DTM

DTM Norisring: Unfair! Gary Paffett geht auf Timo Glock los

Das Duell des Sonntags-Rennens der DTM am Norisring: Timo Glock gegen Gary Paffett. Nach Rennende beschwert sich der Mercedes-Titelanwärter bitterlich.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Mit dem Sieg hatten sie nichts zu tun, doch es war das Duell des DTM-Rennens auf dem Norisring: Timo Glock gegen Gary Paffett. Die beiden Titelanwärter lieferten sich erneut ein packendes Duell über viele Runden hinweg. Letztendlich setzte sich der BMW-Pilot durch und holte zumindest einen Punkt.

Auch nach Rennende ging es rund zwischen den beiden. Paffett regte sich mächtig über seinen Konkurrenten auf und warf ihm unfaires Verhalten auf der Strecke vor. Dabei sparte der Mercedes-Pilot nicht mit Vorwürfen.

"Wir haben viel Zeit beim Boxenstopp verloren", erklärte der von Platz zwei gestartete Paffett. "Als ich rauskam, erwischten mich Edo und Paul. Ich habe es ihnen auch nicht so schwer gemacht. Dann kam auch noch Glock an. Der hat mich in die Mauer gedrückt, das hat er mindestens zehnmal gemacht!"

Paffett weiter über Rivale Glock: "Das war einfach nur unfair. In Hockenheim hatten wir ein gutes Duell, aber heute war es ein Desaster. Das war viel zu viel. Wenn er außen vorbeifährt und dabei versucht, dich in die Mauer zu drücken, ist das verrückt. Wir haben Regeln! Ich weiß nicht, was die Stewards da gesehen haben..."

Glock reagiert verblüfft

Glock selbst war verblüfft, dass er von Paffett öffentlich so hart angegangen wurde. Er selbst bewertete das Duell anders, wie er auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com ausführte: "Ich habe von meiner Seite nicht gesehen, dass es unfair war. Ich bin erstaunt, dass Gary mich so negativ angegangen ist. Der Kampf war hart, ähnlich wie in Hockenheim."

Dabei zeigte Glock Verständnis für den Frust seines Rivalen, den Paffett auf der Auslaufrunde noch einmal zur Schau stellte, als er neben Glocks Auto fuhr und ihm 'freundlich zuwinkte'. Glock vermutete: "Er hatte ganz klar ein Auto, das gut fürs Podium war und das ganze Wochenende dominiert hat. Dann ging bei ihm beim Boxenstopp was schief. Da ist es natürlich frustrierend, wenn du weißt, dass du nicht mehr ganz nach vorne kommst."

Paffett im Kofferraum

In Runde 27 knallte es sogar zwischen den beiden Titelanwärtern. Der Mercedes-Pilot fuhr Glock mit blockierenden Rädern ins Heck seines BMW. Die Rennleitung untersuchte die Kollision, verzichtete aber auf eine Strafe. Dabei beschwerte sich Paffett am Funk über die harte Gangart seines BMW-Konkurrenten.

Glock blieb trotz Paffetts emotionalem Ausbruch nach dem Rennen entspannt und meinte, dass er sich nicht vor einer Aussprache scheue. "Kein Problem", sagte der frühere Formel-1-Pilot. "Ich setze mich gerne hin und schaue die 20 Runden mit ihm zusammen an. Ich dachte, das wäre ein Fight, der okay war."

Es war der zweite große Zweikampf zwischen Glock und Paffett in der Saison 2018. Beim Auftakt in Hockenheim lieferten sich die beiden ein geradezu episches Duell, mit dem besseren Ausgang für Glock. Damals bejubelten beide Fahrer anschließend den fairen Umgang miteinander. Am Norisring sah das etwas anders aus...

Das sagen die Motorsportchefs

BMW Motorsportdirektor Jens Marquardt: "Es war hart. Gary ist Timo das eine oder andere Mal zu viel in die Karre gefahren. Und dann hinterher zu sagen: 'Der hat mich in die Wand gedrückt...'. Da muss ich sagen: Guck dir mal das Video an, Gary, wenn du ein bisschen abgekühlt bist. Und schaue, wie oft du Gary in die Karre gefahren bist. Dann hast du dein DRS-Pulver verschossen und bist hinten dran geblieben. Timo hat mit einem sehr beschädigten Auto den Punkt nach Hause gerettet. Dass zeigt, dass der Timo Glock 2018 einen kühlen Kopf bewahrt und sich auch von solchen Scharmützeln nicht aus der Ruhe bringen lässt."

Mercedes-Teamchef Uli Fritz: "Ich möchte mir das auf jeden Fall noch mal anschauen, bevor ich ein finales Urteil abgebe. Ich glaube, es war sehr hart an der Grenze. Der Glock hat sich sicher clever verteidigt, auf der anderen Seite hat er Gary sicherlich ein-, zweimal in Richtung Wand geschickt. Gary ist emotional dabei, und das finden wir auch gut. Er hat das subjektiv so erlebt und darf das auch gerne so von sich geben."


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