DTM

DTM Hockenheim: Wer hat Angst vor Mattias Ekström?

Mattias Ekström gibt in Hockenheim sein Abschiedsrennen als Gaststarter. Sorge vor Beeinflussung der Rennen? Das sagt die Konkurrenz von BMW und Mercedes.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Es war die Sensation der letzten Tage in der DTM: Mattias Ekström kehrt tatsächlich für ein Abschiedsrennen zurück. Beim Saisonstart am 5. Mai steigt der zweifache Champion in einen siebten Audi und nimmt als Gaststarter teil. Heißt: Punkte kann Ekström nicht bekommen.

In der Fan-Welt herrscht große Vorfreude über das Comeback der DTM-Ikone, hinter den Kulissen gibt es allerdings ein paar Zweifler: Was passiert, wenn Ekström einen anderen Fahrer abräumt oder das Renngeschehen taktisch beeinflusst? Auch BMW und Mercedes dürfen dieses Jahr einen Gaststarter einsetzen, nur nicht bei den letzten drei Rennwochenenden.

Wer Ekström kennt, weiß, dass der Schwede sich ohnehin nicht als taktischer Spielball benutzen lassen würde. Entsprechend entspannt geben sich die Sportchefs der Audi-Konkurrenz. "Wer Mattias kennt, weiß, dass er keine dummen Sachen macht", sagt Mercedes-Teamchef Uli Fritz. "Er hat so einen Abschied verdient, da überwiegt auf jeden Fall das Positive."

BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt stimmt zu: "Eki ist ein Charakter, er hat die DTM geprägt. Er ist ein Super-Profi, man braucht sich keine Sorgen zu machen, dass er irgendeine Aktion macht. Er wird 'Go hard or go home' fahren, aber so, dass sich keiner Gedanken machen muss, dass das Einfluss aufs Rennen oder irgendwelche Ausgänge haben wird. Ich habe da vollstes Vertrauen."

Für die neue Gaststarter-Regel muss das Reglement entsprechend angepasst werden. Es geht etwa um die Anzahl erlaubter Motoren je Hersteller, wie Ekström vom Team an der Box betreut wird und so weiter... Punkte, die bis zum Saisonstart in rund zwei Wochen noch final geklärt werden müssen zwischen allen Beteiligten.

Immerhin: Durch Ekströms Abschiedsrennen dürften am Hockenheim einige Tickets mehr verkauft werden. Kein anderer Fahrer hat eine solch enorme Fan-Basis wie der 39-Jährige. Audi-Motorsportchef Dieter Gass erklärt: "Das ist nicht Mattias Ekström, sich ohne Worte von seinen Fans zu verabschieden. Wir haben ein Testauto, das man relativ günstig einsetzen kann. Und jetzt gibt man ihm die Bühne, dass er sich anständig von seinen Fans verabschieden kann."

Über den Winter sind die DTM-Autos überarbeitet worden, sollen nun rund ein Drittel weniger Abtrieb haben. Ekström ist mit dem neuen Audi keinen einzigen Test-Kilometer gefahren, macht sich aber keine Sorgen: "Stimmt, ich habe über den Winter nicht so viel gemacht und das Auto nicht getestet. Aber in all den Jahren davor habe ich so viel wie alles anderen zusammen getestet."

DTM-Ikone Mattias Ekström: Das große Interview zum Rücktritt: (14:55 Min.)

Ekström war auf der Rennstrecke sicherlich nie ein Kind von Traurigkeit. Dass er unfair agiert habe, kann man ihm aber nicht vorwerfen. Deshalb seine beruhigenden Worte an die Konkurrenz: "Ich versuche, hart aber fair zu sein. Wenn es mal ein bisschen wild oder heiß war, dann gab es auch Gründe dafür. Einfach nur so gab es nicht viel böses Blut. Ich hatte immer großen Respekt vor meinen Gegnern, vor allem vor Mercedes."

Die Fans in Hockenheim dürfen sich auf ein vollgepacktes Ekström-Wochenende gefasst machen. Auch abseits der Strecke haben er und Audi schon einige Aktionen geplant, um den Abschied nach 17 Jahren DTM gebührend zu feiern.


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