Der richtige Fahrstil ist alles und Ben Spies musste im Rennen von Barcelona erst den richtigen Stil finden, um mit dem durch die Hitze bedingten geringen Grip zurechtzukommen. Als er das tat, war er schnell und konnte sich in die Top Sechs fahren. Zufrieden war er aber nicht. "Wir hatten in den ersten zehn Runden nicht den Grip der anderen Leute und das kostete mich einige Plätze. Als alle einen Abfall bei der Reifenleistung hatten und herumrutschten, saßen sie mit mir im gleichen Boot und ich konnte mich durch das Feld arbeiten. In den letzten zehn Runden war ich wohl der Viertschnellste auf der Strecke. Von da, wo ich war, war aber nicht mehr drin", sagte er.

Platz fünf hätte er vielleicht noch für möglich gehalten, da er aber zu lange brauchte, um Loris Capirossi zu überholen, konnte er Alvaro Bautista nicht mehr ganz erreichen. "Ich bin mit Platz sechs wirklich nicht zufrieden, denn einige andere Fahrer vorne sind gestürzt und dadurch sieht es besser aus, als es eigentlich ist", erklärte Spies.

Edwards brach die rechte Seite ein

Dementsprechend war Colin Edwards' elfter Platz auch nicht wirklich etwas, womit der Routinier besonders viel Freude haben konnte. Er hatte das ganze Wochenende Probleme gehabt und am Sonntagmorgen noch ein neues Setup ausprobiert. "Ich verlagerte mehr Gewicht an die Front und es schien am Morgen zu arbeiten, als die Temperaturen kühler waren. Zu Beginn des Rennens fühlte es sich gut an, auch wenn ich einen schlechten Start hatte. Ich pushte dann aber wirklich hart und wollte an Nicky vorbei, doch sofort bekam ich Probleme auf der rechten Reifenseite", berichtete Edwards. Danach hatte er nicht mehr viel Spaß, denn die Maschine wollte nicht drehen und auch als er mit weniger Schräglage zu fahren versuchte, half das nicht.

Für Team Manager Herve Poncharal war die Bilanz daher auch nicht besonders positiv. Er bedauerte vor allem, dass Spies erst am Ende des Rennens so schnell war wie gewohnt, denn in der Rennsimulation am Samstag hatte er generell gut ausgesehen. "Er konnte diese Leistung aber nicht wiederholen und hatte in den ersten zehn Runden ein Problem, wodurch er nicht so pushen konnte, wie er wollte. Er arbeitete sich aber zurück und leider war es zu spät, um Fünfter zu werden. In den letzten zehn Runden war er aber locker der viertschnellste Fahrer auf der Strecke und mit einer besseren ersten Hälfte war Platz vier drin", sagte der Franzose.

Großes Rennen am Horizont

Trotz des Ergebnisses hat Spies aber nur zehn Punkte Rückstand auf Platz vier in der WM, was für einen Rookie in einem Satelliten-Team schon eine hervorragende Position wäre. Das Rennen von Edwards war für Poncharal genau entgegengesetzt zu dem von Spies verlaufen. Der Routinier hatte starke erste zehn Runden, konnte das Tempo aber nicht halten. "Er gab aber wie gewöhnlich nicht auf und hat weiter gepusht. Es war schade, denn er hatte viel mehr verdient. Das waren jetzt hektische Wochen, in der die Tech 3 Mannschaft gut unterwegs war, also hoffen wir auf eine gute Pause vor dem Sachsenring und dann ein großes Rennen für Ben und Colin in Laguna Seca."