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DTM / Rennbericht

Kollisionen, Strafen und Slowzones im ersten Saisonrennen - Mortara gewinnt Chaos-Rennen in Hockenheim

Edoardo Mortara hat den Saisonauftakt der DTM für sich entschieden. Während der Italiener ungefährdet blieb, herrschte dahinter das blanke Chaos.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Edoardo Mortara hat einen komplett chaotischen DTM-Auftakt 2016 für sich entschieden. Im ersten Saisonrennen in Hockenheim ging der Italiener bereits am Start in Führung und fuhr ungefährdet zum Sieg. Platz zwei belegte Robert Wickens vor Nico Müller. Geprägt war das Rennen jedoch von unzähligen Kollisionen besonders in der Anfangsphase des Rennens, die auch Strafen sowie eine Slowzone zur Folge hatten.

Die Startaufstellung: Nico Müller sicherte sich im ersten Qualifying der neuen Saison dank einer Fabelrunde die Pole-Position. Kurz vor Ende der Session knackte der Schweizer als einziger Fahrer die 1:34er-Marke und verdrängte Markenkollege Edoardo Mortara auf Startplatz zwei. Die zweite Startreihe bildeten der beste Mercedes-Pilot, Robert Wickens, und der dritte Audi-Fahrer Jamie Green. Es folgten Mike Rockenfeller, Christian Vietoris und Paul di Resta. Die Top-10 des Qualifyings komplettierten Miguel Molina, Mattias Ekström und Marco Wittmann, der als bester BMW-Pilot nur auf Rang zehn kam.

Nico Müller startete von der Pole - Foto: DTM

Die Performance-Gewichte: Ausgehend vom Qualifying-Ergebnis wurden für das Rennen den Regeln entsprechend Anpassungen der Fahrzeug-Gewichte vorgenommen. Da Audi dominant unterwegs war und in der theoretischen Bestzeit deutlich vorne lag, mussten die Ingolstädter 5 Kilo zulegen, Mercedes und BMW durften jeweils 5 Kilo ausladen. Somit ergab sich beim ersten Saisonrennen folgende Gewichtsverteilung: Audi startete mit 1125 Kilo, Mercedes mit 1115 und die BMWs brachten 1107,5 Kilogramm auf die Waage.

Das war völlig unnötig, eine dumme Aktion, die nicht hätte sein müssen.
Timo Scheider über Antonio Felix da Costa

Der Start: Edorado Mortara übernahm am Start sofort die Führung, nachdem Müller schlecht wegkam. Auch dahinter tauschten Green und Wickens vorläufig die Plätze. Im hinteren Teil des Feldes hatte Timo Scheider Feindkontakt mit Antonio Felix da Costa, der das Rennen für ihn beendete. "Wir sind in Kurve zwei gemeinsam rausgerutscht, dadurch habe ich noch Glock mitgenommen. Am Ausgang von Kurve zwei schien schon alles erledigt. Dann kam Felix von sonstwo her zurück und drückt mich in Wiese. Das war völlig unnötig, eine dumme Aktion, die nicht hätte sein müssen", war Scheider bedient.

Der Rennverlauf: Nach dem Start ging es turbulent weiter. Timo Scheider und Antonio Felix da Costa kamen sich in die Quere, was das Aus für Scheider bedeutete. Kurz darauf kollidierte Daniel Juncadella zunächst mit Tom Blomqvist, eine Runde später mit Timo Glock. Glock und Juncadella schieden aus, es gab die erste Slowzone der Saison. Auch für Esteban Ocon und Mike Rockenfeller war das Rennen früh beendet, Rockenfeller musste sein Auto nach einer Kollision mit Bruno Spengler abstellen. Jamie Green musste nach einem Kontakt mit Christian Vietoris durch den Kies.

Auch Jamie Green erlebte ein turbulentes Rennen - Foto: Audi

An der Spitze ließ sich Mortara nicht davon beeindrucken, Robert Wickens überholte den vor ihm platzierten Nico Mülller und reihte sich auf Rang zwei ein. Einen ganz starken Eindruck machte Christian Vietoris, der auf Platz vier lag. In Runde acht verlor Maximilian Götz seinen Mercedes-Boliden in der Sachs-Kurve und rutschte ins Kies. Auch für ihn war das Rennen vorbei. Nun ordnete sich das Geschehen allmählich. Mortara an der Spitze lag zwei Sekunden vor Robert Wickens und Nico Müller, dahinter folgte eine Kampfgruppe mit Vietoris, Paul di Resta, und Bruno Spengler. Zehn Sekunden dahinter folgte das Mittelfeld, angeführt von Mattias Ekström.

