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MotoGP / Hintergrund

Vom Lückenbüßer zum Erfolgs-GP - Aragon: Strecke und Statistik

Die jüngste der spanischen Strecken steht in der MotoGP auf dem Programm. Warum Yamaha sich auf den Ausflug ins spanische Hinterland nicht freut.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Die MotoGP gastiert am kommenden Wochenende zum dritten Mal in dieser Saison in Spanien. Das Motorland Aragon in Alcaniz ist der Schauplatz für den Grand Prix von Aragon. Von den spanischen Strecken im Grand-Prix-Kalender ist das Motorland Aragon die jüngste.

Die Geschichte

Das Motorland Aragon ist einer der neuesten Kurse im MotoGP-Kalender. Von F1-Monopolist Hermann Tilke geplant und errichtet, wurde die Strecke erst 2009 eröffnet. Das erste Motorradrennen fand im Jahr darauf statt. Ursprünglich gar nicht im Rennkalender, sprang die Strecke als Ersatz für den ungarischen Balatonring, der nie gebaut wurde, ein. Das Rennen hat sich als vierte spanische Station nach Jerez, Barcelona und Valencia etabliert und fand sich seither jedes Jahr aufs Neue im Kalender wieder.

Die Strecke

Mit 5,078 Kilometer Länge liegt der Kurs im soliden Mittelfeld unter den Strecken. Insgesamt weist die Strecke 17 Kurven (10 Links- und 7 Rechtskurven) auf und verfügt zwischen den Turns 15 und 16 über die längste Gerade, di auf 968 Meter kommt. Abwechslungsreiche Kurvenkombinationen machen die Strecke im ersten und zweiten Sektor aus. Die spitzesten Kurven sind die beiden Linkskurven 5 und 9, die aber nicht die härtesten Bremspunkte der Strecke markieren, da beiden Kurven eine weniger spitze voran geht.

Im dritten Sektor zählt nur noch Power. Der längsten Geraden folgt eine offene und breite Doppellinks-Kombination, welche die Fahrer auf die 630 Meter lange Start/Ziel-Gerade führt. Charakteristisch für die Strecke ist eine Steinwand, vor der die Fahrer zwischen den Turns 12 und 13 auftauchen. Bei Fotografen ist die Stelle ein beliebtes Motiv.

Die Statistik

Der erfolgreichste Fahrer auf der Strecke war einerseits Casey Stoner, der 2010 und 2011 in Aragon siegte. Damit hat der Australier eine weiße Weste auf dem Kurs, da er sein drittes Rennen im Motorland wegen einer Verletzungspause auslassen musste. Stoner sorgte im Premierenjahr für den einzigen Ducati-Sieg in Aragon und im Folgejahr für den ersten von zuletzt drei Siegen von Repsol Honda in Folge. Nach Stoner siegten Dani Pedrosa (2012), Marc Marquez (2013) und ebenfalls doppelt: Jorge Lorenzo (2014 und 2015). Bis Letzterer diese Pechsträhne für Yamaha brechen konnte, war das japanische Werk hier ohne Sieg. Runden- und Pole-Rekord stammen aus dem Vorjahr und wurden Lorenzo bzw. Marquez aufgestellt. Andrea Iannone fuhr 2015 mit 345,8 km/h die schnellste je in Aragon gemessene Geschwindigkeit.

KategorieRekord und Fahrer
Rekordsieger: Casey Stoner und Jorge Lorenzo (2)
Rundenrekord: 1:48.120 (Jorge Lorenzo 2015)
Quali-Rekord: 1:46.635 (Marc Marquez 2015)
Top-Speed: 345.8 km/h (Andrea Iannone 2015)

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