Alex Marquez hatte am Samstag bei der MotoGP in Malaysia gehörig Oberwasser. Im Qualifying stach er Bruder Marc Marquez im Kampf um die Pole Position aus, beim Sprint gab er in der Anfangsphase klar den Ton an. In der dritten Runde endete der Höhenflug des Gresini-Fahrers jedoch im Kiesbett. Den Sturz steckte Alex Marquez gut weg, doch in der Schlussphase der Saison plagen ihn die Nachwehen seines Horror-Unfalls aus Barcelona. Kommendes Wochenende könnte er den Katar GP für eine lange überfällige Operation sausen lassen.
"Ich habe wirklich nur einen kleinen Fehler gemacht. Aber bei diesen heißen Bedingungen war das Gripniveau ziemlich niedrig. Ein kleiner Fehler reicht dann eben schon, und man sieht, dass alles am Limit ist. Mit diesem Sturz in dieser Kurve hatte ich nicht gerechnet", so Marquez, der in Kurve 14 über das Vorderrad seiner Ducati abgestiegen war. Zu diesem frühen Zeitpunkt hatte er die Verfolger rund um Ai Ogura, Pedro Acosta und Marc Marquez fest im Griff.
Alex Marquez von erster MotoGP-Pole seit über einem Jahr beflügelt
Mit der einsetzenden Feuchtigkeit hatte der Unfall aber nichts zu tun. "Vielleicht hatte ich nach der Pole heute Morgen einfach zu viel Selbstvertrauen oder so. Ich war etwas zu optimistisch und das war's dann. So hat uns ein kleiner Fehler den Kampf um den Sieg gekostet", räumt der viermalige MotoGP-Sieger ein. Immerhin überstand er seinen Abflug unverletzt: "Ich bin okay. Es war ein Unfall bei hoher Geschwindigkeit, aber körperlich geht es mir gut."
Im Zeittraining hatte er sich aus dem Hinterhalt in die Favoritenrolle gebracht. Als letzter Fahrer auf einer fliegenden Runde unterbot er die Bestzeit von Marc Marquez noch um den Wimpernschlag von 0,070 Sekunden, um sich damit die dritte Pole Position seiner MotoGP-Karriere zu sichern. Zuletzt war ihm das vergangenes Jahr in Barcelona gelungen. "Die erste Pole Position seit einem Jahr fühlte sich gut an. Aber am Ende bekommst du dafür keine Punkte, das war also alles für nichts", konstatiert der 30-Jährige zähneknirschend.
Operation statt Katar-GP: Alex Marquez prüft mögliche MotoGP-Pause
Die Zähne zusammenbeißen muss Alex Marquez aber ohnehin schon den Großteil der Saison. Seit seinem schweren Unfall beim Katalonien-GP im Mai laboriert er an einer Verletzung des rechten Schlüsselbeins, das er sich damals zusätzlich zum siebten Halswirbel gebrochen hatte. Das Schlüsselbein wurde in der Folge mit Metallplatten stabilisiert, doch mittlerweile hat sich das Gewebe in diesem Bereich entzündet.
"Ich leide und habe jeden Tag Injektionen, um den Schmerz in der rechten Schulter zu bekämpfen", erklärt er. Ursprünglich war eine Operation für die Winterpause angedacht, doch jetzt könnte er schon kommende Woche in Madrid unters Messer kommen. Sollte der Eingriff stattfinden, würde er das Rennen in Katar am nächsten Wochenende auslassen. "Wir evaluieren alle Möglichkeiten und dann schauen wir. Aber ich leide darunter, seitdem ich nach dem Crash in Montmelo zurückgekehrt bin."



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