

DTM-Tests Jerez, Top-10: Rundenzeiten aller Tage kumuliert

P. Fahrer Fahrzeug Zeit Runden KM
1 Nico Müller Audi RS 5 DTM (Turbo) 1:32,428 118 522,504
2 Mike Rockenfeller Audi RS 5 DTM (Turbo) 1:32,678 211 934,308
3 Bruno Spengler BMW M4 DTM (Turbo) 1:33,025 246 1089,288
4 Jamie Green (RF) Audi RS 5 DTM (V8) 1:34,015 31 137,268
5 Jonathan Aberdein Audi RS 5 DTM (V8) 1:34,842 220 974,16
6 Sheldon van der Linde BMW M4 DTM (V8) 1:34,870 42 185,976
7 Nick Yelloly BMW M4 DTM (V8) 1:34,923 72 318,816
8 Philipp Eng (RF) BMW M4 DTM (V8) 1:35,033 29 128,412
9 Sergei Sirotkin Audi RS 5 DTM (V8) 1:35,103 91 402,948
10 Ferdinand Habsburg Mercedes C 63 DTM (V8) 1:35,110 165 730,62

RF: Referenzfahrer für Young Driver
1 Runde = 4,428 Kilometer

Das sagen BMW und van der Linde

"Herzlich Willkommen in der BMW Motorsport Familie, Sheldon van der Linde", sagt BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt. "Es ist großartig, einen weiteren talentierten Youngster bei uns im Team zu haben. Sheldon hat beim Young Driver Test Mitte Dezember einen fantastischen Eindruck am Steuer des BMW M4 DTM hinterlassen. Zuvor hatten wir seine Karriere im GT-Sport sehr genau verfolgt. Mit seinem Speed und seiner Vielseitigkeit passt Sheldon perfekt in unser BMW M Motorsport Programm. Ich bin überzeugt, dass er sich sehr schnell in der DTM zurechtfinden wird."

Van der Linde meint: "Schon der Young Driver Test im BMW M4 DTM war für mich ein Traum. Dass ich jetzt für 2019 einen Platz im Team bekomme, ist einfach unglaublich. Ich bin sehr stolz darauf, unsere Familientradition mit einem solch berühmten Hersteller, der in meiner Heimat sehr beliebt ist, fortzusetzen und in die Fußstapfen meines Vaters zu treten. Außerdem ist es toll, der erste Südafrikaner in der DTM überhaupt zu sein. Vielen Dank an BMW Motorsport für das Vertrauen."

BMW DTM Teams und Fahrer in der Saison 2019

BMW Team RMG:
Timo Glock (Teamwertung: BMW Team RMR)
Bruno Spengler
Marco Wittmann

BMW Team RBM:
Philipp Eng (Teamwertung: BMW Team RMR)
Joel Eriksson
Sheldon van der Linde

Van der Linde: Vize-Meister mit Bruder Kelvin

Van der Linde hat in seiner noch jungen Motorsportkarriere schon einiges erreicht. 2018 startete er für Land-Motorsport im ADAC GT Masters. Mit Teamkollege und Bruder Kelvin erzielte das Duo im Audi R8 LMS zwei Siege und insgesamt sechs Podestplätze. Dem Fahrergespann fehlte am Ende nur ein einziger Punkt zur Meisterschaft.

Dafür gewann Sheldon van der Linde überlegen die Rookie-Wertung im ADAC GT Masters - vor BMW-Junior (inzwischen Werksfahrer) und Schnitzer-Pilot Mikkel Jensen, der sich ebenfalls Hoffnungen auf das letzte DTM-Cockpit von BMW machen durfte und auch beim Rookie Test in Jerez antrat.

Sheldon und Kelvin van der Linde 2017 mit Mutter Bernadine beim ADAC GT Masters - Foto: ADAC GT Masters

Van der Lindes fulminanter Karrierebeginn

Ein weiterer großer Erfolg für den jungen van der Linde in der Saison 2018: Zusammen mit Bruder Kelvin und dem Schweizer Jeffrey Schmidt fuhr er überraschend beim prestigeträchtigen 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps mit Land-Motorsport auf das Podium. Bei den 24 Stunden am Nürburgring erreichte Sheldon zudem den sechsten Platz im Land-Audi.

Begonnen hatte van der Linde seine Automobilkarriere 2016 im Audi Sport TT Cup (Gesamtplatz 4), bevor er 2017 Rennen in der ADAC TCR Germany (Platz 3), der IMSA sowie im ADAC GT Masters bestritt. Beim ADAC-Wochenende auf dem Sachsenring 2017 startete Sheldon sogar parallel in der TCR und im GT Masters. In der GT3-Serie sprang er bei Audi-Team Aust ein und fuhr zusammen mit Bruder Kelvin aufs Rookie-Podest. In der TCR feierte er am selben Wochenende seinen ersten Sieg.


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