Mick Schumacher hat im #36 Alpine A424 den Grundstein für eine hoffnungsvolle Ausgangslage bei den 24 Stunden von Le Mans (14.-15. Juni 2025) bereitet. Der 26-Jährige führte den LMDh-Prototypen im dreigeteilten Qualifying auf Platz fünf in die Top-10, namentlich die finale H2-Session. Für die finale Zeitenjagd am Donnerstagabend übergab Schumacher den Alpine an Teamkollege Fred Makowiecki, der schlussendlich auf dem neunten Startplatz landete.
Per Reglement durften die Hypercar-Piloten nur eine der beiden Sessions im Hyperpole-Qualifying bestreiten. Dass Schumacher bereits im H1 fuhr, überraschte viele Beobachter. Schließlich ist der frühere Formel-1-Fahrer der designierte Qualifying-Pilot auf dem #36 Alpine und hat alle bisherigen WEC-Qualis in Katar, Imola und Spa bestritten.
Mick Schumacher sollte Top-10 in Le Mans sichern
Die Strategie dahinter ist klar: Das Alpine-Team hatte sich einen Platz in den Top-10 des Grid - also den Einzug ins H2 - zum Ziel gesteckt, war aber nicht sicher, ob es gegen die starke Konkurrenz reichen würde. Nur 10 der verbliebenen 15 Hypercars zogen ins H2-Segment ein. Mit Schumacher sah das Team offensichtlich die besten Chancen, dieses Etappenziel zu erreichen.
"Als wir im H1 standen, waren wir nicht sicher, ob wir es weiter schaffen", sagte Schumacher während einer kleinen Medienrunde auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com . "Auf einmal war die Pace da. Die kühleren Temperaturen haben das Paket einen großen Schritt schneller gemacht, sodass wir am Ende relativ sicher ins H2 eingezogen sind."
Hätte Alpine vorher um die Stärke des A424 bei diesen Bedingungen gewusst, hätte möglicherweise Schumacher zur finalen Zeitenjagd im H2 angesetzt - wobei die Cadillacs, die die Doppel-Pole für die 93. Auflage der 24h Le Mans eroberten - unerreichbar waren. "Wenn wir uns sicher gewesen wären [über den H2-Einzug; Anm. der Red.], wäre es vielleicht anders gewesen. Aber es ist alles gut so wie es ist. Wir starten aus den Top-10, damit können wir zufrieden sein", sagte Schumacher.
Der Deutsche fuhr im knackigen H1-Segment eine 3:23.465 auf dem über 13 Kilometer langen Kurs und hatte rund sieben Zehntelsekunden Vorsprung auf den #311 Cadillac (3:22.742). Als Teamkollege Makowiecki für das H2 übernahm, benötigte der Franzose 3:24.398 Minuten für seinen besten Umlauf, wobei die Zeiten im gesamten Feld am Ende langsamer waren. Makowiecki fehlten 1,2 Sekunden zu Pole-Setter Alex Lynn im #12 Cadillac.
Schumacher: "Qualifying hat mich ein bisschen an die Formel 1 erinnert"
Bei seiner schnellen H1-Runde hatte Schumacher sichtlich Spaß. "Das hat mich ein bisschen an die Formel-1-Zeit erinnert. In der WEC fahren wir normalerweise eine Outlap, eine Warmup-Runde und dann die ganzen Prep-Laps (Vorbereitungsrunden). Angesichts der Länge der Strecke hatten wir diesmal eine Outlap und dann direkt die schnelle Runde. Danach hatten wir schon in Kurve 4 nichts mehr auf den Reifen. Das zeigt, dass wir alles benutzt haben, was wir hatten. Das hat einen guten Push gegeben fürs 24-Stunden-Rennen."
Zumindest im Qualifying war die LMDh-Armada den 'echten' Hypercars von Ferrari und Toyota überlegen. Ob es diesmal für den ersten Le Mans-Sieg eines nach dem IMSA-Reglement gebauten Autos (Le Mans Daytona hybrid) reicht? "Wir sind demütig, die Konkurrenz ist sehr stark", dämpfte Alpine-Sportchef Bruno Famin die Erwartungshaltung.
Schumacher auf unsere Frage hin, was ihm ein möglicher Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans bedeuten würde: "Wir müssen erst mal die 24 Stunden schaffen. Die Resultate sind im Moment zweitrangig. Das Ziel lautet, anzukommen und unser Bestes zu geben. Falls wir gewinnen, melde ich mich noch mal bei euch..."



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