Von Maverick Vinales ist im MotoGP-Paddock auch drei Wochen nach dem Rennen in Silverstone keine Spur. Beim Aragon-Grand-Prix wird der Spanier erneut von KTM-Testfahrer Pol Espargaro vertreten. Motorsportchef Pit Beirer beteuerte am Samstag im Motorland erneut, dass Vinales weiterhin nicht gefeuert wurde und schnellstmöglich auf die Rennstrecke zurückkehren soll - denn das hat einen triftigen Grund.
Maverick Vinales fehlt auch in Aragon: Wann kommt der MotoGP-Pilot zurück?
"Es ist so traurig, dass diese erste Verletzung so lange gebraucht hat, um zu verheilen", begann Beirer am Samstag im Interview mit MotoGP-Boxengassenreporter Jack Appleyard, der ihn während des FP2 nach dem aktuellen Stand in der Causa Vinales befragt hatte. Anschließend gab der 53-Jährige aus Radolfzell am Bodensee an: "Jetzt hat er diese zweite Bänderverletzung. Woher wissen wir nicht. Das kann mir niemand erklären, ob sie von einem Sturz kam oder von Anfang an da war. Fakt ist nur, dass er eine weitere Verletzung hat und wir gesagt haben, dass er nicht mehr fahren wird, solange er nicht fit ist. Das bringt weder ihm noch uns etwas."
Tech3 hoffte zuletzt darauf, dass Vinales beim nächsten Grand Prix in Misano (11. bis 13. September) wieder mitmischen kann. Ob sich das aber wirklich realisieren lässt, bleibt unklar. Schließlich hatte die französische Truppe ursprünglich schon ein Comeback an diesem Wochenende in Aragon ins Visier genommen, wozu es bekanntlich aber nicht kam. Es könnte also noch dauern, bis wir Vinales wieder auf einem MotoGP-Bike sehen. Dass es aber definitiv nochmal dazu kommen soll, unterstrich Beirer am Samstag abermals.
"Ich möchte wiederholen, was Günther [Steiner, Anm.] schon gesagt hat. Wir warten darauf, dass Maverick zurückkommt. Das ist nicht das Ende von Maverick bei KTM. Er ist weiterhin einer von uns und wir wollen ihn wieder zurückhaben", betonte der Motorsportchef der Orangenen. Ein baldiges Comeback der Nummer 12, die im Tech3-Team ab 2027 durch Luca Marini ersetzt wird, wäre für KTM nämlich sehr wichtig.
Ein Testfahrer weniger für 850er-Bike: Vinales-Abstinenz bringt KTM in Bredouille
"Ich bin froh, dass Pol einspringt. Wir wissen alle, welch positiver Kerl er ist und wie viel Feuer er mitbringt, wenn er einspringt. Aber wir brauchen ihn eigentlich für die Arbeit am 850er-Motorrad", rief Beirer ins Gedächtnis. Schon in wenigen Wochen steht in Spielberg (21.09.) der nächste offizielle Test mit den Bikes der nächsten MotoGP-Generation an, bis zum Saisonstart 2027 sind es nur noch wenige Monate. Um das neue Jahr nicht mit ordentlich Rückstand auf die Konkurrenz zu beginnen, darf jetzt also eigentlich keine Zeit im Entwicklungsrennen mehr verloren werden. Es bräuchte jede verfügbare Ressource. So lange Pol Espargaro aber als Ersatz für Vinales einspringen muss, sind private Testfahrten mit dem 850er-Prototypen unmöglich.

Mit Dani Pedrosa verfügt KTM zwar noch über einen zweiten, hochangesehenen Testfahrer, aber ideal ist die aktuelle Situation natürlich nicht. "Es schmeckt uns nicht, dass Pol hier ist und Maverick zuhause. Wir brauchen Maverick hier und Pol im Testprogramm", gab Beirer offen zu. Der Deutsche wird also hoffen, dass Vinales schnellstmöglich wieder starten kann. Bis dahin gilt es, sich selbst den Tag zu erhellen: "Es ist immerhin schön, so viele starke Jungs in der Familie zu haben."
Was meint ihr: Könnte KTM durch Maverick Vinales' aktuelle Abstinenz bei den neuen 850er-Motorrädern ins Hintertreffen geraten? Sagt es uns in den Kommentaren! Warum sich Aragon-Polesitter Marco Bezzecchi am Samstag über Platz drei im Sprint freute, erfahrt ihr derweil in diesem Artikel:



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