Wenige Tage nachdem die Formel 1 ihren Rennkalender für die Saison 2026 bekanntgegeben hat, schafft auch die Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC Fakten. Wie üblich am Freitag vor den 24h Le Mans verkündete der ACO (Automobile Club de l'Ouest) in einer Pressekonferenz die Termine für das kommende Jahr.

Die wohl größte Ernüchterung für Motorsport-Fans dabei: Das 24-Stunden-Rennen in Le Mans kollidiert erneut mit der Formel 1. Gleichzeitig mit dem Wochenende des Spanien-GPs in Barcelona steigt auch das Saisonhighlight der Sportwagen-Welt vom 13. bis zum 14. Juni.

24h Le Mans: Cadillac-Wahnsinn! Mick Schumacher vorne dabei (11:20 Min.)

Le Mans 24h gleichzeitig mit Formel 1: Rennen überschneiden sich

Le Mans hält damit an seinem üblichen Austragungszeitpunkt fest. Schon in diesem Jahr überschneidet sich das 24h-Rennen mit dem GP-Wochenende in Kanada. Das Langstrecken-Event konkurriert 2025 mit dem F1-Qualifying, allerdings gehen sich die beiden Rennen aufgrund der Zeitverschiebung aus dem Weg. Das wird 2026 nicht passieren. Man kann davon ausgehen, dass das Finale des WEC-Rennens am Sonntag gleichzeitig mit der Formel 1 vonstattengehen wird.

Allgemein ist der Kalender von Konstanz geprägt. Die Austragungsorte der acht Runden umfassenden Saison bleiben identisch, allerdings rückt der Saisonauftakt in Katar nach hinten. Anstatt Ende Februar geht er in diesem Jahr erst Ende März über die Bühne. Grund dafür ist wohl der islamische Fastenmonat Ramadan.

2025 gingen die Testfahrten und der Auftakt noch direkt vor dessen Beginn über die Bühne, 2026 dauert dieser vom 17. Februar bis zum 18. März. Dementsprechend wird der Prolog erst am 22. und 23. März ausgetragen. Am 28. März steht dann das erste Saisonrennen auf dem Losail International Circuit an.

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Die WEC-Saison beginnt auch 2026 wieder in Katar, Foto: Ferrari

Anschließend werden wie gewohnt zwei 6-Stunden-Rennen in Imola und Spa ausgefahren. Das Rennen in Italien steigt am 19. April. Auf dem legendären Circuit de Spa-Francorchamps geht die inoffizielle Generalprobe für die 24 Stunden von Le Mans am 9. Mai über die Bühne, ehe es im Juni an die Sarthe geht.

Nach Le Mans verlässt die WEC Europa und setzt ihre Saison zunächst in Übersee fort. Am 12. Juli fährt die Serie, die in der nächstes Jahr zu den bestehenden Herstellern in der Hypercar-Kategorie auch noch Hyundai-Genesis dazubekommt, in Sao Paulo. Am 6. September geht mit dem Lone Star Le Mans das 6-Stunden-Rennen in Austin über die Bühne. Die beiden letzten Saisonläufe gibt es wieder in Asien. Am 27. September stehen die 6 Stunden von Fuji auf dem Programm, am 7. November die 8 Stunden von Bahrain.

WEC 2025: Der Rennkalender – Alle Strecken und Rennen

Datum Land Strecke Rennen
22.–23. März Katar Losail International Circuit Prolog
28. März Katar Losail International Circuit Qatar 1812 km
19. April Italien Imola 6 Stunden von Imola
9. Mai Belgien Spa-Francorchamps 6 Stunden von Spa
13.–14. Juni Frankreich Le Mans 24 Stunden von Le Mans
12. Juli Brasilien São Paulo 6 Stunden von São Paulo
6. September USA Circuit of the Americas Lone Star Le Mans
27. September Japan Fuji Speedway 6 Stunden von Fuji
7. November Bahrain Bahrain International Circuit 8 Stunden von Bahrain

Hypercar-Homologation bis 2032 verlängert

Gleichzeitig mit dem neuen Rennkalender verkündete der ACO auf dieser Pressekonferenz auch offiziell, dass die Homologation der Hypercars bis 2032 verlängert wird. Damit wird die derzeitige Topklasse auch bis dahin der WEC erhalten bleiben. ACO-Präsident Pierre Fillon erklärte das mit dem anhaltenden Erfolg der Klasse und mit Kostengründen.

"[Wir haben] ein tolles Grid, von dem jeder träumt. Die Hypercars sind ein großer Erfolg, wie wir mit den vielen Herstellern sehen können und weitere geben ab 2026 ihren Einstieg bekannt", sagte Fillon. Im Moment gehen acht verschiedene Marken in der Hypercar-Klasse der WEC an den Start. 2026 kommt mit Hyundai-Genesis ein Neuzugang fix dazu, 2027 steigen auch Ford und McLaren ein.

"Wir haben zwei Prioritäten: Stabilität und Kostenkontrolle", sagte Fillon weiter. Der ACO und die WEC haben zudem ihre strategische Partnerschaft mit der US-Sportwagenmeisterschaft IMSA verlängert. "Wir erleben derzeit die beste Form des Langstreckensports", sagte IMSA-Präsident John Doonan. "Ohne dieses strategische Allianz wäre das nicht möglich. Auch wir haben vor, das Reglement bis 2032 zu verlängern und arbeiten daran." Seit 2023 gehen die beiden Sportwagen-Meisterschaften mit derselben Fahrzeug-Kategorie in der Topklasse an den Start. Der einzige Unterschied: In der IMSA nennt sich die Hypercar-Klasse GTP (Grand Touring Prototype).

In der LMP2-Klasse, die im Rahmen der WEC nur im Le Mans am Start steht, gibt es ab 2028 eine Änderung. Die Kategorie ändert 2028 ihr Motorenkonzept und damit auch ihre Chassis. Den Zuschlag dafür erhielten mit Oreca und Ligier zwei Hersteller. Die Motoren kommen weiterhin von Gibson. Oreca stattet mit dem 07 derzeit das komplette LMP2-Feld mit Fahrzeugen aus.

Hypercar-Rennen bald auch im Winter

News wurden auch zur asiatischen Le Mans Serie verkündet, die ihre Rennen vorwiegend im Winter im arabischen Raum austrägt. Dort bleibt der Kalender praktisch unverändert mit dem Auftakt auf dem Sepang International Circuit in Malaysia in Form eines Doubleheaders. Ebenfalls je zwei Rennen gibt es in Dubai und in Abu Dhabi.

Die größte Neuerung könnte aber die Wagenbesetzung ab 2026/27 sein. Denn wie Fillon in der Pressekonferenz mitteilte, werden ab dann privat eingesetzt Hypercars in der Klasse an den Start gehen. Bislang bildet die LMP2-Klasse die Topkategorie der Serie, an der auch eine GT3-Klasse teilnimmt.