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MotoGP - Pol Espargaro kritisiert Honda: Jeder denkt an sich

Nach den ersten Saisonrennen liegt kein einziger Honda-Fahrer in den Top-Ten der MotoGP-WM. Pol Espargaro ortet Fehler in der strategischen Ausrichtung.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Die MotoGP-Saison 2020 war für Honda die schlechteste seit der Gründung der Rennabteilung HRC im Jahr 1982. In den 14 Saisonrennen gab es keinen einzigen Sieg für den größten Motorradhersteller der Welt. Wer 2021 auf eine Trendwende gehofft hat, wurde bislang enttäuscht. Die RC213V macht ihren Fahrern weiterhin zu schaffen. Platz vier von Takaaki Nakagami am Sonntag in Jerez war vorerst das höchste der Gefühle - eingefahren übrigens nach dem Wechsel zurück auf das Vorjahreschassis.

Bei Honda liegt einiges im Argen, so viel steht fest. Während sich Marc Marquez, Stefan Bradl oder auch die LCR-Fahrer Nakagami und Alex Marquez öffentlich noch zurückhalten, platzte Neuzugang Pol Espargaro am Sonntagabend der Kragen: "Mein Gefühl auf dem Motorrad ist schlecht. Wir haben keine Traktion, kein Turning und unser Speed ist nicht gut genug. Es fehlt die Pace und ich fahre verspannt. Ich versuche, immer noch mehr auf der Bremse gutzumachen. So lange, bis die Bremsen aufgeben und ich weit gehen muss. Ich habe aber keine Alternative, denn in allen anderen Bereichen sind wir richtig schlecht."

Dabei hatte Espargaros Honda-Abenteuer eigentlich positiv begonnen. Bei den Wintertestfahrten fuhr er auf dem für ihn neuen Motorrad ansehnliche Rundenzeiten und machte klare Fortschritte. Seither geht aber nur mehr wenig voran. Den Grund dafür sieht Espargaro nicht zuletzt in der strategischen Ausrichtung bei Honda.

"Marc fährt ein Paket, ich ein anderes und die Jungs bei LCR wieder ein anderes. So kann ich nichts vergleichen, um mir selbst etwas zu helfen. Ich glaube, dass hier alle zu sehr in individuelle Richtungen gehen und nicht als Gruppe zusammenarbeiten. Im Endeffekt schadet uns das aber allen und das ist nicht gut", so Espargaro. "Ich weiß nicht einmal ob ich aktuell verhältnismäßig gut oder schlecht unterwegs bin. Ob es am Motorrad oder meinem Fahrstil liegt. Ich weiß nicht was abgeht und bin einfach nur verwirrt. Das ist aber nicht verwunderlich, denn bei Honda herrscht generell Verwirrung. Sie können mir nicht helfen, weil sie an großen Dingen arbeiten, aber das bringt mir ohne jegliche Vorerfahrung nichts", so Espargaro.

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Am Montag testet die MotoGP von 10 bis 18 Uhr in Jerez. Ein wichtiger Tag für Espargaro und Honda. "Ich hoffe, dass wir als Gruppe wieder klaren Kopf bekommen", wünscht sich der HRC-Neuling. "Ich für meinen Teil werde tun, was Honda will. Ich bin nur ein Angestellter und mache, was sie wollen."


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