DTM

DTM Nürburgring: Die fünf Brennpunkte

Die DTM gastiert zum siebten Rennwochenende der Saison 2017 auf dem Nürburgring. Motorsport-Magazin.com beleuchtet die wichtigsten Themen in der Eifel.
von Robert Seiwert

Brennpunkt 1: Der ewige Erfolgsballast

Ändern wird sich bis zum Nürburgring nichts, doch der Erfolgsballast dürfte einmal das große Thema am Wochenende sein - neben dem Mercedes-Ausstieg. Audi sparte in den letzten Wochen nicht mit Kritik am abstrusen System der Performance-Gewichte, legte zu Beginn der Woche noch einmal nach. Aus gutem Grund: Die Audis wiegen im ersten Eifel-Rennen 25 Kilo mehr als die BMW.

Das soll eine halbe Sekunde pro Runde ausmachen, hat Audi errechnet. "Einfach wird's diesmal auf jeden Fall nicht", kündigte Audi-Pilot Nico Müller an. Aktuell belegen Mattias Ekström, Rene Rast und Mike Rockenfeller die ersten drei Plätze in der Meisterschaft. Das könnte nach dem Nürburgring komplett anders aussehen, wenn die Konkurrenten Timo Glock, Maxime Martin und Lucas Auer ordentlich punkten.

Brennpunkt 2: 9 für den Titel

Die DTM 2017 bleibt hochspannend. Bislang ist es keinem Fahrer gelungen, sich deutlich von der Konkurrenz abzusetzen. Nur Mattias Ekström war bislang konstant vorne dabei. Theoretisch könnten 9 der 18 Fahrer nach dem Nürburgring die Meisterschaft anführen. Selbst der Neuntplatzierte Gary Paffett könnte es schaffen, wenn er beide Rennen gewinnt und beide Male in die erste Startreihe fährt.

Maximal kann ein Fahrer 56 Punkte pro Rennwochenende holen. So kann sich auch Marco Wittmann auf Platz 8 trotz seines Rückstandes von 35 Zählern Hoffnungen auf die Titelverteidigung machen. Faustregel 2017: Nach jedem Wochenende fallen zwei Fahrer aus dem Titelkampf raus.

Brennpunkt 3: Mercedes muss aufholen

Mercedes gelang ein starker Auftakt in die neue Saison, Lucas Auer galt eine Weile als Favorit auf die Meisterschaft. Die Mannschaft von Uli Fritz führte bis zum fünften Rennen auch die Herstellerwertung an. Inzwischen sieht es nicht mehr so rosig aus für die Stuttgarter. Mercedes ist hinter Audi und BMW bis auf den dritten Platz zurückgerutscht, der Rückstand auf Spitzenreiter Audi bis auf 157 Punkte angewachsen. Zuletzt in Zandvoort erlebte die Marke mit dem Stern ein rabenschwarzes Wochenende.

Da kommt der Nürburgring eigentlich gerade recht für die Trendwende. Auer gilt als Eifel-Spezialist, war in drei der letzten vier Qualifyings Schnellster. "Ich werde versuchen, daran am kommenden Wochenende anzuknüpfen", sagte der Österreicher. Die Gewichte haben Mercedes in den letzten Rennen wehgetan. Der C 63 (1.122,5 Kilo) wiegt aber immer noch 15 Kilo mehr als der BMW M4 (1.107,5 Kilo). Der Audi RS 5 DTM bleibt das schwerste Auto im Feld mit 1.132,5 Kilo.

Brennpunkt 4: Eifel-Wetter am Wochenende

Fans und Fahrer sollten sich am Wochenende warm anziehen - es wird kalt und regnerisch in der Eifel. Ab Freitag geht es los mit dem Schmuddelwetter, für Samstag und Sonntag sind teils schwere Regenschauer vorhergesagt. Die Temperaturen dabei alles andere als sommerlich, tagsüber werden es maximal 15 Grad. Kommen in den Rennen die Slick-Reifen zum Einsatz, wird es brenzlig. Da die Reifen nicht mehr vorgeheizt werden, könnten sich die Fahrer auf ihren Outlaps nach den Boxenstopps extrem schwer tun.

Die Saison hat gezeigt, dass eine gute Outlap einen Zeitenvorteil von bis zu zehn Sekunden bringen kann. "Wir haben hier und da schon gesehen, dass es teilweise tricky ist, das Fahrzeug dabei auf der Strecke zu halten", sagte Meister Marco Wittmann zu Motorsport-Magazin.com. "Und vor allem, sich im Zweikampf zu behaupten. Das wird ein Thema sein bei den kühlen Temperaturen, wo der Reifen noch ein bisschen länger braucht, bis er auf Betriebstemperatur ist."

Brennpunkt 5: Späte Strafen

In einer professionellen Serie wie der DTM müssen die Regeln natürlich beachtet werden, doch nach Rennende ausgesprochene Strafen sorgen immer wieder für Unmut bei den Fans. Etwa zuletzt in Zandvoort, als Marco Wittmann seinen Sieg nachträglich verlor, weil er zu wenig Benzin an Bord hatte. Die Rennleitung ist stets um eine schnelle Abwicklung aller Fälle bemüht, doch eine ausführliche Verhandlung kann dauern. "Ich bin dafür, dass das Ergebnis so schnell wie möglich stehen sollte", sagte Wittmann. "In anderen Ländern gibt es Serien, wo auch Strafen ausgesprochen werden, aber der Rennsieger bleibt. Also, dass sich das Rennergebnis generell nicht mehr ändert. Ich denke, daran kann man noch ein bisschen arbeiten."


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