WEC

Bei Porsche brechen alle Dämme - Nürburgring: Die LMP1-Stimmen zum Rennen

Alle Fahrer bejubeln einen rundum gelungenen Weltmeisterschaftslauf in der Eifel. Alle Reaktionen der LMP1-Piloten von Porsche, Audi und Toyota.

Porsche Team #17, Platz 1

Timo Bernhard: "Wir waren schon oft dicht dran am Sieg, jetzt hat es geklappt! Der Start war okay, aber bei der ersten Gelbphase nach neun Runden habe ich viel Zeit verloren, weil zwischen mir und unserem Schwesterauto einige Überrundete sehr langsam fuhren. Dann war ein Aeroteil an der Front beschädigt, weshalb wir meinen ersten Stopp vorgezogen haben. Anschließend haben wir uns an die Spitze vorgekämpft. Dabei haben wir zwar vom Pech des Schwesterautos profitiert, aber wir waren auch richtig gut."

Brendon Hartley: "Ich freue mich unglaublich über unseren Premierensieg. Nachdem Timo im ersten Stint etwas Pech hatte, lief bei uns alles gut. Mit der neuen Haube funktionierte das Auto wieder einwandfrei und ich konnte die Führung übernehmen, als das Schwesterauto eine Stop-and-Go-Strafe absitzen musste. Danach war es das Wichtigste, ruhig und konzentriert zu bleiben."

Mark Webber: "Nach Le Mans der zweite Doppelsieg für unser Team ist einfach grandios. Es ist mein erster Porsche Triumph und für Brendon, Timo und mich natürlich ein ganz besonders großer Tag, aber es ist ein Teamerfolg. Die beiden fuhren überragend, wir hatten keine technischen Probleme und haben einen wichtigen Schritt für unsere Performance auf kürzeren Rennstrecken gemacht. Die Verkehrsdichte heute war teilweise wirklich brutal, aber wir haben es geschafft."

Es hätte auch der Sieg sein können: Trotz aller Strafen Platz zwei für die Nummer 18 - Foto: Simninja

Porsche Team #18, Platz 2

Romain Dumas: "Unser technisches Problem und die daraus resultierenden Strafen waren heute eine riesige Enttäuschung. Unter diesen Umständen ist Platz zwei ein tolles Ergebnis und natürlich auch klasse für die Marken-WM. Diese Aufholjagd gelang nur, weil wir insgesamt einfach stark waren an diesem Wochenende, und da möchte ich auch unbedingt die Boxenstopps erwähnen."

Neel Jani: "Mein erster Stint war ein Traum – im Gegensatz zu Le Mans hat die Startphase super funktioniert. Dann haben uns die Strafen den Sieg gekostet. Auch die Kämpfe mit den Audi waren wieder interessant. Ich war im ersten Teil der Strecke schneller, konnte auch vorbei, aber dann musste ich Benzin sparen, sodass sie mich im zweiten Teil der Runde wieder schnappen konnten. Am Ende haben wir es aber doch geschafft, vor ihnen ins Ziel zu kommen."

Marc Lieb: "Schade, dass wir das Rennen wegen der Strafen nicht gewinnen konnten. Nach der Poleposition gestern waren wir sehr glücklich, aber heute war nicht unser Tag. Es ist schon wirklich frustrierend, wenn man über Funk an die Box geholt wird und dann dort tatenlos Zeit absitzen muss. Unabhängig von unserem Rennen: Es war eine grandiose Kulisse hier am Nürburgring, und das macht mich sehr stolz."

Aller Einsatz half nichts: Porsche war eine Nummer zu groß - Foto: Simninja

Audi Sport Team Joest #7, Platz 3

Marcel Fässler: "Ich bin von dem Sportwagen-Publikum in Deutschland begeistert. Sportlich war es allerdings kein leichter Tag für uns. Wir haben alles versucht – renntaktisch ebenso wie im Cockpit. Aber es hat nicht gereicht, um mit Porsche wirklich um den Sieg zu kämpfen. Vor Austin haben wir zwar noch ein bisschen Arbeit, aber auf das Rennen in Texas freue ich mich schon."

André Lotterer: "Es hat sehr viel Spaß gemacht, auf dem Nürburgring zu fahren. Die Veranstaltung war wirklich toll. Es sind viele Zuschauer gekommen und ich hoffe, dass wir sie gut unterhalten haben. Auch das Wetter hat mitgespielt. Der Nürburgring gehört einfach in den WEC-Kalender. Im Rennen haben wir mit Platz drei das Maximale erreicht. Wir waren einfach nicht schnell genug."

Benoît Tréluyer: "Es war kein einfaches Rennen. Die Abstimmung unseres Autos war nicht optimal. André war zur Rennmitte sehr schnell, aber als ich übernahm, waren die Rundenzeiten nicht mehr so gut. Ich dachte anfangs, es liegt an mir, aber als André wieder übernahm, blieb dasselbe Problem bestehen. Wir müssen jetzt analysieren, woran es lag. Wir haben mit einem guten Teamgeist wichtige Punkte im Titelkampf gesammelt."

