Nach dem furchtbaren Unfall in Malaysia befindet sich Moto3-Pilot Noah Dettwiler weiter auf dem Weg der Genesung. Der Schweizer peilt eine Rückkehr auf die Rennstrecke an, doch das Angebot eines Unterstützers auf einen Stammplatz für 2026 nimmt er nicht in Anspruch.

Noah Dettwiler vermeldet weitere Fortschritte und Comeback-Willen

"Ich freue mich, euch über meinen aktuellen Gesundheitszustand zu informieren. Die Rehabilitation verläuft positiv und ich mache wichtige Fortschritte. Das Ziel ist natürlich die vollständige Genesung, und ich versuche, dies mit aller Entschlossenheit und Kraft zu erreichen", schrieb der Schweizer am Donnerstag in einer Mitteilung auf seinem Instagram-Kanal.

Dabei stellte er klar, dass ein Karriereende aufgrund des schweren Unfalls von Sepang kein Thema mehr ist: "Mein Wunsch ist es, so schnell wie möglich wieder in Bestform zu kommen und natürlich auch, auf die Rennstrecke zurückzukehren. Ein erster wichtiger Schritt war die Wiedererlangung meiner körperlichen Unabhängigkeit, ein wichtiges Ziel, nach dem, was in Malaysia passiert ist."

Moto3-Stammplatz für 2026 sicher, doch Dettwiler sagt Paolo Simoncelli ab

Der vertragliche Weg zurück auf die Rennstrecke war eigentlich bereits geebnet. SIC58-Teamchef Paolo Simoncelli hatte Dettwiler den Stammplatz für 2026 in seiner Moto3-Mannschaft versprochen. Dies wurde nun auch durch den Schweizer bestätigt: "Vor dem Unfall hatte ich mich sehr über die Möglichkeit gefreut, in der nächsten Saison in der Moto3-Weltmeisterschaft mit dem Rennteam SIC58 von Paolo Simoncelli anzutreten. Ein Traum, der dank des Engagements meiner Eltern, dank Paolo Simoncelli und der Sorpasso AG kurz davorstand, Wirklichkeit zu werden."

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Bei der Sorpasso AG handelt es sich um Dettwilers neues Management. Das Unternehmen wurde erst vor kurzem gegründet, mit dem Ziel der Förderung von Sporttalenten der Eidgenossen. Die Einigung mit Simoncelli wurde bereits vor Malaysia erzielt. Die Umstände haben sich seitdem logischerweise verändert. Dettwiler verzichtet auf den ihm versprochenen Platz: "Derzeit ist leider noch nicht klar, wann ich wieder vollständig genesen sein werde. Daher wäre es nicht richtig, einen so wichtigen Weg einzuschlagen, ohne ausreichende Gewissheit zu haben. Ich wünsche Paolo Simoncelli und SIC58 von ganzem Herzen viel Erfolg für die Zukunft." Dementsprechend muss sich SIC58 nach einem neuen Fahrer als Teamkollege des Iren Casey O'Gorman umsehen.

Paolo Simoncelli in Misano
Paolo Simoncelli verhielt sich vorbildlich gegenüber Noah Dettwiler, Foto: IMAGO / ABACAPRESS

Für Simoncellis Verhalten nach dem Unfall hatte Dettwiler nur Lob übrig: "Paolo Simoncelli hat meine Familie in dieser schwierigen Zeit sehr unterstützt und sich bereit erklärt, auf meine Genesung zu warten. Mit größter Dankbarkeit erwidere ich den Respekt und das Vertrauen, das mir Paolo so großzügig entgegengebracht hat. Ich danke Paolo, Marco Grana (Technischer Direktor bei SIC58, Anm. d. Red.) sowie dem gesamten SIC58-Rennteam von ganzem Herzen."

Rückkehr auf die Rennstrecke fest angepeilt: Wann, wo und mit wem noch unklar

Der Beginn der Saison 2026 mit dem Team von SIC58 kommt also zu früh für ein Comeback. Das ändert nichts daran, dass dieses langfristig fest im Blick ist. "Eines ist sicher: Motorradrennen sind meine Leidenschaft, mein Leben und meine Arbeit. Deshalb werde ich alles geben, um so schnell wie möglich wieder zu 100 Prozent fit zu werden. Die letzten zwei Jahre in der Moto3-Weltmeiterschaft waren aus vielen Gründen nicht einfach, aber ich möchte die Vergangenheit hinter mir lassen und positiv in die Zukunft blicken", betont Noah Dettwiler.

Noah Dettwiler will wieder Rennen fahren, nur wann?, Foto: CIP Green Power | PSP Swiderek
Noah Dettwiler will wieder Rennen fahren, nur wann?, Foto: CIP Green Power | PSP Swiderek

Wann, in welcher Serie und bei welchem Team dies geschehen soll, ist noch offen. Die Suche nach dem vielversprechendsten Pfad dorthin läuft aber bereits: "Dank der Hilfe meiner Lieben, der Sorpasso AG und meinem neuen technischen Team kann ich das mit Zuversicht tun. Gemeinsam suchen wir nach dem bestmöglichen Weg, um auf die Rennstrecke zurückzukehren und erfolgreich zu sein. Ich werde euch auf dem Laufenden halten und sobald wir Gewissheit haben, werde ich euch über die neuen Ziele informieren."

Letztlich schloss Dettwiler seine Botschaft mit einem Dank an alle Unterstützer und betonte seinen Comeback-Willen mit einer erneuten Respektsbekundung an Paolo Simoncelli. "Motorradfahren lässt sich nicht erklären. Man liebt es, man leidet, man lebt es. Und selbst wenn es wehtut, können wir uns nicht davon fernhalten", zitierte er den Italiener.