Nach dem EQS, EQE und dem elektrischen GLC elektrifiziert Mercedes nun eines seiner wichtigsten Volumenmodelle. Mit der neuen C-Klasse bringt der Hersteller erstmals eine rein elektrische Limousine in sein Kernsegment und zielt damit direkt auf Rivalen wie das Tesla Model 3 und gegen neue Elektro-Limousinen wie den BMW i3 der Neue Klasse.

Anders als bei den frühen EQ-Modellen setzt Mercedes diesmal auf ein vertrauteres Erscheinungsbild. Die neue elektrische C-Klasse soll nicht wie ein futuristisches Experiment wirken, sondern bewusst an klassische Limousinen anknüpfen. Technisch geht sie dennoch einen großen Schritt nach vorn.

Mercedes, C-Klasse, elektrisch
Foto: Mercedes-Benz

Bis zu 762 Kilometer Reichweite und später sogar noch mehr

Zum Marktstart schickt Mercedes zunächst den C 400 4MATIC elektrisch ins Rennen. Das Topmodell leistet 360 kW (490 PS) und sprintet in 4,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Wichtiger im Alltag dürfte jedoch die Reichweite sein: Laut WLTP sind bis zu 762 Kilometer möglich. Verantwortlich dafür sind eine 94-kWh-Batterie, eine neue 800-Volt-Architektur und ein Luftwiderstandsbeiwert von 0,22.

Mercedes, C-Klasse, elektrisch
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An Schnellladesäulen lädt die Limousine mit bis zu 330 kW. Unter optimalen Bedingungen sollen in zehn Minuten bis zu 325 Kilometer Reichweite nachgeladen werden können.

Für das kommende Jahr kündigt Mercedes weitere Varianten mit Heckantrieb sowie unterschiedliche Batteriegrößen an. Eine Version mit bis zu 800 Kilometern Reichweite soll bereits in Planung sein.

Zweigang-Getriebe als technische Besonderheit

Ungewöhnlich für ein Elektroauto ist das neue Zweigang-Getriebe an der Hinterachse. Der erste Gang sorgt für kräftige Beschleunigung im Stadtverkehr, während der zweite Gang bei höheren Geschwindigkeiten die Effizienz auf Langstrecken verbessern soll. Bei den Allradversionen ergänzt ein zweiter Elektromotor an der Vorderachse den Antrieb. Dieser wird nur bei Bedarf zugeschaltet, um Energie zu sparen.

Mercedes, C-Klasse, elektrisch
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Design: Weg vom EQ-Look

Optisch verabschiedet sich Mercedes ein Stück weit von der stark polarisierenden Designsprache früherer EQ-Modelle. Stattdessen setzt die elektrische C-Klasse auf eine flachere Front, eine coupéhafte Dachlinie und ein klassischeres Heck. Neu sind ein beleuchteter Kühlergrill und Rückleuchten mit Sternsignatur. Gleichzeitig verbessert die aerodynamische Form die Effizienz.

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Hyperscreen zieht ein, klassische Tasten bleiben

Im Innenraum hält der bis zu 39,1 Zoll große MBUX Hyperscreen Einzug. Er zieht sich optional über nahezu die gesamte Breite des Cockpits. Positiv ist anzumerken, dass Mercedes nicht vollständig auf klassische Bedienelemente verzichtet. Eine Lautstärkewalze und physische Tasten bleiben erhalten. Hinzu kommen neue Sitze mit Massagefunktion, Belüftung sowie ein zusätzlicher Frunk mit 101 Litern Stauraum.

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Neue Software-Plattform übernimmt das Kommando

Mit dem neuen Betriebssystem MB.OS vernetzt Mercedes erstmals nahezu alle Fahrzeugfunktionen zentral. Dazu gehören Navigation, Ladeplanung, Assistenzsysteme und Over-the-Air-Updates. Auch beim Sprachassistenten setzt Mercedes stärker auf künstliche Intelligenz und integriert Technologien verschiedener Partner, um natürlichere Sprachbefehle zu ermöglichen.

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Marktstart zuerst in den USA

Zunächst startet die neue elektrische C-Klasse in den USA. Weitere Märkte sollen später folgen. Der Marktstart für Deutschland ist für den Sommer 2026 angesetzt. Preise sind noch nicht bekannt.