Einmal mehr sorgt das Wetter für Drama in Sepang. Während des MotoGP-Sprints beginnt es zu regnen. Alex Marquez stürzt in Führung liegend, es entwickelt sich ein Vierkampf zwischen Pedro Acosta, Marc Marquez, Marco Bezzecchi und Ai Ogura. Acosta gewinnt vor Marquez und Bezzecchi. Jorge Martin musste das Rennwochenende von Sepang aufgrund seiner zuletzt auf Phillip Island erlittenen Handgelenksfraktur bereits nach dem 2. Freien Training beenden. Er will kommende Woche im Katar-Grand-Prix wieder an den Start gehen.

In der MotoGP-Fahrerwertung baut Marc Marquez seinen Vorsprung gegenüber Martin damit auf 19 Punkte aus. Bezzecchi liegt als Dritter bereits 52 Zähler zurück.

MotoGP Sepang: Der Rennfilm im Sprint

Die Startaufstellung: 1. A. Marquez, 2. M. Marquez, 3. Acosta, 4. Ogura, 5. Bezzecchi, 6. Di Giannantonio, 7. Bastianini, 8. Zarco, 9. Morbidelli, 10. Bagnaia, 11. Mir, 12. Vinales, 13. Marini, 14. Moreira, 15. Binder, 16. Miller, 17. Rins, 18. Quartararo, 19. Lecuona, 20. A. Fernandez, DNS Martin, DNS R. Fernandez

Start: Alex Marquez kommt gut weg und verteidigt seine Pole Position. Dahinter greift Ai Ogura Marc Marquez an, der Japaner muss dabei aber etwas weit gehen und Marquez versucht auf der Innenbahn den Konter. Auf dem Weg zu Turn 2 kommt es zum Kontakt. Ogura setzt sich durch und auch Acosta schlüpft an Marquez vorbei, der damit nur noch Vierter ist. Marco Bezzecchi liegt auf Rang fünf, dann Francesco Bagnaia und Fabio Di Giannantonio.

Runde 2/10: Weiße Flagge! Es regnet in einzelnen Teilen der Strecke leicht, die Fahrer dürfen auf ihre Regenmotorräder wechseln. Jack Miller kommt direkt an die Box, doch seine Pramac Yamaha ist nicht bereit. Miller ist stinksauer!

Runde 3/10: Alex Marquez ist gestürzt! Er fliegt in Kurve 14 ab. Marquez kommt glimpflich davon, doch seine Ducati ist Schrott. Ogura führt vor Acosta und Marc Marquez.

Runde 4/10: Der Regen wird stärker, einige Fahrer im hinteren Bereich des Feldes pokern jetzt. Joan Mir, Iker Lecuona und Franco Morbidelli wechseln auf ihre Regenmotorräder.

Runde 5/10: Halbzeit - und die Spitzenfahrer bleiben auf Slicks. Der Regen hält sich in Grenzen, Slicks sind immer noch die beste Wahl.

Runde 7/10: An der Spitze schiebt sich das Feld zusammen. Ogura, Acosta, Marc Marquez und Bezzecchi sind nur durch 1,3 Sekunden getrennt.

Runde 8/10: Acosta bremst sich in Kurve neun an Ogura vorbei. Der kontert in Kurve elf, doch Acosta beschleunigt ihn am Ausgang wieder aus. In Turn 14 geht dann auch Marquez an Ogura vorbei. Acosta führt damit vor Marquez, Ogura und Bezzecchi.

Runde 9/10: Ogura attackiert in Kurve vier Marquez, geht aber weit. Marquez liegt wieder vorne, doch Ogura versucht es in Turn 5 erneut. Marquez lässt sich das aber nicht bieten und behält die Oberhand. In Kurve neun geht es für Ogura eine weitere Position nach hinten, Bezzecchi bremst sich vorbei.

Runde 10/10: Acosta geht mit einer halben Sekunde Vorsprung auf Marquez in die letzte Runde. Eine finale Attacke des amtierenden Weltmeisters bleibt aber aus, er kann mit Platz zwei wohl sehr gut leben.

Ziel: Acosta gewinnt mit 0,578 Sekunden Vorsprung auf Marc Marquez. Bezzecchi komplettiert das Podium. Ogura muss sich mit Platz vier vor Di Giannantonio und Bagnaia begnügen. Brad Binder wird Siebter. Diogo Moreira und Enea Bastianini holen die letzten WM-Zähler. Die Fahrer mit Boxenstopp landen abgeschlagen am Ende des Feldes. Der Starkregen setzt direkt nach Fallen der Zielflagge ein.

Die Stimmen vom MotoGP-Podium im Sprint von Sepang

Pedro Acosta (Sieger, KTM): "Normalerweise mache ich in Mischbedingungen keinen guten Job, aber heute war es mein Tag, um etwas zu probieren. Ich habe ja nichts zu verlieren. Außerdem wusste ich, dass Marc hinter mir ist und er um die WM kämpft. Wir haben an diesem Wochenende gute Arbeit geleistet. Die Jungs haben hart gearbeitet, um die Front des Bikes zu verbessern. Ich bin so glücklich. Jetzt haben wir den zweiten Sprintsieg und nicht wieder so eine Scheiße gebaut wie in Österreich."

Marc Marquez (Zweiter, Ducati): "Es war eines dieser Rennen, in dem man sehr leicht einen Fehler machen kann. Die Jungs, die nicht um die WM fahren, können da mehr riskieren. Ich hatte die Pace, aber ich bin ruhig geblieben und wollte nicht die Führung übernehmen. Der Fahrer, der als Erster in den Regen reinfährt, stürzt nämlich normalerweise. Der Sieg hätte mir nur drei Punkte mehr gebracht. Das wäre das zusätzliche Risiko nicht wert gewesen. Wir haben auch so viel gewonnen. Ich bin zufrieden."

Marco Bezzecchi (Dritter, Aprilia): "Das war ein wirklich harter Sprint. Von den ersten Metern an gab es mächtige Kämpfe. Ich habe mich dann aber auf Platz fünf stabilisiert und wusste, dass ich am Ende eine Chance haben werde. Der Regen kam dann etwas überraschend und die Fahrer vor mir hatten Probleme. Ich konnte mich Stück für Stück annähern, aber leider habe ich sie nicht rechtzeitig eingeholt, um noch gegen Marc zu kämpfen. Mit dem Podium bin ich aber zufrieden und jetzt denken wir schon an das Rennen am Sonntag."