Ford Transit und Nordschleife - Moment, da war doch mal was. Ein legendäres Segment der britischen TV-Show "Top Gear", in dem vor vielen Jahren die 2021 verstorbene "Königin des Nürburgrings" Sabine Schmitz mit einem Ford Transit auf Zeitenjagd ging, hat man auch bei Ford nicht vergessen. Und jetzt mit einem Spezial-Bau, dem Transit SuperVan, eine Runde unter sieben Minuten geschafft.

Die Geschichte begann in den 2000ern auf Top Gear. Schmitz trat dort als Fahrercoach von Moderator Jeremy Clarkson auf, der am Ende mit einem Jaguar S-Type eine Zeit von mageren 9:59 Minuten schaffte. So langsam, dass es sich Schmitz danach nicht verkneifen konnte: "Da bin ich ja in einem Ford Transit schneller."

Für eine weitere Top-Gear-Episode versuchte es Schmitz dann tatsächlich mit einem Serien-Transit und scheiterte nur um wenige Sekunden an Clarksons Jaguar-Zeit. Das alles war irgendwie zwar nur Spaß, aber bei Ford ging die Grundidee manchen nicht mehr aus dem Kopf. "Seit diesem Tag war es für ein paar von uns bei Ford Performance immer ein Traum, einen Ford Transit am Limit auf dem Ring zu fahren", erinnert sich Mike Norton, Manager des F1- und Demonstrations-Programms von Ford.

Ford schickt endlich Monster-Transit auf Nordschleifen-Rekordfahrt

Dann liefen die verrückten Ford-Ideen zusammen. Die Idee des "Transit SuperVan", effektiv ein Rennwagen mit Transit-Verkleidung, stammt noch aus den frühen 1970ern. Mehrere Versionen, unter anderem auf Basis von Fords kurzlebigem Gruppe-C-Projekt C100, wurden als Showcars geschaffen. Ehe der Hersteller 2022 mit dem elektrischen SuperVan 4 Ernst machte.

Für 2023 wurde basierend darauf mit dem über 2.000 PS starken SuperVan 4.2 schließlich ein Auto für einen ernsthaften Wettbewerb geschaffen. In den Händen von Romain Dumas trat der SuperVan beim berühmten Bergrennen am amerikanischen Pikes Peak an. 2024 stellte Dumas auf dem berühmten australischen Rundkurs von Bathurst mit 1:56,3247 einen neuen Streckenrekord auf.

Der Ford Transit SuperVan mit Fahrer Romain Dumas in Bathurst
Dumas und der Ford Transit SuperVan in Bathurst, Foto: Ford / EDGE Photographics

"Aber wir hatten mit der berühmten Grünen Hölle immer eine Strecke als weitere Herausforderung im Kopf", sagt Mike Norton. "Das ist unsere Chance, um zu sehen, was jenseits aller Regelbücher möglich ist. Hier können wir die Grenzen des Möglichen ausloten, mit dem Ziel, die Erfahrungen für unsere Renn- und Straßenautos zu nutzen."

Der zweifache Le-Mans-Gesamtsieger und Ex-Porsche-Werksfahrer Romain Dumas enttäuschte dabei nicht. 6:48,393 lautete am Ende die beste Zeit des SuperVans auf der Nordschleife. Das ist schneller als die meisten Serien-Sportwagen. Nur der Mercedes-AMG One und der Porsche 991 GT2 RS mit Manthey-Kit waren schneller.

Die Nordschleifen-Runde des Ford Transit SuperVan im Video

Ford Transit SuperVan 4.2 fährt Nordschleife unter 7 Minuten (07:26 Min.)
ZeitAutoFahrerDatum
5:19.546Porsche 919 Hybrid EvoTimo Bernhard29.06.2018
6:05.336VW ID.RRomain Dumans03.06.2019
6:11.130Porsche 956Stefan Bellof28.05.1983
6:22.091Xiaomi SU7 Ultra PrototypeDavid Pittard01.04.2025
6:24.047Lotus Evija X HypercarDirk Müller13.10.2023
6:29.090Mercedes-AMG ONEMaro Engel23.09.2024
6:43.300Porsche 991 GT2 RS Manthey Performance KitLars Kern14.06.2021
6:44.749Porsche GT2 RS MRLars Kern25.10.2018
6:45.900NIO EP9Peter Dumbreck12.05.2017
6:46.874Xiaomi SU7 Ultra prototypeDavid Pittard28.10.2024
6:47.500Pagani Zonda RMarc Basseng07.2010
6:48.047Mercedes-AMG GT Black SeriesMaro Engel04.11.2020
6:48.393 Ford Transit SuperVan 4.2Romain Dumas08.2025

Natürlich - der SuperVan ist effektiv ein Rennauto, fuhr auch mit Slicks, aber auch in der Gesamt-Tabelle der schnellsten Nordschleife-Runden kratzt er an den Top-10. Als Van. Mike Norton verspricht: "Da kommt noch mehr, nicht zuletzt mit dem F-150 Lightning SuperTruck, der auch an diesem Tag am Ring war." Mit diesem ebenfalls vollelektrischen Pickup-Prototypen gewann Dumas 2024 Pikes Peak.

Aber erst einmal feiert Ford den schnellsten Van auf der Nordschleife. Zugegebenermaßen eine Nische unter den Rekordwertungen. Ein modifizierter VW Caddy mit 356 PS hatte davor im Mai mit 8:27 Minuten die Spitze übernommen. Ein Renn-Transit ist da wenig überraschend massiv schneller. Mike Norton hält schließlich noch fest: "Wir werden es feiern, und auch an Sabine Schmitz und an ihre Rolle in dieser tollen Story erinnern. Sie wird nie vergessen werden."