Den Sportwagen- und GT-Fans muss man Christopher Haase längst nicht mehr vorstellen. ADAC-GT-Masters-Champion 2007, zweimaliger Gesamtsieger des 24h-Rennen Nürburgring 2012 und 2014 mit Phoenix-Audi, Gewinner der 24 Stunden von Spa 2017 und überhaupt einer der schnellsten Piloten auf dem Audi R8 LMS GT3. Seit dem vergangenen Samstag ist der 38-Jährige nicht mehr nur Szene-Kennern ein Begriff, sondern der halben Motorsport-Welt.
Haase gelang es beim zweiten Saisonrennen der NLS-Serie als erstem und bisher einzigem Fahrer, den vierfachen Formel-1-Weltmeister Max Verstappen auf der Nordschleife zu überholen. Der Kulmbacher in Diensten von Scherer-PHX-Audi kassierte Pole-Setter Verstappen und dessen Winward-Mercedes-AMG GT3 schon während der ersten Runde und übernahm die zwischenzeitliche Führung.
Verstappen gegen Haase: Mega-Duell auf der Nordschleife
Verstappen war am Ende der Startrunde auf der langen Döttinger Höhe fällig, als sich Haase auf der rechten Seite heransaugte, seinem Mercedes-Kontrahenten per Side-Drafting das Momentum raubte und mit dem Geschwindigkeitsüberschuss vorbeizog. Ein klassisches Überholmanöver auf der Döttinger Höhe aus dem Lehrbuch. Haase hielt den F1-Superstar über mehrere Runden in Schach und wehrte Verstappens Angriffe souverän ab.
Es war ein Duell auf Augenhöhe, in dem Haase und Verstappen der GT3-Konkurrenz um bis zu 30 Sekunden wegfuhren. Erst in der siebten Runde drehte sich das Blatt, als Verstappen seinerseits auf der Döttinger Höhe heranschoss, aber erst am Audi-Piloten vorbeikam, als Haase im letzten Moment im Bereich Tiergarten zurückzog. Direkt danach bogen die Duellanten zum Fahrerwechsel in die Boxengasse ab.
Max Verstappen: "Erster Stint mit Haase definitiv eine 10"
"Der erste Stint mit Christopher Haase war definitiv eine 10", sagte Verstappen später gegenüber auto motor und sport. Ein Lob aus dem Mund des erfolgreichsten Formel-1-Fahrers der letzten Jahre bekommt man auch nicht alle Tage... Haase selbst gab die Blumen gerne zurück: "Ich glaube, ich hatte schon lange nicht so viel Spaß. Da war nichts mehr übrig. In ein paar Passagen war Max besser, dann wieder ich. Das Racing war einfach geil!"
Haase, der von 2011 bis 2024 durchgängig zum Audi-Werkskader zählte und nach dem Werkssport-Aus der Ingolstädter weiterhin für Kundenteams an den Start geht, gilt in der Szene nicht unbedingt als 'Lautsprecher'. Dass er sich nach dem NLS-Rennen, in dem Verstappens Team den Sieg nachträglich verlor, noch einmal via Social Media zu Wort meldete, hat absoluten Seltenheitswert.
Haase bedankt sich für überwältigendes Fan-Feedback
"Ich habe den Kampf mit Max Verstappen im ersten Stint wirklich genossen", schrieb Haase am Montagmittag und zeigte sich begeistert von der positiven Resonanz auf seinen Nordschleifen-Fight mit dem Superstar. "Ehrlich gesagt... wo soll ich überhaupt anfangen, wo aufhören. Ich bin nicht unbedingt der Talentierteste, wenn es darum geht, solche Dinge in Worte zu fassen."
"Ich möchte euch allen danken - für die vielen Nachrichten, Anrufe, Kommentare und natürlich den Support an der Strecke sowie abseits davon. Ich habe eine überwältigende Menge an positivem Feedback bekommen und kann einfach nicht jedem Einzelnen persönlich antworten. Deshalb möchte ich diese Nachricht nutzen, um möglichst viele von euch zu erreichen - das ist mir wirklich wichtig."

Haase: "Für solche Duelle leben wir in diesem Sport"
"Mit so konstant positiver Unterstützung hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Ich bin Racer durch und durch - und ich habe den Stint mit Max sehr genossen. Genau für solche Duelle leben wir in diesem Sport. Und mit eurem Support bedeutet das alles noch mehr. Danke an euch alle - Fans, Unterstützer, Partner, Freunde, Konkurrenten und jeden, der diese Leidenschaft für unseren Sport teilt. Es bedeutet mir mehr, als ich in Worte fassen kann."
Haase und sein vergleichsweise unerfahrener Scherer-PHX-Teamkollege Nico Hantke belegten am Ende den sechsten Platz. In welcher Konstellation das frühere Phoenix-Racing-Team dieses Jahr nach seinem achten Gesamtsieg bei den 24h Nürburgring greifen wird - der letzte erfolgte 2024 - ist noch nicht bekannt. Vergangenes Jahr fiel der privat eingesetzte Scherer Audi mit dem starken Trio Haase, Markus Winkelhock und Luca Ludwig vorzeitig aus.
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