DTM

Portugiesischer Rambo scheut keinen Kontakt - Felix da Costa: Mir egal, wie sie mich nennen

Antonio Felix da Costa interessiert sich nicht dafür, wie er genannt wird. Er will nur gute Ergebnisse einfahren.
von Manuel Schulz

Motorsport-Magazin.com - Seit 2014 ist Antonio Felix da Costa in der DTM unterwegs, nachdem er zwischenzeitlich sogar als Formel 1 Testfahrer tätig war und gleich bei seinem dritten Rennen in Ungarn konnte er unter Beweis stellen, dass er zu Recht unter den wenigen ausgewählten DTM-Piloten ist. Mit einem achten Platz holte der Portugiese seine ersten Meisterschaftspunkte. Allerdings fehlte ihm in der ersten Saison noch die gewisse Konstanz.

Die zweite Saison begann schlecht, doch ab dem vierten Rennevent in Zandvoort, dort fuhr er gleich zweimal aufs Podium, wobei er das Sonntagsrennen sogar gewann, ging es deutlich bergauf. Das Russland-Wochenende sollte nach Zandvoort das einzige punktlose Wochenende bleiben und in Oschersleben fuhr er noch einmal auf das Podium.

Entsprechend motiviert ging der BMW-Pilot in die Saison 2016. Vielleicht jedoch übermotiviert. Bereits in Hockenheim wurde er nach mehreren Zwischenfällen hart kritisiert. "Im Fahrerlager sind es Götz und da Costa, die ich als Clowns bezeichne, weil sie nicht das Level haben, das man von einem DTM-Fahrer erwarten kann", wetterte Mattias Ekström nach dem ersten Rennwochenende.

Vielleicht haben sie Angst vor mir, wenn sie das hören
Antonio Felix da Costa

Sogar als portugiesischer Rambo musste er sich bereits bezeichnen lassen. "Wenn es ihnen gefällt mich zu betiteln, dann sollen sie es machen", erklärte Antonio Felix da Costa gegenüber Motorsport-Magazin.com am Norisring. "Vielleicht haben sie Angst vor mir, wenn sie das hören", amüsiert er sich sogar.

Auf dem Stadtkurs war jedoch er gleich mehrfach das Opfer. Bei einer leichten Berührung mit seinem Freund Adrien Tambay verhakten sich die beiden Boliden und beide fielen weit zurück. Für Tambay ging es danach nicht weiter. "Es war eigentlich ein normaler Kontakt", erklärte Felix da Costa. Er entschuldigte sich direkt nach dem Rennen. Doch sein Rennen ging wenig erfolgreich weiter. Er wurde erst von Christian Vietoris umgedreht und dann später noch einmal von Daniel Juncadella.

In Hockenheim legten gleich mehrere Fahrer eine Rambo-Mentalität an den Tag - Foto: BMW

"Ich bin gut mit Antonio befreundet abseits der Strecke, daher ist es sehr schade. Er ist ein wenig aggressiv. Ich mag zwar aggressive Fahrer, aber manchmal muss man sich etwas zurückhalten. Ich glaube er wollte mich mit einer Berührung überholen. Wenn ich jemanden berühre, dann ist das nie Absicht, dann habe ich versucht es zu vermeiden und es passiert einfach", kritisierte Tambay den BMW-Piloten.

BMWs Motorsport-Direktor Jens Marquardt nahm Felix da Costa nach dem Rennen jedoch in Schutz: "Wir müssen uns das Rennen nochmal anschauen, aber es ist halt schade, wenn man es nicht schafft, sich im Mittelfeld aus den Scharmützeln heraus zu halten, aber ich habe da bislang noch nichts von ihm verschuldetes gesehen."

Klar gibt es in der DTM Kontakt, damit können wir leben
Antonio Felix da Costa

Da Costa selbst tut es am meisten Leid für das Team: "Das Frustrierende ist, wenn man zwei oder drei Wochen hart arbeitet, sich mit dem Team vorbereitet, in den Punkten ist und dann rausgenommen wird. Denn es haben viele, viele Leute daran gearbeitet und zwar viele Stunden lang und dann kommt jemand anderes vorbei und dreht dich. Das ist frustrierend."

Auf Kontake will der portugiesische Rennfahrer aber auch in Zukunft nicht verzichten. "Klar gibt es in der DTM Kontakt, damit können wir leben", erklärte Felix da Costa. "Jeder trifft mal jemanden und wird getroffen. Es ist, wie es ist. Es ist aber wichtig, dass man sich entschuldigt, wenn man einen Fehler gemacht hat und nicht einfach jemand anderen beschuldigt. Ich habe mit Tambay einen Fehler gemacht, dafür entschuldige ich mich, aber ich hoffe, dass die anderen das auch machen."


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