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Solche Männer braucht die WSBK - Blog: Bitte wieder mehr Biaggis!

Wie ein 43-Jähriger die versammelte WSBK-Elite in seinen Schatten stellt und dabei noch immer kämpft wie ein junger Wilder.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Max Biaggi ist ein Charakterkopf. Man muss ihn nicht mögen. Man darf ihn sogar hassen, weil Valentino Rossi diese Art der Emotion gegenüber dem Mann mit der Nummer 3 salonfähig gemacht hat. Aber eines darf man nicht: An Max Biaggi zweifeln.

Dass er es auch im Alter von 43 Jahren noch drauf hat, bewies der vierfache 250er-Weltmeister und zweifache Superbike-Champion an diesem Wochenende in Misano eindrucksvoll. Trainingsbestzeit am Freitag, Startreihe zwei im Qualifying, zweimal Platz sechs in den Rennen. Aber nicht nur aufgrund der reinen Ergebnisse muss man ihm Respekt zollen, sondern auch aufgrund seines noch immer ungebrochenen Kampfeswillens.

Im Duell gegen Sylvain Guintoli, Jordi Torres oder Leon Haslam hielt Biaggi am Sonntag hinein wie zu alten Zeiten - wie ein knallharter Mistkerl und mit dem Messer zwischen den Zähnen. Ein wahrer Meister verlernt seine Profession eben nie. Sei er auch noch so alt.

Kampfeslust wie mit Mitte 20

Biaggi hat es immer noch drauf - Foto: Milagro

Biaggi-Gegner können zwar damit argumentieren, dass er in Misano als Aprilia-Testfahrer in den vergangenen Monaten unzählige Testkilometer abspulte, das Motorrad also schon perfekt abgestimmt hatte. Aber man muss sich dabei immer vor Augen halten: Biaggi hatte seit zweieinhalb Jahren kein Rennen mehr bestritten und könnte vom reinen Alter her der Vater einiger seiner Konkurrenten sein.

Biaggi zeigte an diesem Wochenende aber auch einige Defizite der Superbike-WM auf. Diese muss sich nun die Frage gefallen lassen: Ist das Starterfeld so schlecht besetzt, dass ein 43-Jähriger beim Comeback locker innerhalb der Top-10 herumkurven kann?

Eines zeigte sich aber noch besser: Der aktuellen Generation der WSBK-Fahrer fehlt es an Strahlkraft. Denn medial und in der Gunst der Fans standen nicht nur die Seriensieger von Kawasaki deutlich in Biaggis Schatten. Solche Leute braucht der Motorradsport. Fanatiker ihrer Profession, die nicht ohne können. Da müssen auch all jene ihren Hut ziehen, die Max Biaggi nicht mögen.


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