Der zweite Audi erlebte endlich einmal ein problemloses Rennen - Foto: Speedpictures

Audi Sport Team Joest #8, Platz 4

Lucas di Grassi: "Ich war mit der Balance unseres Autos relativ zufrieden. Uns ist in der Startnummer 8 endlich wieder ein rundes Rennen gelungen. Das Rennen am Nürburgring hat mir Spaß gemacht, denn es gab sehr schöne Zweikämpfe. Wir haben das Maximum aus unserem R18 e-tron quattro herausgeholt, aber Porsche war besser. Wir müssen uns also deutlich steigern."

Loïc Duval: "Wir hatten generell ein gutes Rennen. Wäre alles optimal gelaufen, hätten wir Platz zwei erreichen können. Leider haben wir etwas Zeit in den Gelbphasen verloren. Lucas fuhr stark und ihm gelangen gute Überholmanöver. Unsere Teamkollegen haben als Dritte wertvolle Punkte im Titelkampf gesammelt. Das Rennen war wie schon die ersten Läufe in Silverstone, Spa und Le Mans durchaus spannend. Die Unterhaltung für die Zuschauer war klasse. Die FIA WEC ist in diesem Jahr fantastisch. Es macht Spaß, dabei zu sein."

Oliver Jarvis: "Leider hat es heute für ein Podium nicht gereicht. Als positives Ergebnis nehmen wir mit, dass wir ein Rennen ohne große Rückschläge erlebt haben. Porsche ist offenbar ein größerer Schritt als uns gelungen – Glückwunsch zum Sieg. Wir wissen, dass wir bis zum Saisonende noch viel arbeiten müssen."

Perfekter Job, kein zählbares Resultat: Toyota ist ohne Chance - Foto: Speedpictures

Toyota Gazoo Racing #1, Platz 5

Anthony Davidson: "Von unserer Seite haben wir heute perfekte Arbeit geleistet, mehr hätten wir nicht tun können. Dank an die Ingenieure und Mechaniker für ihre tadellose Arbeit, frei von jeglichen Zwischenfällen. Wir alle sehen jetzt den nächsten Rennen entgegen und hoffen, dass wir dort bessere Chancen haben werden. Wir haben jedenfalls nicht vor aufzugeben. Wir haben heute alles gegeben und wenigstens hatten wir dabei etwas Freude."

Sébastien Buemi: "Die gesamte Mannschaft hat gute Arbeit geleistet. Wir haben unser Möglichstes getan und nie die Konzentration verloren, also bin ich soweit zufrieden. Wir haben alles gegeben und hatten keine technische Gebrechen. Ich bin mit unserer Arbeit zufrieden. Mit dem Ergebnis können wir allerdings nicht zufrieden sein. Jetzt geht es zu den nächsten Rennen, schauen wir mal, was sich dort so ergibt.."

Kazuki Nakajima: "Wir hatten heute ein recht einsames Rennen, genau genommen war es bestenfalls ein Positionskampf zwischen unseren beiden Autos. Wir gaben jedoch nie auf, denn man weiß ja nie, und ich denke wir haben aus unseren Möglichkeiten alles heraus geholt. Für mich lief es ganz OK. Ich bin recht zufrieden mit meinen Stints und den gefahrenen Rundenzeiten. Wir werden auch weiterhin kämpfen und alles versuchen."

Das wird eine bittere zweite Saisonhälfte, wissen alle Toyota-Fahrer - Foto: Speedpictures

Toyota Gazoo Racing #2, Platz 6

Alex Wurz: "Es war schön wieder mal in Deutschland ein Rennen zu bestreiten und es war beeindruckend so viele Zuschauer hier erleben zu können, das war richtig cool. Das Rennen verlief für uns alles andere als perfekt, wir müssen nun im Detail überprüfen, wo genau wir Zeit verlieren. Wir müssen dran bleiben und das uns zur Verfügung stehende Material weiter verbessern, das wird die Aufgabe für den Rest der Saison sein."

Stéphane Sarrazin: "Wir haben unser Rennen so gut wie nur irgend möglich hinter uns gebracht, mit vollem Einsatz und stets auf eine Chance hoffend. Wir haben attackiert und alles gegeben, ohne uns jegliche Fehler zu leisten. Das Ergebnis fiel nicht wie erhofft aus, aber so ist das eben manchmal. Mir hat die Veranstaltung gut gefallen und es war schön zu sehen. Wie viele Fans sich auf den Weg hierher gemacht hatten."

Mike Conway: "Es war schön einmal den Start fahren zu dürfen und zu sehen, wie das so ist. Ich hatte Anfangs etwas Mühe mit der Balance des Autos, als ich dann später im Rennen noch einen Stint fuhr, war das Auto aber wieder recht gut zu fahren. Ich attackierte bis zum Schluß, stets darauf zielend die schnellstmöglichen Rundenzeiten zu fahren. Es lief passabel, aber natürlich wollen wir es in Austin besser machen."


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