Ekström und Paffett berühren sich

Ebenfalls in der Kampfgruppe dabei war auch Gary Paffett, der Schwede und der Brite kollidierten ebenfalls. Ekström erhielt für das Vergehen eine Verwarnung. Auch Lucas Auer war beteiligt, es kam zu einer Berührung mit Paffett. Auer sammelte ein Trümmerteil des Briten auf und musste an die Box, um es entfernen zu lassen. Damit fand seine Aufholjagd aus der Box ein jähes Ende. Kurze Zeit später stellte er sein Auto endgültig ab. Paul di Resta und Christian Vietoris lieferten sich noch ein Duell um Rang vier, das der Schotte für sich entschied.

Unberührt davon fuhr Edoardo Mortara an der Spitze zu seinem vierten DTM-Sieg, Robert Wickens landete auf Platz zwei, gefolgt von Polesetter Nico Müller. Di Resta und Vietoris folgten auf den Plätzen vier und fünf. Bruno Spengler wurde als bester BMW-Pilot Sechster, dahinter folgten zwei Markenkollegen des Kanadiers, Antonio Felix da Costa und Maxime Martin. Die Top 10 komplettierten Mattias Ekström und Miguel Molina.

Er hat sehr spät verzögert. Dann hat er die Tür zugemacht und wir haben uns berührt. Bei mir war dadurch die Radaufhängung gebrochen.
Mike Rockenfeller

Die Zwischenfälle: Für gleich mehrere Fahrer war das Rennen bereits nach den ersten Kilometern zu Ende. Timo Scheider musste seinen Audi nach dem Kontakt mit Antonio Felix da Costa abstellen, Daniel Juncadella räumte Tom Blomqvist ab, der jedoch weiterfahren konnte. Kurz darauf schoss der Spanier eingangs Motodrom Timo Glock ab, beide waren raus. Es folgte eine Slowzone, in der die Action aber nicht nachließ. Bruno Spengler und Mike Rockenfeller kollidierten, auch für den zweiten Phoenix-Audi war das Rennen beendet. "Es war alles ok. Dann kam Slowzone 4. Vor mir war Spengler, der mich gerade überholte. Er hat sehr spät verzögert. Dann hat er die Tür zugemacht und wir haben uns berührt. Bei mir war dadurch die Radaufhängung gebrochen. Das ist super enttäuschend für mich", erklärte 'Rocky' den Zwischenfall.

In Runde acht verabschiedete sich Maximilian Götz nach einem Fahrfehler aus dem Rennen. Im Mittelfeld-Kampf kam es zu einer Berührung zwischen Mattias Ekström und Gary Paffett, die mit einer Verwarnung für den Schweden geahndet wurde. Ekström war aber nicht Paffets einziger Gegner. Auch Lucas Auer suchte den Zweikampf und kollidierte mit ihm. Beide konnten weiterfahren, ein Teil des Briten hatte sich jedoch am Auto von Auer verfangen. Der Österreicher musste an die Box und es entfernen lassen, wodurch er hoffnungslos zurückfiel.

Die Strafen: Jamie Green erhielt wegen Überholens unter Gelb eine Durchfahrtsstrafe. Mattias Ekström wurde nach einer Berührung mit Gary Paffett verwarnt.

Top-Facts zum Rennen

  • Mortara feiert seinen vierten DTM-Sieg
  • Viele Kollisionen im ersten Saisonrennen
  • Scheider nach Berührung raus
  • Juncadella schießt Glock und sich selbst ab
  • Rockenfeller scheidet nach Kollision mit Spengler aus
  • Green erhält Durchfahrtsstrafe für Überholen unter gelb

Die Stimmen zum Rennen

Edoardo Mortara (Sieger): Wir hatten ein tolles Auto für das Rennen und die Qualifikation. Wir haben im letzten Jahr gezeigt, dass der Audi super schnell war. Ich hatte einen guten Start, aber Probleme mit den Reifen. Es war sehr, sehr warm. Am Ende ist es Platz 1, das ist super. Dieses Mal habe ich nichts gemacht. Das war gut für uns war das Wichtigste für mich.

Robert Wickens (Platz 2): Um ehrlich zu sein, war mein Start gar nicht so gut. Jamie hat mich gleich geschnappt. Ich musste mich auf Platz zwei zurückkämpfen, aber wir haben hart gekämpft. Die Slowzones haben gut funktioniert, aber leider habe ich da ein bisschen den Rhythmus verloren. Ich dachte, ich könnte nochmal zulegen, aber am Ende war es nicht möglich.

Nico Müller (Platz 3): Ich glaube nicht, dass mein Auto noch heile ist. Ich habe mir irgendwas eingefahren in der zweiten Gelbphase. Danach war es ein bisschen haarig mit dem Auto. Der Grund, warum es nicht ganz nach oben gelangt hat, war aber klar der Start. Da hab ich es ein wenig versemmelt, wie man so schön sagt. Ich bin trotzdem happy, die Saison so zu beginnen. Ich habe als Ziel Podestplätze angekündigt, und so anzufangen - besser kann es nicht sein.


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