Jorge Martin befindet sich als WM-Leader mitten im Kampf um seinen zweiten Titel in der Königsklasse. Doch auf seine Rolle in diesem Fight angesprochen äußerte er sich in den letzten Wochen eher so, als würde ihn das alles überhaupt nicht interessieren. „Meine Position ist mir vollkommen egal. Ich denke nur daran, wie ich mich selbst verbessern kann", sagte er gegenüber Medienvertretern. Ganz zu stimmen, scheint das ganze aber nicht. MotoGP-Experte Tom Lüthi schätzt die Situation ein: „Er erzählt einfach Schwachsinn. Er weiß ganz genau, wie viele Punkte seine Gegner haben und auf wen er achten muss.“

Lüthi: Martin will den Druck nur von sich wegschieben

Dass der WM-Führende den meisten Druck auf seinen Schultern trägt, dürfte wohl längst kein Geheimnis sein. Dieser wird im Laufe der Saison mit immer weniger ausstehenden Rennen auch nicht geringer. Jorge Martin war 2024 schon einmal in dieser Position und hielt dem Druck stand. Nach dem Seuchenjahr 2025 sieht es so aus, dass sich Martin wieder in derselben Situation vorfinden könnte. Lüthi betont: „Er möchte den Druck von sich wegschieben.“ Wenn Rennfahrer meinten, sie würde der WM-Fight nicht interessieren, sei es nur eine Floskel, um einem Gespräch darüber aus dem Weg zu gehen.

Jorge Martin mit gutem Gefühl über das komplette Wochenende.
Jorge Martin denkt nur an persönliche Verbesserung anstatt der WM, Foto: IMAGO / CordonPress

Doch einen Blick darauf, was die Konkurrenz macht, wird sich sicherlich auch Jorge Martin nicht verkneifen können. „Es ist ständig im Hinterkopf, wo die anderen sind. Man fragt sich definitiv, wie die anderen fahren und auf welcher Position sie gelandet sind. Es geht nicht nur darum das eigene Motorrad, sondern auch die Punkteverteilung seiner Rivalen zu kontrollieren. Das kommt von ganz von allein“, sagt Lüthi und sieht auch Parallelen zu seinen Kämpfen um die WM. „Ich habe in meinen WM-Fights auch gesagt, dass ich nicht auf die WM schaue. Vielleicht habe ich da auch ein Stück weit gelogen“, erinnert er sich.

Die Taktik spielt also eine entscheidende Rolle. Nicht jede Strecke liegt jedem Fahrer. Stattdessen gehe es darum zu taktieren, wo man mehr Risiko gehen könne und wo man eher vorsichtiger sein sollte.

Die Diskussion über Jorge Martin und viele weitere spannende News rund um die MotoGP in Silverstone könnt ihr euch in der neuesten Folge des Interwetten MotoGP-Magazins mit Tom Lüthi hier noch einmal in voller Länge ansehen:

Marquez klagt über Schulter - Lüthi: Nur ein Teil der Probleme! (36:32 Min.)