Das MotoGP-Wochenende im Motorland Aragon sollte eigentlich wieder zu Festspielen von Marc Marquez werden. Nach zwei dominanten Auftritten in den Jahren 2024 und 2025 waren auch dieses Jahr 37 Punkte fest eingeplant. Ausgerechnet WM-Gegner Marco Bezzecchi hatte dieses Memo offenbar aber nicht erhalten. Mit Bestzeiten im Training und FP2 sowie der Pole Position im Qualifying brachte er die Aragon-Vorherrschaft der Nummer 93 in den letzten zwei Tagen ordentlich ins Wanken. Um den Sprint dennoch zu gewinnen, musste Marquez daher riskieren - und genau das tat er am Samstag auch.
"Ich hatte nur eine Chance, zu gewinnen. Ich musste in der ersten Kurve vorbei", kommentierte der Ducati-Pilot am Nachmittag in seiner Medienrunde. Warum? Ganz einfach: "Marco war auf dem Soft. Für uns Ducatis war das keine Option, weil das der gleiche Reifen wie in Silverstone war und da lief es für uns bekanntlich überhaupt nicht gut. Bezzecchi konnte aber damit starten und hätte in den ersten drei Runden einen Vorteil gehabt. Deshalb musste ich reinhalten."
Marquez fürchtete also, dass der Polesitter mit der Hilfe des weichen Hinterreifens in den ersten Runden davonziehen und den Sprint anschließend verwalten würde, wenn er ihn nicht beim Start passieren und anschließend selbst kontrollieren würde. Die Aufgabe war daher klar, die Umsetzung aber gar nicht so einfach. Bezzecchi startete schließlich auch ziemlich gut und schien die Führung eigentlich behalten zu können. Marquez musste sich deshalb besonders strecken, um dennoch vorbeikommen zu können.
"Ich bin heute Risiko eingegangen in Kurve eins", sagt er rückblickend und dürfte innerlich wohl aufgeatmet haben, dass alles gutging. Mit Blick auf den spannenden WM-Kampf war ein anderer Ansatz aber schlicht nicht möglich. "Manchmal gibt es in Rennen diese Momente, in denen du einfach Risiko eingehen musst", unterstreicht der Titelverteidiger, der seinen Rückstand in der Weltmeisterschaft auf den Führenden Jorge Martin dank seines dritten Aragon-Sprintsieges in Serie von 40 auf 33 Punkte reduzieren konnte.
Marc Marquez kündigt im Aragon-GP die nächste Attacke an
Die große Frage: Wird der Abstand zwischen Marquez und dem 'Martinator' am Sonntag noch kleiner werden? Nicht unwahrscheinlich, denn während Marquez den Sprint nach seinem Risikomanöver in Kurve eins kontrolliert und ungefährdet zu Ende fuhr, lief bei Martin wenig zusammen. Er kam mit 6,237 Sekunden Rückstand nur als Fünfter ins Ziel. Kann aber vielleicht dessen Stallgefährte Bezzecchi das Marquez-Doppel im Aragon-GP verhindern? Er verlor im Sprint immerhin nur 2,089 Sekunden auf den Ducati-Star. Marquez ist jedenfalls gewarnt und legt den Fokus erneut auf den Rennstart: "Wenn ich es morgen fühle, werde ich wieder reinhalten."

Was meint ihr: Kann Marco Bezzecchi am Sonntag besser gegenhalten oder schnappt sich Marc Marquez doch noch die volle Punkteausbeute in Aragon? Gebt uns eure Prognosen in den Kommentaren ab!
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