Vor dem Thailand GP gab Leo Rammerstorfer im Interview zu, nervös zu sein. Erst spät stand das Debüt des Österreichers in der Moto3-WM mit dem SIC58-Team von Urgestein Paolo Simoncelli fest. Trotz kurzer Vorlaufzeit und Nervosität bestand der Neuling seine Feuertaufe dann aber mit Bravour. Nur knapp verpasste er einen Punkt, aber das trübte den positiven Gesamteindruck eines fehlerfreien Einstands kein bisschen.

Motorrad, Strecke, Team: Alles neu für Leo Rammerstorfer in der Moto3

"Natürlich bin ich sehr glücklich, dass ich mein Ziel erreicht habe", berichtete der 22-Jährige nach Rang 16 in Buriram. "Insgesamt muss ich sagen, dass das gesamte Wochenende sehr positiv verlaufen ist. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es mein erstes Mal in der Weltmeisterschaft war, wo so Vieles neu und ungewohnt ist. Das fängt bei der Rennstrecke an und reicht bis zum Motorrad und zum Team. Aber ich habe mich von Anfang an sehr wohl gefühlt und bin mit jeder Session schneller geworden. Ich denke, das ist das Wichtigste für einen Rookie", konstatierte er zufrieden.

Dabei sollte auch beachtet werden, dass die Vorbereitungszeit mit seinem Team sehr kurz war. Eigentlich war Noah Dettwiler für den Platz vorgesehen gewesen, doch nach seinem schweren Unfall in Malaysia sagte der Schweizer ab. Eine glückliche Fügung für Rammerstorfer, der so zum Zuge kam. Glück hatte er dann aber bei den Testfahrten in Portimao keineswegs. Dort regnete es vornehmlich. Da er zuvor auf KTM unterwegs war, hätte er jeden Kilometer mit der Honda gebrauchen können.

"Wirklich cool!" - Rammerstorfer gewinnt Kampfgruppe mit alten Rivalen

Dennoch präsentierte sich der Österreicher mit neuem Bike auf unbekannter Strecke sofort mitten im Geschehen. Dabei gelang es ihm dann sogar, einige seiner alten Konkurrenten aus den Nachwuchsserien hinter sich zu lassen. Diese sind nun die Rookies der kleinsten WM-Klasse: "Das Tüpfelchen auf dem 'i' war, dass ich das Rennen als Sieger meiner Gruppe beendet habe und auf Platz 16 gelandet bin. Meine Gegner sind nicht zu unterschätzen, denn Rico Salmela, Hakim Danish und Jesus Rios haben bereits JuniorGP-Rennen gewonnen oder sind zumindest auf dem Podium gelandet. Sie waren auch im Rookies Cup mit Rennsiegen erfolgreich. Ich bin ein bisschen stolz darauf, die Jungs hinter mir gelassen zu haben. Das ist wirklich cool."

Leo Rammerstorfer kämpft im Feld in Thailand
Leo Rammerstorfer (Nr. 5) kämpfte munter im Feld, Foto: IMAGO / PsnewZ

Wie er selbst feststellte, unterlief ihm bei seinem überzeugenden Debüt kein einziger schwerwiegender Fehler. Auch in der Reifenwahl lag er richtig: "Wir haben uns für die härtere Option entschieden. Das war zu Beginn vielleicht kein Vorteil, weil es etwas schwieriger war, da der Reifen noch nicht den nötigen Grip hatte. Aber gegen Ende des Rennens sind wir damit sicher nicht falsch gelegen."

Anreise mit Fragezeichen, Abreise mit Freude auf Brasilien

Letztlich blieb damit der undankbare Platz 16 der einzige kleine Makel eines vielversprechenden Anfangs. "Ich bin mit vielen Fragezeichen hierhergekommen, habe mich aber schnell recht gut zurechtgefunden. In Brasilien werde ich mich weiter an alles gewöhnen", kündigt Rammerstorfer an. Dort ist die Strecke dann für alle neu. Vielleicht ist beim Debüt in Goiania also sogar schon mehr als Rang 16 möglich.

Freude herrscht in Österreich aber nicht nur über Leo Rammerstorfer, sondern auch im Hause KTM. Wir haben exklusiv mit Pit Beirer über den Traumstart samt WM-Führung der MotoGP gesprochen: