Der neue Renault wird global gedacht und lokal gebaut. Premiere feierte das XXL-SUV in Südkorea, wo das Modell auch produziert wird und zunächst auf den Markt kommt. Er ist das fünfte Fahrzeug im Rahmen von Renaults sogenanntem „International Game Plan 2027“, mit dem die Marke ihre Position in Regionen wie Lateinamerika, Indien, der Türkei, Südkorea und Nordafrika ausbauen will. Europa spielt bei diesem Modell bewusst keine Rolle – hier verfolgt Renault bekanntlich eine klar elektrische Strategie.

SUV-Dominanz mit Premium-Ambitionen
Positioniert ist der Filante im gehobenen Segment. Mit einer Länge von rund fünf Metern, 1,90 Meter Breite und 1,64 Meter Höhe ist er das größte Serienfahrzeug, das Renault aktuell anbietet. Optisch erinnert der Filante an eine stark gestreckte, massivere Interpretation des Renault Rafale, mit einer deutlich SUV-lastigen Silhouette und ausgeprägter Schulterlinie.
Renault selbst spricht von einem Crossover zwischen Limousine und SUV, faktisch überwiegt jedoch klar die SUV-DNA. Auffällig ist die eigenständige Frontgestaltung mit einem neu interpretierten Kühlergrill, dessen beleuchtete 3D-Struktur den Renault-Rhombus zitiert. Ein Farbverlauf von Wagenfarbe zu Hochglanzschwarz soll dem Auftritt zusätzliche Tiefe verleihen.
Innenraum: Digitale Überlegenheit als Statement
Im Innenraum fährt Renault technologisch groß auf. Das Cockpit wird von drei 12,3-Zoll-Displays dominiert: eines für den Fahrer, eines zentral und ein separates Display für den Beifahrer. Ergänzt wird das Setup durch ein 25,6 Zoll großes Augmented-Reality-Head-up-Display, das Informationen direkt ins Sichtfeld projiziert.

Die sogenannten „Lounge“-Sitze mit integrierten Kopfstützen, lederähnlichen Materialien und metallischen Akzenten unterstreichen den Premiumanspruch. Die Gestaltung erinnert dabei nicht zufällig an etablierte Luxus-SUVs aus München – ein Vergleich, den Renault offenbar bewusst in Kauf nimmt.
Neue Assistenzsysteme und Komfortdetails
Technologisch bringt der Filante mehrere Systeme erstmals in ein Renault-Serienmodell. Dazu zählen ein digitaler Rückspiegel, der den klassischen Innenspiegel ersetzt und den Verzicht auf einen Heckscheibenwischer ermöglicht, eine aktive Ausweich-Lenkunterstützung sowie eine Insassenerkennung für Kinder, die insbesondere in heißen Regionen relevant ist.

Geely-Technik unter dem Blech
Technisch basiert der Filante auf einer angepassten Version der CMA-Plattform von Geely, die in Europa unter anderem aus Volvo XC40 und Polestar 2 bekannt ist. Diese Kooperation ermöglicht Renault den Zugang zu skalierbarer Großserientechnik, ohne eine eigene Plattform für diese Fahrzeugklasse entwickeln zu müssen.

Angetrieben wird das SUV von einem 1,5-Liter-Turbobenziner, der von zwei Elektromotoren unterstützt wird. Die Systemleistung beträgt 250 PS. Aufgrund der in vielen Zielmärkten noch unzureichenden Ladeinfrastruktur setzt Renault bewusst auf einen klassischen Vollhybrid und verzichtet auf eine Plug-in-Variante. Laut Hersteller soll der Filante im Realbetrieb rund 50 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen als ein vergleichbarer reiner Verbrenner.
Keine Europa-Zukunft – und das ganz bewusst
Die Antwort auf die Frage nach einer Europa-Einführung fällt eindeutig aus: Der Renault Filante kommt nicht nach Deutschland. Während Renault hierzulande mit Modellen wie R5, R4 und Scenic konsequent auf Elektromobilität setzt, bleibt der Filante ein Produkt für Märkte, in denen Hybrid- und Verbrennungstechnik noch langfristig gefragt sind – schade!

Für Europa bleibt der Rafale damit das größte SUV der Marke. Der Filante hingegen zeigt, wie Renault außerhalb des Kontinents wachsen will: größer, selbstbewusster und klar auf die Bedürfnisse globaler Märkte zugeschnitten.

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