Sachsen erobert am Brünn-Wochenende die Campingplätze, Foto: LCR
Sachsen erobert am Brünn-Wochenende die Campingplätze, Foto: LCR

Schon im Laufe des Donnerstages haben etliche Fans den Weg zum Automotodrom Brno gefunden. Die Mehrheit unter ihnen: Deutsche. Brünn hat ungefähr genau so viel Tradition, wie der Sachsenring. Das rührt zum einen aus der Geschichte, zum anderen aus der wunderschönen Strecke selbst.

Der Grand Prix in Brünn war gerade zu DDR-Zeiten ein Anlaufpunkt für Hunderttausende Ostdeutsche. Viele der heutigen jungen Generation kannten das Autodrom in der Tschechischen Republik eher als den Sachsenring. Hier war in Zeiten des eisernen Vorhangs der einzige Anlaufpunkt, um Rennen auf Weltmeisterschafts-Niveau zu sehen, seit Dieter Braun 1971 auf dem Sachsenring gewonnen hatte und es der sozialistischen Führung der Deutschen Demokratischen Republik ein Dorn im Auge war, wenn eine halbe Million Menschen die Hymne der Bundesrepublik sang. Nur 1972 fand noch ein WM-Lauf in Hohenstein-Ernstthal statt - zum Glück für Walther Ulbricht ohne Sieg aus dem kapitalistischen Ausland.

Doch auch nun, 22 Jahre nach dem Mauerfall, ist Brünn noch immer ein beliebter Anlaufpunkt. Nicht nur der Sachsen, Thüringer, Brandenburger und Co. Bei der Auffahrt ins Fahrerlager wurde heute festgestellt: Die Zahlreichen öffentlichen und privaten Zeltplätze sind bereits am Donnerstag fest in deutscher Hand.

Ach und noch etwas fiel bei der Anreise auf: In Ostrovacice, dem kleinen Örtchen, durch welches man von der Autobahn aus durch muss, um in Richtung Fahrerlager zu kommen, machten wir am Richtungsschild "Paddock" eine Entdeckung: Der Aufkleber der FIM Superbike Weltmeisterschaft passt nicht mehr wirklich. Was Carmelo Ezpeleta und Co. von der Dorna wohl dazu sagen?