Moto2

Der Check der deutschen Piloten beim Italien GP

Mit Philipp Öttl und Marcel Schrötter holen zwei von drei Deutsche Punkte. So lief der Italien-GP in Mugello aus ihrer Sicht:
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Sonntag

Marcel Schrötter (Moto2, 11.): Großartig Eindruck schinden konnte Marcel Schrötter beim Italien-GP in Mugello nicht. Von Startplatz 13 aus hielt er sich im hinteren Bereich der Punkteränge. Später im Rennen kämpfte er gegen Brad Binder und Hafizh Syahrin um Platz zehn. Am Ende wurden es für Schrötter Platz elf und damit fünf weitere Zähler für die Gesamtwertung.

"Es hat Vertrauen zum Motorrad gefehlt, das macht unsere Arbeit schwer. Wir haben uns in den letzten Wochen verbessert und dann kommt man hierher und der Unterschied ist wie Tag und Nacht. Das erschwert alles. Im Großen und Ganzen konnten wir immerhin ein paar Punkte mitnehmen. Wir waren nicht weit weg von einer guten Platzierung. Allerdings sind wir nicht in der Lage, dass ich richtig angreifen kann. Mir fehlt das nötige Vertrauen, um ein paar Runden lang mit 110% reinzuhalten."

Sandro Cortese (Moto2, 19.): Auch das Rennen in Mugello verlief für Sandro Cortese enttäuschend. Zu Rennbeginn konnte sich der Deutsche zwar von P17 bis auf P15 nach vorne kämpfen, doch schon bald fiel Cortese wieder um einige Plätze zurück. Ein schwieriges Rennwochenende endet für Sandro Cortese mit dem 19. Platz im Rennen.

"Es war ein ziemlich ernüchterndes Wochenende. Nach dem kleinen Lichtblick heute Morgen im Warm-Up war das Rennen wieder traurige Realität. Ich habe alles gegeben, habe wirklich 110% gepusht, um in die Punkte zu fahren, aber im Moment fällt es mir einfach schwer, mit dem Motorrad schnell zu fahren. Das geht vielleicht ein oder zwei Runden, aber definitiv nicht über die gesamte Renndistanz. Ich trainiere so hart wie noch nie, um fit zu sein. Man muss das Motorrad aktuell einfach so fahren wie es ist. Andere Fahrer, wie Dominique Aegerter oder auch Marcel können damit anscheinend besser umgehen. Ich komme damit nicht so klar. Egal was wir tun, wir stoßen immer wieder auf die gleichen Probleme."

Philipp Öttl (Moto3, 14.). Lange Zeit war von Philipp Öttl nicht viel zu sehen in der Windschatten-Schlacht von Mugello. Zu Beginn des Rennens lag der Deutsche außerhalb der Top-20. Doch allmählich und ganz unauffällig arbeitete sich Öttl in der Rangliste nach oben, bis er in der Schlussphase sogar für eine Runde das Feld anführte. Am Ende hatte er jedoch nicht das große Los gezogen und musste sich mit Platz 14 und zwei Zählern zufrieden geben.

"Es war natürlich nicht überragend, aber auch nicht schlecht. Dass ich wieder einmal ein Rennen angeführt habe, ist gut. Da war ich zumindest im Fernsehen schön im Bild. Mir war natürlich klar, dass du als Erster oder Zweiter auf der Geraden relativ weit durchgereicht wirst. Ich wollte aber bestmöglich überholen, um wieder Sicherheit zu kriegen. Und wenn du schon die Chance hast, einen Grand Prix anzuführen, dann machst du das auch."

Samstag

Marcel Schrötter (Moto2, 13.): Nur Platz 13 und rund eine Sekunde Rückstand für Marcel Schrötter im Qualifying in Mugello. Beim Dynavolt Intact GP Team versuchte man am Samstag im 3. Training ein neues Setup, ging vor dem Qualifying aber auf das alte zurück. Geholfen hat es wenig, da die ersten drei Startreihen deutlich verpasst wurden.

"Wir haben noch arge Probleme mit dem Motorrad. In den ersten beiden Exits des Qualifyings war ich genau hinter Morbidelli und konnte eine einigermaßen gute Zeit fahren. Ich habe aber gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt, hinten hatte ich überhaupt keinen Grip. Wir haben das Bike wieder umgebaut. Dann war es zumindest wieder so, wie sich ein Motorrad anfühlen sollte. Daraufhin konnte ich meine Zeit schon in der zweiten oder dritten Runde verbessern. Das Ergebnis ist eher Schadenbegrenzung, denn das Qualifying lief wirklich gar nicht gut. Ich denke mit Platz 13 stehen wir trotz der Probleme gut da."

