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DTM-Duelle immer härter: Das sagen Wittmann, Auer und Co.

Die DTM-Saison 2017 biegt auf die Zielgerade ein. Nicht nur der Ton, sondern auch die Duelle werden immer härter. Das sagen die Fahrer dazu:
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Gary Paffett gegen BMW, Timo Glock gegen Nico Müller, alle gegen Audi. In der Schlussphase der DTM 2017 geht es nicht nur auf der Strecke heiß her, sondern auch daneben. Besonders beim vergangenen Rennwochenende der Top-Tourenwagenserie auf dem Nürburgring nahm die Gangart in der Meisterschaft an Härte zu.

Schon seit einigen Rennen dabei im Fokus: Nico Müller und das Audi-Lager. Nicht erst seit dem Nürburgring stehen sie unter Verdacht, besonders auffällig Team-Taktik zu spielen. Schon zuvor in Moskau und Zandvoort hätten Müller und auch Loic Duval für ihre Markenkollegen die Konkurrenz eingebremst, so der Vorwurf seitens BMW und Mercedes-AMG. Eskaliert ist die Situation am Nürburgring, als Timo Glock Nico Müller beim Anbremsen der NGK-Schikane hinten rein rauschte.

Von der Rennleitung wurde Glock als Hintendrauffahrender als Verursacher des Unfall ausgemacht, gegen ihn wurde eine Verwarnung ausgesprochen. Das kann Glock noch akzeptieren, doch der Grund für seine Aufregung war ein ganz anderer: „Das, was Audi macht um ihn da zu platzieren, ist das Problem. Das zeigt, wie stark man da unter Druck ist, dass die die Meisterschaft gewinnen müssen. Dann spielen sie solche Spielchen.“ Am Nürburgring zog sich aber auch BMW den Ärger der Konkurrenz in Person von Mercedes-Pilot Gary Paffett zu.

Paffett wurde im Zweikampf von Maxime Martin gedreht und schimpfte anschließend über Funk: „Die BMW-Fahrer sind die schlimmsten Fahrer der Welt, so was habe ich noch nicht gesehen. Unglaublich!“ Die Gangart und der Ton untereinander werden also immer rauer. Doch war man am Nürburgring schon über dem Limit? Motorsport-Magazin.com hat sich beim DTM Media Talk in Graz bei Lucas Auer, Mike Rockenfeller und Marco Wittmann umgehört:

DTM Nürburgring 2017: Umstrittene Szenen

DTM Nürburgring: Paffett und Martin knallen zusammen: (00:56 Min.)

Auffahrunfall zwischen Glock und Müller: (00:56 Min.)

Das sagen Auer, Rockenfeller und Wittmann zur harten Gangart:

Wenn man dieses Glock-Müller-Thema aufgreift, wenn man sich das als Unfall betrachtet, war das eigentlich ziemlich lächerlich.
Mike Rockenfeller

Mike Rockenfeller: „Das ist grundsätzlich normal, es ist ja kein Kindergeburtstag. Alles andere wäre irgendwo nicht echt. Wir kämpfen hier um eine Meisterschaft, die Hersteller wollen gewinnen, das gehört dazu. Jetzt speziell die Gangart, wenn man dieses Glock-Müller-Thema aufgreift, wenn man sich das als Unfall betrachtet, war das eigentlich ziemlich lächerlich. Der eine macht die Innenbahn zu, was ganz normal ist, der andere fährt hintendrauf, was sein Fehler ist. Und da wird dann ein großes Thema daraus gemacht, da muss man die Kirche auch mal im Dorf lassen. Ich erwarte schon, dass es eine harte Gangart ist. Das liegt aber nicht nur daran, weil wir nur am Ende der Saison sind, es sind auch so viele Fahrer im Titelkampf. Du kannst den Fokus nicht auf zwei Fahrer legen. Klar, es gibt zwei, drei, vier, die haben die besten karten im moment. Aber es sind so viele, und das ändert sich von jetzt auf gleich. Es wird überall gekämpft, um jede Position. Jeder will, wenn es um den zehnten Platz geht, diesen einen Punkt holen. Das ist ja auch schön. Wenn es anders wäre, wäre es langweilig“

Lucas Auer: „Ich war nicht so betroffen davon, aber durch die Situation in der DTM mit drei Herstellern und sechs Fahrer pro Hersteller... Da geht es halt rund. Jeder will seine Rolle spielen. Aber das ist DTM-Standard. Man muss schauen, dass das ganze sportlich bleibt, aber dass die Ellbogen draußen sind und es Lackaustausch gibt, ist vorprogrammiert.“

Zum Nürburgring muss ich sagen, dass da vielleicht schon über das Faire hinausgeschossen wurde.
Marco Wittmann

Marco Wittmann: „Dass zum Saisonende die Ellbogen ein bisschen mehr ausgefahren werden und die Zweikämpfe härter werden, ist völlig normal. Hinzu kommt, dass wir noch zehn Fahrer haben, die locker um die Meisterschaft mitfahren können. Da wird die Gangart natürlich etwas rauer. Ich bin ein Mensch der sagt, es soll hart sein, aber in einem fairen Rahmen. Da muss ich zum Nürburgring sagen, dass da vielleicht schon über das Faire hinausgeschossen wurde. Aber gut, so ist es eben. Ich glaube, man muss sich in erster Linie aus dem ganzen Schlamassel heraushalten, die Nerven bewahren und cool bleiben. Ich bin gespannt, wie es die letzten vier Rennen sein wird. Ich glaube nicht, dass es entspannter zugehen wird auf der Strecke und denke mal, die Gangart wird die gleiche bleiben. Aber für den Zuschauer ist das am Ende optimal, wenn Lackaustausch untereinander passiert.“


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