Jorge Lorenzo hat im teaminternen Duell am Freitag wieder einmal die Nase vorn. Nach der Bestzeit am Vormittag im ersten freien Training reichte es für den Mallorquiner am Nachmittag für Rang zwei, da Marc Marquez sich ganz knapp die Bestzeit sicherte. Rossi, am Vormittag noch Dritter, musste im zweiten Training mit Rang neun Vorlieb nehmen. Davon sollte man sich jedoch nicht blenden lassen, da der Doktor sich wieder auf eine gute Longrun-Pace konzentriert hatte.

Zeiten-Vergleich 1. Training

Im ersten freien Training ließ es Jorge Lorenzo relativ gemächlich angehen. Der Mallorquiner präsentierte seine Metronom-Fähigkeiten erst in seinem zweiten Run. Doch dafür war der Mallorquiner dann schon mit Zeiten im 1:31er-Bereich zur Stelle. Nach zwei gezeiteten Runden ging der MotoGP-Champion von 2010 und 2012 wieder an die Box, um sich für seinen letzten Run vorzubereiten. Und prompt tauchte mit der ersten schnellen Runde im dritten Run Lorenzo erstmal ganz oben im Ranking auf. Seine aufgestellte Bestzeit von 1:30.673 drückte Lorenzo noch einmal um sechs Zehntel im Laufe seines Runs, sodass er sich in 1:30.047 die Bestzeit am Vormittag sicherte.

Valentino Rossi lag nach der ersten Trainingssession auf Rang drei. Der Italiener fuhr im Gegensatz zu Lorenzo gleich im ersten Run vier fliegende Runden, verpasste dabei aber den Sprung in die 31er-Zeiten. Dies gelang dem Doktor erst im zweiten Run. Auffällig dagegen, wie stark Rossi in seinen drei Runs jeweils seine Bestzeit drücken konnte. Am Ende erzielte der neunfache Weltmeister in seiner letzten gezeiteten Runde seine persönliche Bestzeit von 1:30.572, was ihn auf Platz drei hievte, mit einer halben Sekunde Rückstand jedoch auf Lorenzo.

Zeiten-Vergleich 2. Training

Im Gegensatz zum Vormittag leuchtete Lorenzos Name am Nachmittag schon relativ früh hinter Platz eins auf. Schon nach zehn Minuten übernahm der Mallorquiner das Zepter und lag im Anschluss lange vorne. In seinen ersten beiden Runs zeigte Lorenzo beeindruckende Konstanz mit Zeiten im niedrigen 1:30er-Bereich. Am Ende mit den weichen Reifen drückte er seine Bestzeit auf den Wert von 1:29.433. Unterboten wurde er am Ende nur ganz knapp von Marc Marquez, sodass Lorenzo den Tag als Zweiter beendete.

Rossis neunter Platz in der kombinierten Zeitenliste sieht auf den ersten Blick nach einem Rückschlag aus. Jedoch verzichtete der Doktor wie schon in Motegi auf eine finale Zeitenjagd am Nachmittag. Dafür präsentierte sich Rossi im Longrun stark. Hier fehlten ihm im Schnitt gerade einmal zwei Zehntel auf die Pace des Teamkollegen. Rossi drehte Zeiten im niedrigen bis mittleren 1:30er-Bereich und schüttelte in seiner drittletzten Runde seine persönliche Bestzeit in 1:30.041 aus dem Ärmel.

Die Statements der Rivalen

Jorge Lorenzo: "Wir haben ein paar Einstellungen ausprobiert, aber wir haben im Allgemeinen eine gute Basis. Die Strecke ist sehr rutschig, es ist viel schlimmer als letztes Jahr oder vor zwei Jahren. Es gibt auch mehr Bodenwellen, aber das ist für alle gleich. Unsere Pace ist sehr gut, wir müssen uns nur noch bei der Beschleunigung und bei anderen Details ein bisschen verbessern für morgen."

Jorge Lorenzo: Am Freitag obenauf -
Jorge Lorenzo: Am Freitag obenauf -Foto: Bridgestone

Valentino Rossi: "Mein Gefühl war nicht so schlecht, vor allem die Pace am Nachmittag war ganz gut und auch auf gebrauchten Reifen konnte ich gute Zeiten fahren. Ich war nicht stark genug, um eine schnelle Runde auf neuen Reifen hinzuknallen. Gleichzeitig haben wir, wie alle, den asymmetrischen Vorderreifen ausprobiert und das Gefühl war nicht so schlecht. Wir müssen noch ein bisschen am Bike arbeiten, aber es ist okay. Wir werden auf gute Bedingungen für morgen warten, werden versuchen, uns ein paar Plätze zu verbessern und stärker zu sein."

Fazit des Freitags

Unter trockenen Bedingungen gab es wieder einmal kein Vorbeikommen an Lorenzo für Rossi. Rossi ist jedoch auf Phillip Island am Freitag näher dran als noch vor Wochenfrist auf dem Twin Ring Motegi. Wie immer dürfte sich der Doktor noch bis zum Rennen weiter steigern. Einem der beiden Yamaha-Fahrer jetzt schon die Favoritenrolle für das Rennen auszusprechen, wäre daher sehr gewagt.