24 h von Le Mans

24h Le Mans: Porsche-Unfall reißt Corvette aus dem Rennen

Die 24 Stunden von Le Mans haben ihr erstes Opfer gefordert. Für eine der Corvettes in der GTE-Pro-Kategorie war nach hartem Crash Feierabend.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die ersten sechs Stunden verlief das 87. 24-Stunden-Rennen in Le Mans ohne größere Dramen - dann krachte es gleich doppelt. Innerhalb einer halben Stunde kam es zu zwei heftigen Unfällen, in die Rennwagen aus der LMP1- sowie GTE-Pro-Kategorie involviert waren. Für die GT-Corvette mit der Startnummer #64 war das Rennen sogar vorzeitig beendet.

Gegen 20:15 Uhr Ortszeit kollidierten die Corvette Racing C7 mit dem Schweizer Marcel Fässler am Steuer und der #88 Dempsey-Proton Porsche, pilotiert vom Japaner Satoshi Hoshino. Beim Überholversuch der Corvette in den Porsche-Kurven scherte der Fahrer des GTE-AM-Rennwagens nach links aus und traf den US-Sportler an der Seite.

Beide Fahrzeuge verloren die Kontrolle und rasselten ins Kiesbett. Den größeren Schaden trug die Corvette des Trios Fässler/Oliver Gavin/Tommy Milner davon - so schwer, dass das Rennen für die #64 vorzeitig beendet war. "Das war hart, Fuck!", fluchte der frühere Le-Mans-Sieger Fässler noch am Teamfunk.

"Wir sind dankbar, dass Marcel okay ist", teilte Corvette mit. "Er ist eigenständig ins Medical Center an der Strecke gegangen. Er wurde vom medizinischen Personal der FIA überprüft und hat sich einem Vorsichts-Scan, wie im Protokoll vorgesehen, unterzogen. Es war ein unglücklicher Unfall."

Die Rennleitung machte einige Zeit nach dem Unfall Fässler als Schuldigen aus und brummte ihm eine Geldstrafe in Höhe von 7.000 Euro auf. Zudem kassierte der 43-Jährige sechs Strafpunkte.

Unfallgegner Hoshino hatte schon vor dem Crash kein einfaches Rennen erlebt. Der 58-Jährige mit vergleichsweise wenig Rennerfahrung drehte sich bereits in den Auftaktstunden des Rennens mehrfach. Hoshino teilt sich den #88 Porsche mit Matteo Cairoli und Giorgio Roda. Porsche-Nachwuchsfahrer Cairoli hatte zuvor die Pole Position in der GTE-Am Klasse erzielt.

Der Unfall löste eine Safety-Car-Phase aus. Wenige Minuten nach dem Re-Start knallte es erneut auf der Strecke. Thomas Laurent im #3 Rebellion verlor in der zweiten Schikane auf der Mulsanne-Geraden plötzlich die Kontrolle über den LMP1-Wagen und schlug rechts in die Streckenbegrenzung ein.

Der Franzose beschädigte einige Teile der Front des Rebellion, schaffte es aber zurück an die Box. Glück im Unglück: Das Auto verbrachte nur wenige Minuten in der Box des Schweizer Rennstalls, bevor es das Rennen wieder aufnehmen konnte. Offenbar hatte beim Einschlag nur das Bodywork einen Schaden davongetragen, während die Aufhängung heil blieb. Der Crash löste eine weitere Full-Course-Yellow-Phase aus.

Rund sechseinhalb Stunden nach dem Start führte der #8 Toyota mit Fernando Alonso/Sebastien Buemi/Kazuki Nakajima das Rennen vor dem Schwesterauto #7 des Trios Mike Conway/Kamui Kobayashi/Jose Maria Lopez an. In den ersten Stunden lag zuvor die #7, die die Pole Position durch Conway erzielt hatte, in Front. In der hart umkämpften GTE-Pro-Kategorie führte der #92Porsche 911 RSR von Michael Christensen/Kevin Estre/Laurens Vanthoor.


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