DTM

Nachträgliche Strafen: Wittmann wünscht sich Änderung

Ob Marco Wittmann oder Timo Glock: In Zandvoort wurden Fahrer relativ spät bestraft. Der amtierende DTM-Meister hofft auf eine Verbesserung.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Langweilig wird es der Rennleitung nicht an den DTM-Wochenenden. Nach fast jedem Lauf müssen die Stewards nachträgliche Strafen aussprechen. So wie zuletzt in Zandvoort, als Marco Wittmann den Sieg wegen zu wenig Benzin im Tank verlor. Zuvor wurden Timo Glock und Gary Paffett nach längeren Verhandlungen vom Qualifying disqualifiziert.

Die späten Strafen sind in der technisch komplizierten DTM seit Jahren Gang und Gäbe - sorgen aber meist für Unmut unter den Fans. Vor allem bei einer solch relevanten Entscheidung wie in Wittmanns Fall. "In Zandvoort war ich am Sonntagabend am Strand was essen und habe ein paar Fans getroffen", sagte Wittmann zu Motorsport-Magazin.com. "Die haben mir gratuliert, weil sie gar nichts von der Disqualifikation wussten."

Kein Spaß für die Rennleitung

Nun macht sich die Rennleitung natürlich keinen Spaß daraus, Stunden nach Rennende Bestrafungen auszusprechen. Oftmals geht es aber nicht anders, weil die Auswertung zum Teil sehr aufwendig ist. Eine Telemetrie wie etwa in der Formel 1 steht nicht zur Verfügung. Incident-Kameras und Funksprüche müssen berücksichtigt werden, dazu oft zähe Verhandlungen - das kann dauern.

"Es wäre am schönsten, wenn das Rennergebnis fix und fertig wäre, wenn wir über die Ziellinie gefahren sind", sagte Audi-Pilot Nico Müller zu Motorsport-Magazin.com. "Aber wir haben nun mal ein Reglement, das zu befolgen ist. Wir gehen alle überall ans Limit. Nicht nur beim Fahren, sondern auch, was die Setups der Autos angeht. Da wird man auf einfachem Wege keine Lösung finden, um diese Zeit zu verkürzen, wenn man wirklich ins Detail gehen will bei den Kontrollen."

Wittmann: Daran kann man noch arbeiten

Strafen bei Aktionen auf der Rennstrecke werden im Regelfall zügig ausgesprochen. Knifflig wird es bei technischen Angelegenheiten. Wie im Falle Mattias Ekström, der nach dem Zieleinlauf am Lausitzring sein Auto während der Auslaufrunde am Streckenrand parkte - und dadurch die obligatorische Spritprobe umging. Am Ende kam der Audi-Pilot mit einer Verwarnung statt der Disqualifikation davon, doch die Aufklärung dauerte Stunden.

Es sind aber vorrangig die ergebnisverändernden Strafen, die vielen ein Dorn im Auge sind. Unter dem aktuellen Reglement lässt sich das jedoch kaum ändern. "Ich bin dafür, dass das Ergebnis so schnell wie möglich feststehen sollte", sagte Wittmann. "In Serien in anderen Ländern werden auch Strafen ausgesprochen, aber das Rennergebnis ändert sich nicht mehr. Ich denke, daran kann man noch ein bisschen arbeiten."


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