24 h von Le Mans

Neue Boxen, neue Barrieren und mehr Streckenzeit - Le Mans: Das ändert sich für 2016 an der Strecke

Vor der 2016er-Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans gibt es am Circuit de la Sarthe einige kleinere Modifikationen. Motorsport-Magazin.com weiß, welche.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Der Circuit de la Sarthe in Le Mans gilt auch heutzutage noch als große Herausforderung. Tertre Rouge, die Hunaudières-Geraden oder auch die Porsche-Kurven gelten noch immer als gefürchtete Passagen, trotz aller Bemühen um erhöhte Sicherheit. Daher wird auch in diesem Jahr weiter am Kurs und an den Rahmenbedingungen gefeilt. Motorsport-Magazin.com liefert euch einen Überblick über die Änderungen in Le Mans für das 24-Stunden-Rennen 2016:

Ein Runde Le Mans mit Sebastien Buemi: (03:35 Min.)

Neue Le-Mans-Boxen im Eiltempo

Die wichtigste Änderung in Le Mans betrifft die Boxengasse. Dort wurde von vornherein schon eine Aufstockung von 56 auf insgesamt 60 Garagen geplant. Die neu geschaffenen Kapazitäten sind bei den 24 Stunden von Le Mans 2016 bereits vollständig ausgelastet. Doch dafür musste man schneller ans Werk gehen als ursprünglich eingeplant. Denn die vier neuen Garagen wollte man eigentlich im Zwei-Jahres-Schritt bauen. So sollten 2016 erst 58 Boxen stehen, um 2017 den Schritt zu 60 Boxen zu vollziehen.

Doch durch die überwältigende Anzahl an Bewerbungen für den Klassiker in Le Mans (73 an der Zahl), sahen sich die Organisatoren zum Handeln gezwungen. "Als wir die Größe und die Qualität der Einschreibungen gesehen haben, mussten wir eine Lösung finden", offenbarte ACO-Präsident Pierre Fillon im Gespräch mit Autosport.com. Und so wurde die geplante Aufstockung vorgezogen, um 60 der 73 Bewerbungen schon für 2016 bestätigen zu können. Weitere zehn Autos wurden auf einer Reserve-Liste geführt, sollte einer der 60 Wagen kurzfristig zurückgezogen werden.

Mehr Sicherheit in den Porsche-Kurven und in Arnage

Nicht nur an den Boxengebäuden wird gearbeitet, einmal mehr rücken auch die schnellen Porsche-Kurven in den Fokus. Die Sicherheit der Mut-Passage in Le Mans wird durch die Einführung von SAFER-Barriers weiter erhöht, ohne den Charakter der Passage zu zerstören, was den Organisatoren vom ACO besonders am Herzen lag. SAFER-Barriers haben sich schon in den USA auf den Ovalkursen der NASCAR- und IndyCar-Serie etabliert.

Dabei handelt es sich um eine der eigentlichen Betonmauer vorgelagerte Begrenzungsmauer, die aus zusammengeschweißten Stahlrohren besteht. Dadurch soll ein Großteil der Energie bei einem Unfall absorbiert werden. SAFER-Barriers gab es bisher nur in der ersten schnellen Rechts der Porsche-Kurven, ab diesem Jahr zieht sich diese Art der Streckenbegrenzung durch die gesamte Passage.

Das Konzept einer SAFER-Barrier - Foto: Nascar.com

"Das ist gut, denn das ist einer der gefährlichsten Teile der gesamten Strecke", gibt Toyota-Pilot Anthony Davidson gegenüber Autosport.com zu Bedenken und fügt hinzu: "Wenn du diese Stelle falsch erwischst, landest du unweigerlich in den Leitplanken!" Durch die vorgelagerten Barrieren wird die Auslaufzone der ersten Porsche-Links im Übrigen kleiner. Für Davidson kein Nachteil: "Manchmal ist es sogar gut, wenn die Leitplanken näher an der Strecke sind. Die Wahrscheinlichkeit ist dann größer, in einem günstigen Winkel einzuschlagen", meint der Brite. In der letzten Rechtsbiegung der Porsche-Kurven wurden zudem die Auslaufzone und das Kiesbett vergrößert.

Auch an den Abschnitten Indianapolis und Arnage wurde gefeilt. Die 90-Grad-Ecke ist ein gern gesehener Unfallpunkt im öffentlichen Straßenverkehr, was durch einen neuen Kreisverkehr geändert werden soll. Indianapolis und Arnage werden dadurch auch zu einem permanenten Abschnitt der Rennstrecke von Le Mans. Gleichzeitig wird durch diese Maßnahme eine neue Zuschauerzone zwischen Indianapolis und Arnage geschaffen. "Für mich der beste Ort, um die Autos auf der Strecke zu beobachten", macht ACO-Sportdirektor Vincent Beaumesnil bei Autosport.com den Fans einen Platz am ultraschnellen Rechtsknick Indianapolis schmackhaft.

Le-Mans-Kurs bleibt Mittwoch und Donnerstag geschlossen

Stichwort öffentlicher Straßenverkehr: Für diesen werden 2016 die nicht-permanenten Abschnitte des Circuit de la Sarthe erstmals auch in der Rennwoche am Mittwoch und am Donnerstag nicht mehr zugänglich sein. "Dadurch haben wir mehr freie Trainingszeit für den GT3 Le Mans Cup und auch etwas mehr Streckenzeit für die Ferrari-Challenge", verrät Beaumesnil. Am motorsport-freien Freitag hingegen wird die Strecke in Le Mans wieder für den öffentlichen Straßenverkehr geöffnet.

Der Zeitplan für die 24 Stunden von Le Mans 2016 sieht die ersten Trainingsaktivitäten am Mittwoch, dem 15. Juni vor. Dort finden das erste freie Training um 16 Uhr und die erste Qualifying-Session um 22 Uhr statt. Am Donnerstag folgen zwei weitere Qualifying-Sessions um 19 Uhr und 22 Uhr. Der Samstag wird mit einem 45-minütigen Warm Up um neun Uhr eröffnet, ehe der Rennstart um 15 Uhr erfolgen wird.


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