Sandro Cortese (Moto2, 17.): Cortese sorgte nach 13 Minuten für eine kurze Schrecksekunde. In Kurve 11 rutschte er weg und drehte sich wie ein Kreisel in der Mitte des Asphaltbandes. Zum Glück konnten die nachkommenden Fahrer ausweichen. Cortese stieg wieder auf und fuhr weiter, lag bis zum Ende der Session aber außerhalb der Top-Platzierungen. 1,252 Sekunden fehlten auf die Bestzeit, womit er nur von Platz 17 ins Rennen gehen wird.

"Wir sind genau wieder da, wo wir am Anfang waren. Wir bewegen uns im Kreis. Wir müssen einen Schritt nach vorn machen, aber die Anderen waren natürlich wieder schneller und am Schluss sind wir wieder genau da, wo wir gestern standen. Wenn ich mich einigermaßen wohl fühle, liege ich wieder auf dem Boden. Ich habe den Sturz nicht kommen sehen. Ich gebe alles und dennoch kämpfe ich um Platzierungen, die schlichtweg deprimierend sind. Das ist alles sehr ärgerlich. Wir müssen uns hinsetzen und schauen, denn so langsam muss es vorwärts gehen."

Philipp Öttl (Moto3, 16.): In einem Qualifying mit knappen Abständen, konnte sich Philipp Öttl nur im Mittelfeld einreihen. Er verlor rund eine Sekunde auf die Pole Position und startet am Sonntag von Platz 16. "Auf der letzten Runde waren mir leider zwei Fahrer im Weg", ärgerte sich Öttl.

"Wäre ich körperlich bei hundert Prozent, hätte ich sie einfach aus dem Weg gedrückt. Leider fehlt mir aber noch etwas Kraft beim Abstützen. Daher bin ich nicht vorbei gekommen. Mehr als Rang zehn wäre heute aber nicht drin gewesen. Morgen muss ich mich vorbei zwängen, wo es nur geht."

Freitag

Marcel Schrötter (Moto2, 15.): Als bester deutscher Pilot beendete Marcel Schrötter den ersten Tag in Mugello. Leider reichte es nur für einen 15. Rang in der Gesamtwertung, nach einem zwölften und einem 15. Rang in den einzelnen Sessions. Seine beste Rundenzeit von 1:53.374 fuhr er am Nachmittag, damit fehlen ihm 1.145 auf den Tagesbesten Alex Marquez.

"Wir sind zwar schneller geworden, aber die Probleme von heute Morgen waren auch am Nachmittag ziemlich ähnlich. Jetzt müssen wir einfach schauen, wie wir das in den Griff bekommen, denn so ist es einfach noch zu schwer zu fahren. Es herrscht recht oft Sturzgefahr, besonders über das Vorderrad. Ich denke nicht, dass die Hitze das Problem ist, denn es war zuvor auch schon heiß. Eigentlich sind wir mit der Wärme immer besser zurechtgekommen. Leider ist es jetzt genau das Gegenteil. Wir werden das analysieren, mal schauen, was wir für morgen daraus machen können."

Sandro Cortese (Moto2, 21.): Schrötters Teamkollege Sandro Cortese hatte sogar noch weniger Glück. Für den Deutschen reichte es nur zu einem 21. Platz in der kombinierten Wertung. Im ersten Freien Training war er mit 1:53.644 auf Platz elf gefahren, am Nachmittag schaffte er es aber nicht, diese Zeit zu drücken. Im zweiten Freien Training wurde er nur 21. Mit seiner besten Zeit fehlen ihm 1.415 Sekunden auf Marquez an der Spitze.

"Wir haben arge Probleme und kommen auf keinen grünen Zweig. Heute Morgen hatten wir gerade einmal 1-2 Runden, wo wir annähernd gut waren. Glücklicherweise ist morgen noch kein Rennen, denn momentan haben wir viel Arbeit vor uns. So können wir nicht in die Punkte fahren. Wir müssen ein gutes Grund-Setup finden, damit wir hoffentlich über 21 Runden konkurrenzfähig sind. Aktuell sind wir das über vier, fünf Runden und dann geht nichts mehr. Leider haben wir morgen nur noch ein Freies Training vor dem Qualifying."

Philipp Öttl (Moto3, 16.): Philipp Öttl beendete den ersten Trainingstag in Italien auf dem 16. Rang der Gesamtwertung. Seine beste Zeit fuhr er mit 1:59.158 im zweiten Freien Training. Damit wurde er in dieser Session 15. Am Vormittag fuhr er auf den elften Rang. In der Gesamtwertung fehlen ihm 1.830 Sekunden auf den Tagesschnellsten Fabio Di Giannantonio.


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