DTM

Hammer! Marco Wittmann verliert Sieg in Zandvoort

Dicke Überraschung beim Sonntagsrennen der DTM in Zandvoort. Marco Wittmann verliert den Sieg nachträglich. Damit Vierfach-Triumph für Audi.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Hammer bei der DTM in Zandvoort! Marco Wittmann verliert den Sieg im Sieg im Sonntagsrennen nachträglich. Der amtierende Meister wurde zwei Stunden nach Rennende aus der Wertung genommen, weil sein BMW nicht genügend Sprit für die obligatorische Spritprobe an Bord hatte. Nach einem Rennen muss ein Auto mindesten 1 Kilo Benzin im Tank mit sich führen, damit diese Probe entnommen werden kann. Das war bei Wittmann nicht der Fall.

Durch Wittmanns Disqualifikation erbt Mike Rockenfeller den Sieg am Sonntag in den Niederlanden. Der Audi-Pilot hing Wittmann während des Rennens lange Zeit dicht im Nacken, doch Wittmann verteidigte die Führung. Wittmanns Strafe lässt Audi jubeln: Das komplette Podest geht nachträglich an die Ingolstädter.

Wittmann enttäuscht

Wittmann nach dem verlorenen Sieg: "Ich bin natürlich sehr enttäuscht, aber da kann man als Fahrer nichts machen. Wir müssen das akzeptieren und sicherstellen, dass so etwas nicht mehr vorkommt." Sein Team RMG habe bei der Handhabung der Tankanlage einen Fehler gemacht, deshalb sei zu wenig Sprit übrig gewesen, erklärte Teamchef Stefan Reinhold.

"Einen Sieg nachträglich zu erben ist nicht dasselbe wie ein Sieg auf der Rennstrecke", sagte Rockenfeller. "Aber so sind die Regeln, und die zusätzlichen Punkte nehme ich natürlich gerne mit. Für das Team ist es toll, dass es auch Loic aufs Podium geschafft hat."

Erstes Podest für Duval

Hinter Rockenfeller wurde Loic Duval als Zweiter gewertet. Es war der erste Podestplatz für den DTM-Rookie und gleichzeitig sogar seine ersten Punkte in der Tourenwagenserie. Ein später Boxenstopp führte den Franzosen vom 13. bis schließlich auf den 2. Platz. Platz drei ging im Nachhinein an Mattias Ekström, der damit seinen Vorsprung in der Meisterschaft weiter ausbauen konnte.

Der Schwede kämpfte in den letzten Runden mit absinkendem Reifendruck und musste auf Schützenhilfe von Audi-Kollege Nico Müller dahinter hoffen. Der Schweizer verteidigte sich hart gegen Gary Paffett und eine BMW-Armada im Schlepptau. Der Plan ging auf, Müller rettete Ekström im Endeffekt P3. Damit stehen im finalen Klassement vier Audi-Piloten an der Spitze.

Bitterer Rückschlag für Wittmann

Durch die Disqualifikation erlebte Wittmann einen heftigen Rückschlag in der Meisterschaft. Nach Platz zwei am Samstag und dem vermeintlichen Sieg am Sonntag war er auf den zweiten Platz in der Gesamtwertung vorgerückt. Nun rutschte der zweifache Champion auf die achte Position zurück. Sein Rückstand auf Spitzenreiter Ekström beträgt 35 Punkte.

Für Audi sieht es wieder perfekt aus im Kampf um den DTM-Titel. Ekström führt mit 128 Zählern vor seinen Markenkollegen Rene Rast, der bislang 114 Zähler sammeln konnte. Der DTM-Rookie erlebte in Zandvoort ein rabenschwarzes Wochenende und holte nur zwei Meisterschaftszähler. Das kostete ihn die Gesamtführung.

Dritter ist Mike Rockenfeller mit 110 Punkten. Es folgen die BMW-Piloten Timo Glock (104) und Maxime Martin (102) auf den Plätzen vier und fünf. Lucas Auer belegt die siebte Position als bester Mercedes-Fahrer mit 99 Punkten, gleichauf mit Audi-Mann Jamie Green.

Glock rastet aus: Mortara ist ein Idiot: (01:19 Min.)

Paffett: Nicht fair und enttäuschend

Bestplatzierter Nicht-Audianer am Sonntag war Gary Paffett auf Platz fünf. Der Mercedes-Pilot fühlte sich in der Schlussphase durch Müller blockiert und war mit diesem Vorgehen alles andere als happy. "Gegen Rennende hatten die beiden Audi von Ekström und Müller vor mir zu kämpfen", sagte Paffett. "Müller blockte mich das gesamte Rennen über, um Eki zu helfen. Ich überholte ihn in Kurve eins und dann ließ mich Eki ausgangs der Kurve auflaufen. Das gleiche machte er in Kurve zwei, um Nico wieder vorbeizulassen. Das ist nicht fair und ich bin von dem Manöver enttäuscht."

Strafen-Flut am Sonntag

Der Sonntag in der DTM war ohnehin durchzogen von Strafen. Für den größten Aufreger sorgte zunächst Timo Glock, der Startplatz fünf im Qualifying nachträglich verlor. Der Sieger des Samstagsrennens rasselte im Zeittraining mit Mercedes-Pilot Edoardo Mortara zusammen, nachdem er blockiert worden war und sich mit einem Brems-Test revanchierte. Glock wurde vom Qualifying disqualifiziert und musste vom Ende des Feldes starten. Der BMW-Star kämpfte sich bis auf den achten Platz nach vorne.

Glock, der für einen ausgestreckten Mittelfinger in Richtung Mortara-Box auch noch 3.000 Geldstrafe zahlen muss, war mit der Entscheidung des DMSB alles andere als einverstanden. Nach Rennende schrieb er auf seiner Instagram-Seite: "Danke an Edo Mortara und Mercedes, dass sie sixch dafür entschuldigt haben. Das ist verständlich und kann passieren. Insgesamt bin ich aber nicht zufrieden mit der Entscheidung des DMSB, mich zu disqualifizieren. Natürlich war ich nicht happy über das Blockieren, das habe ich ihm in Kurve 9 gezeigt. Dann disqualifiziert zu werden, weil ich versucht habe, einen Abstand herauszufahren, ist lustig. Und die Info dann erst in der Startaufstellung zu bekommen, spricht für sich."

Neben Glock wurde auch Gary Paffett vom Qualifying ausgeschlossen. Der Mercedes-Pilot wurde disqualifiziert, weil er einen Reifen genutzt hatte, der nicht aus seinem Kontingent stammt. Damit verlor er den achten Startplatz als bestplatzierter Mercedes-Fahrer und musste von hinten starten. Im Rennen kämpfte sich Paffett schließlich bis auf den fünften Platz zurück.


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