MotoGP - Kein Gefühl für Yamaha: Vinales restlos bedient

Ärger über Bike und Strecke

Maverick Vinales lässt nach einem rabenschwarzen Freitag seinem Frust freien Lauf. Der richtet vor allem gegen sein Bike und die Schikane in Barcelona.
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Motorsport-Magazin.com - Maverick Vinales hat in der MotoGP sicherlich schon bessere Tage gesehen als den ersten Trainingstag zum Katalonien-GP in Barcelona. Der WM-Leader startete mit Platz sechs im FP1 ins Wochenende, rutschte dann am Nachmittag aber bis auf Position 17 ab. Kein Wunder, dass der WM-Leader im Anschluss an die Trainings nicht gerade gut gelaunt zu den Medienvertretern sprach. Zwei Dinge stießen dem Spanier besonders sauer auf.

Vinales mit Rundumschlag

"Ihr könnt ja an den Ergebnissen ablesen, wie ich mich mit dem Bike fühle", raunzte Vinales gleich zu Beginn die versammelten Journalisten an. "Da ist etwas unglaubliches passiert, ich kann es einfach nicht verstehen. In Mugello bin ich im ersten Training raus und schon in meiner dritten Runde 47,6 gefahren, ich habe mich gut mit dem Bike gefühlt. Aber heute Nachmittag auf den Medium-Reifen war es unmöglich, zu fahren", so Vinales. Insofern kann der Spanier von Glück reden, dass vor dem Rennen noch vier Sessions anstehen in denen er am Setup feilen kann.

Wissenswertes über den Katalonien GP: (01:12 Min.)

Denn Vinales gibt unumwunden zu: "Wäre das ein Rennen gewesen, dann wäre ich mit Sicherheit gestürzt. Ich bin 48er-Zeiten gefahren und war in Sturzgefahr." Vor allem mit den Reifen standen Vinales und seine Yamaha M1 auf Kriegsfuß: "Beim ersten Exit war es besonders beeindruckend. Ich habe das Gas aufgedreht und bis in den fünften und sechsten Gang ist der Hinterreifen durchgedreht. Auch dann, als ich neue Reifen aufgezogen habe. Ich verstehe das wirklich nicht", schüttelte Vinales mit dem Kopf.

Auch eine Lösung für seine Probleme über das Setup hat Vinales derzeit nicht in Sicht: "Wir haben das Setup aus Jerez benutzt und damit war es noch schlimmer. Im Moment haben wir keine Lösung." Es scheint also einfach so zu sein, dass die Yamaha M1 Jahrgang 2017 bei heißen Temperaturen wesentlich stärker leidet als ihre Konkurrenten. In Zahlen ausgedrückt: Während Marc Marquez im FP2 die meiste Zeit 45er-Zeiten gehen konnte und sich am Ende auf 44,2 steigern konnte, hielt sich Vinales meist im Bereich von 1:46 und 1:47 auf.

Vinales auf Barcelona-Schikane nicht gut zu sprechen

Aber auch mit der neuen Schikane für die MotoGP ist Maverick Vinales alles andere als glücklich. Für ihn ist die neue Variante eher ein zusätzliches Sicherheitsrisiko denn der Weisheit letzter Schluss. "Die neue Schikane ist gefährlich", stellt Vinales klar. "Jetzt hatten wir noch FP1 und FP2, also wenn man ein Bike nach einem Sturz in der Mitte liegen sieht, dann macht man einfach langsamer. Aber das will man im Qualifying nicht machen, da will man pushen. Und wenn ein Fahrer mitten in der Schikane liegt, dann sich auch das Bike und die Marshals da", begründet der Yamaha-Pilot.

Daher spricht sich auch Vinales dafür aus, ab sofort auch wieder die Variante aus dem Vorjahr zu befahren, sprich die Formel-1-Schikane. Die wurde ja nicht benutzt, weil rechts die Mauer für die MotoGP zu nahe an der Strecke steht. "Für mich ist es jetzt gefährlicher. Letztes Jahr war zwar die Mauer näher an der Strecke, aber dafür lag auch kein Fahrer mitten in der Kurve", so Vinales' Argumentation. So oder so hat Vinales aber noch einen Haufen Arbeit vor sich.


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