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Superbike WSBK

Sandro Corteses Pläne: TV-Experte und Nachwuchsprojekt

Im Vorjahr entging Sandro Cortese bei einem Superbike-Crash nur knapp einer Katastrophe. Nun schildert er seine Pläne für die nahe Zukunft.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Um Sandro Cortese ist es im Winter ruhig geworden. Der 31-Jährige konzentrierte sich nach seinem schweren Unfall im vergangenen August auf seine Rehabilitation, trat nun aber beim Podcast von "ran racing" wieder öffentlich auf und sprach über seinen aktuellen Gesundheitszustand sowie seine Pläne für die kommenden Monate.

"Ich werde dieses Jahr die Superbike-WM moderieren und werde auch im Nachwuchsbereich ganz viel tun. Das sind zwei wichtige Aufgaben, die mir sehr viel Spaß machen werden", verriet Cortese im Gespräch mit Eddie Mielke, Timo Scheider und Matthias Killing. Somit könnte Cortese zum WSBK-Übertragungsteam von ServusTV stoßen wird, welches die Rechte an der Superbike-WM im gesamten deutschsprachigen Raum hält.

Renn-Comeback vorerst kein Thema

An eine Fortsetzung der aktiven Karriere ist vorerst noch nicht zu denken. Zu schwer wiegen die Nachwirkungen des schlimmen Unfalls: "Ich werde dieses Jahr aus gesundheitlichen Gründen nicht fahren. Ich habe seit knapp acht Monaten keinen Sport mehr betrieben. Ich hatte zwar Reha und konnte ein bisschen Rad fahren, aber ich bin noch nicht in der Verfassung, mich auf ein Motorrad zu setzen und damit Rennen zu fahren."

Denn Cortese hat nach wie vor eine Platte zur Versteifung der Wirbelsäule im Rücken, die sportliche Betätigung stark einschränkt. Diese soll zwar in wenigen Wochen entfernt werden, doch erst danach kann Cortese wieder voll in körperliches Training einsteigen. "Ich bin aber froh, dass ich überhaupt noch stehen kann. Denn die Ärzte haben mir damals gesagt: Drei Millimeter mehr und ich wäre querschnittgelähmt gewesen."

Der zweifache Motorrad-Weltmeister (Moto3 2012 & Supersport 2018) schilderte ergreifende Details aus den vergangenen Monaten: "Als ich mit der Reha beginnen konnte, war ich auf einer Station, auf der auch viele Querschnittgelähmte waren, die teilweise jünger als ich waren. Man konnte in ihren Augen sehen, wie es denen ging. Dieser Moment war für mich das Schlimmste und nach der ersten gemeinsamen Rehastunde war ich eineinhalb Tage kaputt deswegen. In solchen Momenten weiß man dann, wieviel Glück man selbst hatte."

Neue Aufgaben für Cortese

Ein Gefühl der Dankbarkeit, das Cortese seither auf seinem Weg zurück in die Normalität begleitet. Ob er je wieder ein Rennen bestreiten wird, ließ er offen. Um jeden Preis Motorradrennen zu fahren, komme für ihn nach diesem schweren Unfall nicht mehr in Frage. "Nach dem Sturz habe ich mir selbst gesagt: Wenn, dann nur mit einem Team, das konkurrenzfähig ist und bei dem ich Topergebnisse einfahren kann."

"Ich habe mitbekommen, dass aktuell viele Fahrer umsonst fahren - also ohne Grundgehalt und nur mit Bonuszahlungen. Da denke ich mir: Es kann nicht sein, dass man sein Leben riskiert und dann nicht einmal ein Gehalt dafür bekommt. Es müssen also mehrere Faktoren zusammenspielen, damit ich wieder fahre. Es haben sich aber einige Türen geöffnet und ich bleibe dem Rennsport in jedem Fall treu."

Ein erster Schritt dazu ist nun das Engagement als TV-Experte. Cortese konnte bereits in den vergangenen Jahren bei Eurosport und DAZN Erfahrungen als Experte und Co-Kommentator sammeln. Wie das von Cortese erwähnte Engagement für den Motorrad-Nachwuchs aussehen soll, ließ er in dem Podcast allerdings offen.


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