Mercedes legt bei der C-Klasse Hand an. Wer allerdings auf ein komplett neues Cockpit oder eine radikal veränderte Karosserie gehofft hat, dürfte zunächst zweimal hinsehen müssen. Das Facelift fällt äußerlich vergleichsweise behutsam aus. Dafür steckt der eigentliche Modellwechsel im Detail – und vor allem in der Elektronik.
Limousine und T-Modell erhalten eine überarbeitete Front mit neuem Kühlergrill, neuen Scheinwerfern und modifizierten Stoßfängern. Der Kühlergrill fällt künftig stärker vertikal aus und kann erstmals beleuchtet werden. Dazu kommen neue Leuchtgrafiken im Doppelstern-Design. Am Heck setzt Mercedes ebenfalls auf den Stern als Gestaltungselement.

Die Limousine bekommt LED-Sterne, der Kombi nicht
Besonders interessant ist der Blick auf die Rückleuchten. Bei der C-Klasse Limousine tragen sie künftig eine neue Lichtsignatur mit integrierten LED-Sternen. Damit übernimmt Mercedes ein Gestaltungselement, das bei den größeren Baureihen bereits für einen hohen Wiedererkennungswert sorgt.
Beim C-Klasse T-Modell bleibt dieses Detail allerdings außen vor. Der Kombi bekommt zwar ebenfalls überarbeitete Heckleuchten, die auffällige Stern-Grafik gibt es dort jedoch nicht. Ein kleiner Unterschied – aber einer, der im Dunkeln durchaus ins Auge fallen dürfte.

Ansonsten bleibt die Grundform der C-Klasse unangetastet. Neue Räder, zwei zusätzliche Lackierungen und auf Wunsch die erstmals verfügbare AMG Line Plus sorgen für etwas mehr Individualisierung.
Bekannter Innenraum, doch darunter ist vieles neu
Noch interessanter wird es im Innenraum. Optisch ändert sich erstaunlich wenig. Das bekannte 12,3-Zoll-Kombiinstrument und der hochkant angeordnete 11,9-Zoll-Zentralbildschirm bleiben an ihrem Platz. Auch die grundsätzliche Gestaltung des Cockpits wird nicht neu erfunden. Mercedes spendiert neue Zierteile, Polsterfarben und ein überarbeitetes Multifunktionslenkrad.

Der eigentliche Sprung findet deshalb auf der Softwareseite statt. Die neue C-Klasse läuft künftig mit Mercedes-Benz Operating System, kurz MB.OS. Das System ermöglicht Over-the-Air-Updates und soll das Fahrzeug auch nach dem Kauf mit neuen Funktionen versorgen können. Damit wird die C-Klasse stärker zu einem Auto, dessen Funktionsumfang sich im Laufe seines Lebens per Software erweitern lässt.
Dazu kommt die vierte Generation von MBUX. Der neue Virtual Assistant nutzt mehrere KI-Systeme, darunter ChatGPT, Microsoft Bing und Google Gemini. Er soll nicht nur einfache Sprachbefehle verstehen, sondern auch komplexere Gespräche führen und sich innerhalb einer Unterhaltung an Zusammenhänge erinnern.

Auch die Navigation wird aufgerüstet. Google Maps bildet künftig die Grundlage, während ein KI-Assistent beispielsweise bei der Suche nach Parkplätzen, Ladestationen oder Sehenswürdigkeiten helfen kann. Neu in der C-Klasse ist zudem eine Augmented-Reality-Navigation, die bislang größeren Mercedes-Modellen vorbehalten war.
Einstiegs-Diesel fällt offenbar weg
Auch bei den Motoren bleibt Mercedes der bisherigen Strategie treu. Die C-Klasse fährt weiterhin mit elektrifizierten Vierzylinder-Benzinern, Dieselmotoren und Plug-in-Hybriden vor. Neu ist unter anderem ein elektrischer Zusatzverdichter für den Zweiliter-Benziner M 254 EVO, der das Ansprechverhalten bei niedrigen Drehzahlen verbessern soll.

Der C 200 kommt auf 177 PS, der C 250 auf 218 PS und der C 300 auf 258 PS. Bei den Plug-in-Hybriden sind bis zu 395 PS Systemleistung möglich. Die elektrische Reichweite steigt dabei auf bis zu 100 Kilometer nach WLTP.
Beim Diesel wird das Angebot ebenfalls gestrafft. Mercedes nennt für die neue C-Klasse zwei Leistungsstufen des 2,0-Liter-Diesels: 163 PS im C 200 d und 200 PS im C 220 d. Einen C 180 d führt Mercedes in der aktuellen Motorenübersicht nicht mehr auf. Ob die bisherige Einstiegsversion damit endgültig aus dem Programm fliegt, lässt sich anhand der Pressemitteilung allerdings noch nicht mit letzter Sicherheit sagen.

Beide Diesel nutzen den weiterentwickelten OM 654 EVO. Der Vierzylinder arbeitet mit Common-Rail-Direkteinspritzung und einem Turbolader mit variabler Turbinengeometrie. Außerdem ist er für HVO100 sowie die Kraftstoffsorten B10 und B20 ausgelegt.
Mehr Agilität für die C-Klasse
Auch beim Fahrwerk hat Mercedes nachgeschärft. Eine straffere Anbindung und eine neu abgestimmte Verstelldämpfung sollen die C-Klasse direkter machen, ohne den Langstreckenkomfort zu opfern. Die optionale Hinterachslenkung bleibt ebenfalls an Bord und reduziert den Wendekreis um 43 Zentimeter auf 10,64 Meter.

Bei den Assistenzsystemen zieht die C-Klasse ebenfalls nach. Je nach Ausstattung kann sie unter anderem auf der Autobahn automatisch die Spur wechseln, vor roten Ampeln und Stoppschildern abbremsen und beim Ein- und Ausparken unterstützen. Neu hinzu kommt außerdem eine Rückfahrfunktion, mit der das Fahrzeug unter bestimmten Bedingungen einen Teil der zuletzt gefahrenen Strecke selbstständig rückwärts zurücklegen kann.
Facelift mit ungewöhnlicher Priorität
Damit verfolgt Mercedes bei der C-Klasse einen durchaus interessanten Ansatz: Wer von außen ein komplett neues Auto erwartet, wird enttäuscht. Das Facelift verändert vor allem Details und lässt sogar das grundsätzlich bekannte Cockpit nahezu unangetastet. Das ist umso auffälliger, weil Mercedes mit dem jüngeren CLA bereits gezeigt hat, wie radikal die Innenraumgestaltung bei neuen Modellen ausfallen kann.

Bestellbar ist die überarbeitete C-Klasse seit dem 18. August 2026. Die Preise starten in Deutschland bei 48.844 Euro für die C 200 Limousine.

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