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Moto3

Moto3-Chaos: Geteilte Trainings und Rennen geplant

Die Nachwuchsklassen der MotoGP haben in den vergangenen Jahren für mehrere Todesfälle gesorgt. Nun wollen die Verantwortlichen darauf reagieren.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Das Racing mit Maschinen unter Moto3-Spezifikation ist das wohl spektakulärste im gesamten Motorradsport. Gleichzeitig kommt es dadurch in den betreffenden Klassen immer wieder zu schlimmen Unfällen. So passiert Ende Juli, als der erst 14-jährige Spanier Hugo Millan bei einem Rennen zum European Talent Cup in Aragon verunglückte. Eine erneute Tragödie, nicht einmal zwei Monate nach dem Tod von Moto3-Ass Jason Dupasquier. 2018 verstarb Andreas Perez mit 14 Jahren nach einem Unfall in der Moto3-Junioren-WM, ein Jahr später verlor Afridza Munandar im Asia Talent Cup sein Leben.

Die Verantwortlichen von Motorradweltverband FIM und MotoGP-Promoter Dorna, der auch die diversen Nachwuchsserien austrägt, reagieren nun auf diese tragische Serie. Am vergangenen Wochenende gab es in Spielberg ein Meeting, in dem mögliche Lösungen besprochen wurde.

Die aktuell wahrscheinlichste Variante ist eine Teilung des Feldes in den Trainings- und Warm-Up-Sessions. Somit wären anstatt 28 nur 14 Fahrer parallel auf der Strecke. Im Rennen würden die Top-20 des Qualifyings gegeneinander antreten, der Rest fährt eine Art Hoffnungslauf. Im Qualifying wird das Feld durch den Modus mit den zwei Segmenten Q1 und Q2 ja ohnehin bereits geteilt.

Die tödlichen Unfälle der vergangenen Jahre passierten alle nach demselben Muster: Ein Fahrer stürzte in einer großen Gruppe und wurde von nachkommenden Piloten getroffen. Kleinere Felder sorgen in der Theorie somit natürlich für ein geringeres Risiko, allerdings ist freilich dennoch mit großen Gruppe zu rechnen.

"FIM und Dorna sind sehr besorgt und wir sehen uns alle Möglichkeiten an, um die Gefahr in Zukunft zu reduzieren", erklärte FIM-Präsident Jorge Viegas gegenüber 'Marca'. "Die Teilung des Feldes ist die einfachste und schnellste Lösung. Sie könnte bereits in den nächsten Rennen in Kraft treten."

Weitere Lösungsansätze benötigen mehr Zeit. FIM und Dorna sprechen aktuell mit Technikexperten, um die richtigen Schritte setzen zu können. Nachgedacht wird über Änderungen im Bereich der Elektronik, der Reifen oder auch des Getriebes, das in der aktuellen Form Windschatten extrem wichtig macht.


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