MotoGP

MotoGP San Marino Misano 2016 Qualifying Sessionbericht

Lorenzo durchbricht als erster Fahrer die 1:32er-Schallmauer und sichert sich die Pole. Doch der Weltmeister leistete sich auch Psychospielchen mit Marquez.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Das MotoGP-Qualifying in Misano stand ganz im Zeichen von Weltmeister Jorge Lorenzo. Der Yamaha-Pilot setzte sich schon zu Beginn der Session in Führung und steigerte sich bis zum Schluss immer weiter. Am Ende fuhr er nicht nur einen neuen Pole-Rekord, sondern durchbrach auch als erster Fahrer die 1:32er-Schallmauer in San Marino. Weitaus mehr Aufsehen erregte jedoch Lorenzos kleines Psychospielchen mit Marc Marquez.

Die Platzierungen Q2: Marc Marquez legte mit einer 1:32.783 vor und verwies damit zunächst Aleix Espargaro und Michele Pirro auf die Plätze, doch Jorge Lorenzo kontert umgehend mit einer 1:32.310. Dem hatte Marquez zunächst nichts entgegenzusetzen. Pirro dagegen konnte sich auf Platz drei verbessern und damit Espargaro verdrängen. Auf seiner zweiten Runde schaffte Lorenzo schließlich in 1:32.076 einen neuen Pole-Rekord für den Misano World Circuit Marco Simoncelli! Hinter ihm, Marquez und Pirro konnte sich Andrea Dovizioso auf Platz vier verbessern, gefolgt von Maverick Vinales, Aleix Espargaro und Valentino Rossi.

Zu einer lustigen Szene kam es, als Marquez und Lorenzo für den zweiten Run aus der Box fuhren. Marquez wartete auf Lorenzo, doch dieser wollte sich nicht auf Spielchen einlassen und ermunterte ihn dazu, doch bitte loszufahren. Auf der Strecke setzte sich Rossi zunächst an die zweite Position hinter Lorenzo, Vinales klettert kurz darauf auf Rang drei. Lorenzo selbst verbesserte seinen Pole-Rekord nochmals: 1:31.868! Damit konnte Lorenzo nicht mehr verdrängt werden, auch Rossi und Vinales hielten sich in der ersten Reihe. Aus der zweiten Reihe gehen Marquez, Pirro und Dovizioso ins Rennen, dahinter stehen Cal Crutchlow, Dani Pedrosa, Aleix Espargaro, Pol Espargaro, Hector Barbera und Alvaro Bautista.

Die Platzierungen Q1: Nach der ersten gezeiteten Runde aller Fahrer war es Hector Barbera, der sich in 1:33.504 die erste Bestzeit holte und damit Danilo Petrucci und Stefan Bradl hinter sich ließ. Bradl fiel kurz auf Rang fünf hinter Eugene Laverty und Michele Pirro zurück, fuhr sich dann aber auf Platz zwei nach vorne. Dort blieb Bradl aber nicht lange, da er unmittelbar danach von Alex Lowes verdrängt wurde, Laverty kletterte zudem auf Rang drei. Wenige Sekunden später fuhr Pirro mit neuer Bestzeit über den Zielstrich: 1:33.178. Wenig später legte Pirro nochmal nach: 1:33.059.

Die Top-5 nach den ersten Outings lauteten damit: Pirro vor Barbera, Lowes, Laverty und Bradl. Auf einen zweiten Run verzichtete Pirro, während sich Bradl wieder auf Platz drei verbessert. Einen Umlauf später fährt sich Bradl in die Top-2, wird aber wenige Sekunden später wieder von Barbera verdrängt. Danach waren die Positionen bezogen: Michele Pirro und Hector Barbera waren die beiden Schnellsten im Q1 und lösten damit ihr Ticket für den zweiten Abschnitt. Dritter wurde Stefan Bradl vor Alex Lowes, Danilo Petrucci und Eugene Laverty. Die weitere Reihenfolge: Jack Miller, Scott Redding, Esteve Rabat, Yonny Hernandez und Xavi Fores.

Die Zwischenfälle: Im Q1 präsentierten sich die MotoGP-Piloten durch die Bank diszipliniert und leisteten sich keinerlei Stürze. Lediglich einige Rundenzeiten mussten gestrichen werden, weil die Piloten die Track Limits missachteten. So war zum Beispiel Michele Pirros schnellste Runde von 1:33.036 ungültig, auch Hector Barbera wurde eine Zeit gestrichen. Auch im zweiten Qualifying-Abschnitt gab es keinerlei Stürze zu verzeichnen. Valentino Rossi wurde wegen Missachten der Track Limits eine Zeit gestrichen, ansonsten zeigte sich das MotoGP-Feld auch hier diszipliniert.

Das Wetter: Kaiserwetter präsentierte Misano Adriatico auch am Samstag Nachmittag um 14:00 Uhr. Keine einzige Wolke war am Himmel über den Misano World Circuit Marco Simoncelli zu erkennen. So konnte die Sonne ungehindert strahlen und die Luft damit auf 28 Grad Celsius und den Asphalt auf 44 Grad Celsius erwärmen - perfekt für eine Zeitenjagd der Königsklasse.

Die Analyse: Jorge Lorenzo ist wieder voll da. In dieser Form ist der Weltmeister nur schwer zu schlagen, doch auch mit Valentino Rossi und Marc Marquez ist immer zu rechnen. Außenseiterchancen auf den Sieg können auch Maverick Vinales und Andrea Dovizioso eingeräumt werden, beide zeigten am Freitag und Samstag starke Trainingsleistungen.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter