MotoGP / Interview

Kommentator Christian Brugger im Interview - MotoGP auf Servus TV: Das ist Kommentator Brugger

Servus TV bietet den MotoGP-Fans in Österreich 2016 alle 18 Rennen live. Christian Brugger ist die neue Stimme der Motorrad-WM. So wird er kommentieren.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Die MotoGP hat eine neue Stimme. Zumindest in Österreich, wo Christian Brugger in dieser Saison für Servus TV die Rennen der Motorrad-WM live kommentieren wird. Wie Brugger es in der Kommentatorenbox anlegen wird und was er von den MotoGP-Sendungen erwartet, verriet die neue MotoGP-Stimme im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com:

Christian, in der Motorradszene gab es in den letzten Jahren einige charismatische Köpfe in der Kommentatorenbox mit speziellen Eigenheiten. Rudi Moser einst bei ATV, Eddie Mielke bei Sport 1, aber auch Ron Ringguth im Vorjahr bei Eurosport. Was ist das Spezielle an deinem Kommentar-Stil?

Emotion ja - aber nur ehrlich und authentisch, weil ich den Sport an sich geil finde.
Christian Brugger

Christian Brugger: Ich werde auf keinen Fall irgendwelche Emotionen mit übertriebener Schauspielkunst zum Besten geben. Emotion ja - aber nur ehrlich und authentisch, weil ich den Sport an sich geil finde. Solide Information ist der Grundstein und die kann man nur durch knallharte Vorbereitung und Recherche erarbeiten. Es ist extrem wichtig, seinen eigenen Stil zu entwickeln. Ob mein Stil als charismatisch gilt, müssen die Zuschauer bestimmen.

Wie wird deine Arbeit genau aussehen?

Christian Brugger: Ich werde die Rennen vor Ort kommentieren und mich dabei mit Walter Zipser abwechseln. Den Großteil der Events werde aber ich covern. Es wird sicher anstrengend, aber immerhin gibt es zwischen den Rennen am Sonntag ja Pausen. Anders als bei anderen langen Kommentarstrecken wie zum Beispiel dem Erzberg Rodeo, dort ging es fünf Stunden ohne eine Toilettenpause durch.

Alex Hofmann, Andy Meklau, Andrea Schlager, Gustl Auinger & Christian Brugger - das MotoGP-Team von Servus TV - Foto: Servus TV/Mirja Geh

Die MotoGP-Berichterstattung im österreichischen TV ist seit dem Aus von ATV ein wenig dahin geplätschert. Könnte es für euch ein Problem werden, den Österreichern die MotoGP schnell wieder schmackhaft zu machen?

Christian Brugger: Ich finde es schade, dass es so dahin geplätschert ist. Wir haben jetzt eine große Chance, denn da schlummert einiges an Zuschauerpotenzial. Die schlummernde Masse an Motorradfans in Österreich ist glaube ich groß und ich glaube, dass wir diese Leute mit einem coolen Produkt mobilisieren können.

Wie soll dieses coole Produkt konkret aussehen? Was ist der Ansatz von Servus TV?

Wir wollen versuchen, die MotoGP ganz nahe an den Fan heranzubringen.
Christian Brugger

Christian Brugger: Wir sind ein österreichischer und neutraler Sportsender. Wir wollen sowohl Valentino Rossi, als auch Marc Marquez entsprechend in Szene setzen. Mit Alex Hofmann konnten wir uns Top-Experten holen, der diese Rolle auch als Co-Kommentator neben mir einnehmen wird. Zudem haben wir Andy Meklau und Gustl Auinger mit an Bord, die in diversen Beiträgen ihr Hintergrundwissen über die Vorgänge hinter den Kulissen der Motorrad-WM mit den Zuschauern teilen werden. Wir wollen versuchen, die MotoGP ganz nahe an den Fan heranzubringen.

Hofft ihr, dass der KTM-Einstieg im nächsten Jahr der MotoGP in Österreich einen zusätzlichen Boost geben könnte?

Christian Brugger: Ab 2017 wird es ein österreichisches Team in der MotoGP geben. Das ist sehr cool für unser Land. Man hat schon in der Formel 1 damals durch den Einstieg von Red Bull Racing gesehen, dass so etwas eine Welle der Begeisterung auslösen kann. Auch ohne österreichischen Fahrer. Sollte KTM es schaffen, tatsächlich in den Top-5 mitkämpfen zu können, bin ich mir sicher, dass ein Ruck durch Österreich gehen wird. Der Identifikationsfaktor mit KTM ist hoch.

Worauf freust du dich bei deiner zukünftigen Arbeit am meisten?

Das Gefühl, wenn eine MotoGP-Maschine mit bis zu 350,5 km/h an dir vorbeifährt, kann dir kein anderer Sport geben.
Christian Brugger

Christian Brugger: Das Gefühl und die Atmosphäre an der Rennstrecke. Meine neue Aufgabe ist ein riesengroßes Geschenk. Ich habe schon viele Sportarten kommentiert, aber Motorsport ist klar meine Nummer eins. Das Gefühl, wenn eine MotoGP-Maschine mit bis zu 350,5 km/h an dir vorbeifährt, kann dir kein anderer Sport geben.

Auf welche Strecke freust du dich am meisten?

Christian Brugger: Wenn ich an Rennstrecken komme, kribbelt es generell bei mir. Als Österreicher muss ich natürlich das Heimrennen am Red Bull Ring nennen. Wie man hört, ist es ja schon ziemlich ausverkauft. Daher erwarte ich mir, dass Österreich beweist, viele MotoGP-Fans zu haben. Vielleicht können die MotoGP-Fans dann den Formel-1-Fans zeigen, dass sie noch zahlreicher und noch lauter sind.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter