Moto2

Moto2 Thailand 2018: Bagnaia siegt, Schrötter abgeschossen

Moto2-Leader Francesco Bagnaia setzt sich in Thailand souverän durch und erhält im WM-Duell Schützenhilfe von Luca Marini. Marcel Schrötter früh out.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Francesco Bagnaia baut seine WM-Führung in der Moto2 mit einem Sieg in Thailand aus. Der Italiener duelliert sich lange mit den KTM-Piloten Miguel Oliveira und Brad Binder, setzt sich aber ab Mitte des Rennens entscheidend ab und feiert seinen siebenten Saisonsieg.

Späte Schützenhilfe bekommt er von seinem Teamkollegen Luca Marini. Der schnappt sich in den letzten vier Runden Binder und Oliveira und wird Zweiter. Dadurch kann Bagnaia seinen WM-Vorsprung auf Oliveira auf 28 Punkte ausbauen. Für Marcel Schrötter endet das Rennen bereits nach wenigen Kurven, als er von Joan Mir abgeräumt wird.

Die Schlüsselszene

In der ersten Rennhälfte ging es zwischen Bagnaia, Oliveira und Binder richtig ab. Mehrfach verbremste sich der WM-Leader in der letzten Kurve. In der 12. Runde zog Bagnaia aber ein sauberes Manöver gegen Oliveira durch und sprintete dem Feld in den Folgerunden davon. Binnen sechs Laps setzte er sich um eineinhalb Sekunden ab. Damit war ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen.

Moto2 in Thailand: Der Rennfilm

Start: Lorenzo Baldassarri setzt sich aus Pole Position durch, dahinter gehen Alex Marquez und Luca Marini nebeneinander in die ersten Kurven.

1. Runde: Joan Mir geht in Kurve 3 zu Boden und nimmt Marcel Schrötter und Augusto Fernandez mit. Schrötter hält sich sofort das Handgelenk. An der Spitze erobert Francesco Bagnaia die Führung vor Baldassarri und Miguel Oliveira.

2. Runde: Stefano Manzi stürzt in Kurve 5 und muss aufgeben. Auch Jorge Navarro geht zu Boden, der kann aber wieder aufsteigen. Vorne bildet sich eine Gruppe aus Bagnaia, Oliveira, Binder und Baldassarri.

4. Runde: Oliveira schnappt sich Bagnaia, der kann aber im zweiten Sektor auf der Geraden kontern. In der Zielkurve geht Bagnaia aber weit und Oliveira liegt wieder voran.

5. Runde: Baldassarri verbremst sich komplett und reißt ab. Er findet sich nun in der Verfolgergruppe mit Alex Marquez und Luca Marini.

6. Runde: Marquez ist raus! In Turn 5 geht er auf Rang 4 liegend zu Boden. Bagnaia erobert die Führung von Oliveira zurück.

7. Runde: Im Spitzentrio kommt es zu Berührungen der Beteiligten. Bagnaia verbremst sich wieder in die letzte Kurve und muss beide KTM-Asse durchziehen lassen.

9. Runde: Lorenzo Baldassarri geht in der ersten Kurve zu Boden. Damit ist der Pole-Mann aus dem Rennen. Bagnaia schnappt sich Binder und sprengt damit die KTM-Doppelführung.

10. Runde: Bagnaia attackiert Oliveira in Turn 3, verpasst aber die Ideallinie. Das kann Binder nutzen, der wenige Kurven später aber selbst einen Fehler macht und wieder auf Rang 3 zurückfällt.

11. Runde: Durch die Duelle in der Spitzengruppe konnten die Verfolger aufholen. Luca Marini und Fabio Quartararo sind auf acht Zehntel an die Top-3 rangefahren.

12. Runde: Die Führung wechselt wieder: Bagnaia löst Oliveira mit einem sauberen Manöver ab. Die Verfolger des Top-Trios verlieren und liegen nun über eine Sekunde zurück.

15. Runde: Bagnaia hat eine Sekunde Vorsprung auf Oliveira und Binder herausgefahren. Deren Verfolger-Duo Marini/Quartararo liegt eine weitere Sekunde zurück.

18. Runde: Das Rennen scheint entschieden. Bagnaia liegt sechs Runden vor Schluss eineinhalb Sekunden vor Oliveira und Binder. Marini und Quartararo liegen über eine Sekunde hinter dem Podest.

21. Runde: Luca Marini präsentiert sich im Finish stark. Er hat in den letzten Runden eine Sekunde auf Binder zugefahren und kann ihn in der Schlusskurve sogar überholen.

23. Runde: Marini hängt nun auch Oliviera im Heck. Noch kann er ihn aber nicht attackieren. Dahinter lauert Binder noch auf seine Chance.

24. und letzte Runde: In Turn 3 kann Marini Platz zwei übernehmen, weil Oliveira weit geht!

Zieleinlauf: Bagnaia gewinnt mit 1,5 Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen Marini. Oliveira kann nicht mehr attackieren und muss sich um 0,139 Sekunden mit Rang 3 zufrieden geben. Dahinter landen Binder, Quartararo und Mattia Pasini. Domi Aegerter verpasst als 16. Punkte.

So lief das Rennen für Schrötter

Marcel Schrötter kam nur drei Kurven weit. Der Deutsche kam von Startplatz 10 gut ins Rennen, wurde dann allerdings von Joan Mir und Augusto Fernandez abgeräumt. Er hielt sich sofort das rechte Handgelenk, gab aber bald Entwarnung: "Ich glaube, es ist nicht verletzt, aber es tut aktuell sehr weh", sagte er bei Servus TV.

Domi Aegerter startete von Platz 14, verlor im Rennen aber einige Plätze und verpasste trotz einiger Ausfälle von Spitzenfahrern die Punkteränge. Als 16. fehlten ihm satte 3,9 Sekunden auf einen WM-Zähler. Bereits am Samstag hatte er gegenüber dem SRF erklärt, dass er 2019 wohl nicht mehr in der Moto2 antritt.

Die Stimmen zum Rennen

Francesco Bagnaia (Sky VR46, Sieger): "Im Warm Up hatte ich heute einige Probleme, aber im Rennen habe ich schnell gemerkt, dass mir das Fahren in der Hitze leichter fällt. Als ich gesehen habe, dass Oliveira Probleme hat, bin ich an ihm vorbeigegangen, konnte meine Pace fahren und eine Lücke aufmachen. Dieses Ergebnis ist extrem wichtig. Mein Ziel war es, mit 25 Punkten Vorsprung in die nächsten drei Rennen zu gehen. Jetzt sind es 28."

Luca Marini (Sky VR46, Zweiter): "Es war für alle ein sehr schwieriges Rennen. Ich wusste, dass ich am Ende stark sein werde, weil ich mich am Samstag mit gebrauchten Reifen schon sehr gut gefühlt habe. Ich war dann auch tatsächlich schnell. Das Problem war, dass der Vorderreifen stark überhitzt hat, wenn man hinter anderen Fahrern war. Ich konnte dadurch nicht so in die Kurven gehen, wie im Qualifying. Von Runde zu Runde habe ich aber besser verstanden, wie ich fahren muss. Am Ende hatten die KTMs Probleme mit dem Vorderrad und ich war stärker. Dann habe ich alles gegeben, auch um Pecco im Titelkampf zu helfen."

Miguel Oliveira (KTM, Dritter): "Ich hätte heute natürlich gerne gewonnen und habe auch von Beginn an voll gepusht. Ich hatte aber teilweise Probleme mit der Vorderradbremse. Manchmal war der Hebel zu nah, manchmal zu weit entfernt. Ich konnte nicht vorhersagen, wie ich ihn anpassen muss. Ich bin am Kurveneingang und Kurvenausgang viel gerutscht und die Hitze hat da auch nicht geholfen. Zumindest bin ich aber auf dem Podium. Es sind noch vier lange Rennen. Ich gebe nicht auf."

Die Lehren aus dem Rennen

  • Francesco Bagnaia kann sich nun einen Ausfall leisten
  • Alex Marquez punktet zum 4. Mal binnen 5 Rennen nicht
  • Luca Marini ist der perfekte Adjutant für Bagnaias WM-Fight

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