DTM

DTM Nürburgring: Paffett regt sich nach Unfall über BMW auf

Die DTM wird immer härter, wie das Rennen auf dem Nürburgring gezeigt hat. Mercedes-Pilot Gary Paffett geht nach einem Dreher auf seine BMW-Gegner los.
von Robert Seiwert
DTM Nürburgring: Paffett und Martin knallen zusammen: (00:56 Min.)

Die DTM biegt in die entscheidende Phase der Meisterschaft ein - und auf der Strecke geht es immer ruppiger zu. Das bekam unter anderem Gary Paffett zu spüren, der sich im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring beherzt gegen eine BMW-Armada zur Wehr setzen musste. Der Kampf endete schließlich mit einem Dreher, nachdem der Mercedes-Star und Maxime Martin aneinandergeraten waren.

In der Hitze des Gefechts platzte Paffett - selbst kein Kind von Traurigkeit - der Kragen. "Die BMW-Fahrer sind die schlimmsten Fahrer der Welt, so was habe ich noch nicht gesehen. Unglaublich!", meckerte der Brite nach dem Rückschlag am Funk. In der letzten Runde schickte sich Martin an, Paffett in der Schikane zu überholen. Der frühere Meister wich nicht von seiner Linie ab, es kam zum Kontakt und Martin erwischte den Mercedes am rechten Hinterrad.

Marquardt: Ach, der Gary...

Der BMW-Pilot kam straffrei davon, ging als Elfter aber leer aus. Seit einem Treffen in Zandvoort sollen die Fahrer freier gegeneinander fahren dürfen, das im Tourenwagensport übliche Anlehnen wird geduldet. Paffett wurde von der Rennleitung hingegen mit einer Verwarnung belegt, weil er im Rechtsknick ausgangs der Schikane nicht genug Platz gelassen hatte.

Frage an BMW Motorsportdirektor Jens Marquardt: Haben Sie wirklich die schlechtesten Fahrer der Welt? Antwort: "Ach, der Gary... Der fightet auch immer sehr hart. Es knackt und bollert überall. Wenn er dann mal drin ist, sind immer die anderen schuld."

Schutz für Titelkandidat Glock

Zur konkreten Situation zwischen Paffett und Martin sagte Marquardt: "Maxime war so viel schneller als er. Er war außen vorbei und lenkt dann ein - und Gary fährt hart seine Linie. Ich sehe das also anders als er. Gary hat sich im Rennen wahrscheinlich mehr erhofft. Dann kommt es zu solchen Äußerungen. Ich bin mit unseren Fahrern super-zufrieden."

Paffett hatte sich Stunden nach Rennende zwar wieder beruhigt, war aber immer noch verärgert über die Vorgehensweise seiner BMW-Gegner. Er war sicher, dass Tom Blomqvist, Augusto Farfus und Martin alles taten, um Markenkollege Timo Glock abzuschirmen. Der frühere Formel-1-Fahrer hat in der Meisterschaft 28 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Mattias Ekström und damit weiter Chancen auf den Titelgewinn.

Paffett: Ich weiß, was sie vorhatten!

"Ich weiß, was sie vorhatten", sagte Paffett. "Sie haben versucht, Timo zu schützen. Die hatten viel Pace und hätten ihn überholen können. Aber sie haben ihn sehr aggressiv beschützt. Okay, das kann man schon irgendwie machen. Aber was die gemacht haben, war zu viel. Das war nicht richtig." Glocks Pace war nach seinem Auffahrunfall mit Audi-Pilot Nico Müller beeinträchtigt. Mit letzter Kraft rettete er sich auf den achten Platz vor Farfus und Martin.

Besonders die Gangart des BMW-Brasilianers missfiel Paffett. Der ehemalige Champion fand deutliche Worte in Richtung Farfus: "Das war schlechtes Racing von ihm, unglaublich! Der Kerl hat mit mir in der Kurve einen Bremstest durchgeführt, auf der Geraden gewedelt und beim Bremsen die Position gewechselt. Das war einfach gefährlich! Das ist kein Racing, das ist verrückt. Wenn man hart fährt, dann weiß man, womit man rechnen muss. Aber wenn einer so unvorhersehbar fährt, dann ist das gefährlich. So macht Racing keinen Spaß."


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