Es gibt wieder etwas Neue von Zeekr und da lohnt sich tatsächlich ein zweiter Blick. Der Zeekr 7GT wirkt auf den ersten Metern wie ein klassischer europäischer Gran Turismo – lang, flach, elegant. Doch hinter der Fassade steckt ein globales Konstrukt: entwickelt in Schweden, finanziert und gebaut in China.
Kein SUV, kein Kompromiss
Während sich viele Hersteller im Elektrozeitalter auf SUVs konzentrieren, geht Zeekr bewusst einen anderen Weg. Der 4,81 Meter lange 7GT setzt auf die klassische Gran-Turismo-Form mit coupéhaften Linien und gestreckter Silhouette. Das Ziel ist klar: mehr Dynamik, mehr Eleganz – und vor allem eine klare Abgrenzung vom Einheitslook der Branche.

Verantwortlich für das Design ist kein Unbekannter. Unter der Leitung von Stefan Sielaff, der bereits bei Audi und Bentley prägende Spuren hinterlassen hat, entstand ein Fahrzeug, das bewusst europäische Designcodes interpretiert. Entsprechend nüchtern und aufgeräumt präsentiert sich auch der Innenraum.
Innenraum: Weniger Touch, mehr Kontrolle
Während viele neue Elektroautos konsequent auf Touch-Bedienung setzen, geht Zeekr einen differenzierteren Weg. Der 7GT kombiniert einen zentralen Bildschirm mit physischen Bedienelementen. Die Bedienung bleibt dadurch intuitiv und lenkt weniger vom Fahren ab.

Mit 456 Litern Kofferraumvolumen zeigt sich der Gran Turismo zudem auch hier alltagstauglich.

Technik: 800 Volt und viel Leistung
Die technische Basis liefert die konzernweite SEA-Plattform, die speziell für Elektrofahrzeuge entwickelt wurde. Herzstück ist ein 800-Volt-System, das nicht nur hohe Ladeleistungen ermöglicht, sondern auch die Effizienz des gesamten Antriebs steigern soll.

Besonders spannend ist die sogenannte „Golden Battery“. Zeekr entwickelt diese inklusive Zellchemie selbst und verspricht dadurch eine höhere Energiedichte sowie deutlich kürzere Ladezeiten. Unter optimalen Bedingungen soll der Akku in weniger als 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden – an leistungsstarken Schnellladern sogar in rund elf Minuten.
Je nach Variante stehen Batterien mit 75 oder 100 kWh zur Verfügung. Die maximale Reichweite gibt der Hersteller mit bis zu 655 Kilometern an.
Performance: Der GT nimmt seinen Namen ernst
Bis zu 646 PS und ein Sprint auf 100 km/h in 3,3 Sekunden – der 7GT liefert Zahlen, die eher an Sportwagen als an Reiselimousinen erinnern. Möglich macht das ein intelligentes Allradsystem, das innerhalb von Millisekunden zwischen den Antriebsarten wechselt.

Auch fahrwerksseitig setzt Zeekr auf europäische Tugenden: Doppelquerlenker vorne, Fünflenkerachse hinten und mehrere Fahrmodi sollen eine ausgewogene Mischung aus Komfort und Dynamik bieten.
Sicherheit und Software: Voll vernetzt
Sieben Airbags und ein umfassendes Assistenzpaket gehören zur Serienausstattung. Dazu zählen unter anderem ein Notbremssystem und ein adaptiver Tempomat. Ergänzt wird das Ganze durch Over-the-Air-Updates, die das Fahrzeug auch nach dem Kauf technisch aktuell halten sollen.

Marktstart: Premium zum Kampfpreis?
Preislich positioniert sich der Zeekr 7GT überraschend offensiv. Bereits ab 47.990 Euro geht es los, während das Topmodell mit Allradantrieb knapp unter 60.000 Euro bleibt. Für ein Fahrzeug mit dieser Leistung und Ausstattung ist das eine klare Kampfansage an die etablierte Konkurrenz aus Deutschland.

Ungewöhnlich ist auch der Vertriebsansatz: Statt klassischem Händlernetz setzt Zeekr zunächst auf Direktvertrieb. Erst mittelfristig soll ein traditionelles Netz aufgebaut werden. Der europaweite Marktstart ist für Sommer 2026 angesetzt.

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