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MotoGP

Folgen erst bei zehn Penalty-Punkten - FIM beschließt völlig neues Strafsystem

Valentino Rossi musste in Valencia vom Ende des Feldes starten. Nun wurde das Strafsystem der MotoGP reformiert, eine Rückversetzung ist nun nicht mehr möglich.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Die Nachwirkungen des #SepangClash sind nach wie vor massiv. Erst vor kurzem beschloss die Grand Prix Commission die Reformierung der Rennleitung und die Einführung eines eigenen Tribunals, welches sich in Zukunft ausschließlich um die Bestrafung von Piloten kümmern wird und welchem keinerlei Mitarbeiter von MotoGP-Promoter Dorna mehr angehören. Nun wurde die nächste Reform abgesegnet. Das erst 2013 eingeführte Strafsystem, dass bei vier Penalty-Punkten eine Rückversetzung ans Ende des Feldes im nächsten Rennen vorsieht und die Fahrer bei sieben Punkten zu einer Zwangspause verdonnert, ist Geschichte.

In Zukunft muss ein Pilot zehn Strafpunkte anhäufen, ehe sein Verhalten Konsequenzen hat. Dann kommt es dafür gleich richtig dick und der betroffene Pilot muss ein Rennen aussetzen. Die Punkte müssen allerdings wie bisher auch innerhalb eines Jahres angehäuft werden, nach 365 Tagen wird jeder Penalty Point wieder gestrichen. Hat jemand zehn Strafpunkte angesammelt und seine Strafe abgesessen, beginnt er wieder bei null Punkten. Es darf aber bezweifelt werden, dass eine derartige Bestrafung oft zur Anwendung kommen wird.

Harte Manöver werden in Zukunft kaum zu Strafen führen - Foto: Milagro

In der MotoGP erreichten bisher nur Valentino Rossi und Hector Barbera die bis dato gefährliche Marke von vier Punkten und musste ans Ende des Feldes zurück, von zehn Punkten waren alle Fahrer stets meilenweit entfernt. Das gilt auch für die kleineren Klassen der Motorrad-Weltmeisterschaft, Moto2 und Moto3, in denen dasselbe System zur Anwendung kommen wird.

Redaktionskommentar

Motorsport-Magazin.com meint: Mit dem neuen Strafsystem können die Piloten jetzt noch ruppiger zur Sache gehen. Auch mit mehreren harten Manövern läuft man kaum Gefahr, die 10-Punkte-Marke zu erreichen. Kleinigkeiten, wie etwa das Blockieren eines anderen Fahrers im Qualifying, wofür etwa Rossi in Misano bestraft wurde und was zusammen mit der Sepang-Kollision zur Rückversetzung führte, fallen praktisch gar nicht mehr ins Gewicht. Somit wird das System mit den Penalty Points eigentlich ein wenig ad absurdum geführt. Es scheint gar so, als versuche man nach der herben Kritik, welche auf Rossis Strafe folgte, solche Situationen nun einfach zu umgehen. Das ist aber definitiv nicht der richtige Weg. (Markus Zörweg)


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