Anders als viele chinesische Hersteller, die zunächst über Importeure oder Partner nach Europa kamen, geht Chery den direkten Weg. Mit der Gründung von Chery Automotive Germany schafft der Konzern erstmals eine eigene deutsche Struktur. Chery ist in Europa längst kein unbekannter Name. Über die Konzernmarken Omoda und Jaecoo ist das Unternehmen bereits präsent.

Statt Elektro-Offensive setzt Chery erstmal auf Hybrid

Während viele neue China-Marken fast ausschließlich mit Elektroautos nach Europa kommen, geht Chery einen anderen Weg. Zum Start setzt man in Deutschland komplett auf die Tiggo-SUV-Familie – und die kommt vor allem mit Hybrid- und Plug-in-Hybridantrieben. Denn gerade in Deutschland bleibt die Nachfrage nach elektrifizierten Verbrennern stabil, vor allem bei Käufern, die beim Thema Ladeinfrastruktur noch skeptisch sind.

Eine ähnliche Strategie verfolgt Changan:

Vom Tiggo 4 bis zum Tiggo 9: SUV für fast jede Größe

Das Einstiegsmodell wird wohl der Chery Tiggo 4 sein. Mit 4,35 Metern Länge zielt er direkt auf kompakte Familien-SUVs wie den Volkswagen Tiguan oder den Hyundai Tucson.

Cherry, Tiggo 4
Tiggo 4, Foto: Cherry

Darüber positioniert man den Chery Tiggo 7, der mit rund 4,50 Metern das Herzstück des Portfolios werden dürfte.

Cherry, Tiggo 7
Tiggo 7, Foto: Cherry

Spannend wird es beim Chery Tiggo 8: Mit 4,70 Metern Länge soll er das klassische Familiensegment bedienen und könnte besonders für große Haushalte interessant werden.

Cherry, Tiggo 8
Tiggo 8, Foto: Cherry

Das Flaggschiff wird der Chery Tiggo 9 – ein fast 4,85 Meter langes SUV mit Fokus auf Komfort, Technik und Premium-Ambitionen.

Cherry, Tiggo 9
Tiggo 9, Foto: Cherry

Wachstum mit Wucht

Die Zahlen zeigen, warum Chery jetzt expandiert. 2025 setzte der Konzern weltweit über 2,8 Millionen Fahrzeuge ab, davon mehr als 1,34 Millionen im Export. Damit bleibt Chery Chinas größter Pkw-Exporteur.

Allein in den ersten fünf Monaten 2026 gingen bereits mehr als 752.000 Fahrzeuge ins Ausland, was einem Wachstum von fast 70 Prozent entspricht.

Händlernetz statt Direktvertrieb

Anders als Marken wie Tesla oder manche Start-ups setzt Chery auf ein klassisches Händlernetz. Bereits ab Juli 2026 startet die Suche nach deutschen Vertriebspartnern. Die deutsche Niederlassung wird von Eric Zheng geführt, während technische Anpassungen im Chery-Entwicklungszentrum in Raunheim entstehen.

Die eigentliche Frage: Wie billig wird Chery?

Offizielle Preise gibt es noch nicht. Wenn Chery seine bekannte China-Strategie übernimmt, könnten die Tiggo-Modelle deutlich unter vergleichbaren europäischen SUVs liegen – und das bei oft höherer Serienausstattung. Das kennen wir bereits von Omoda und Jaecoo.