IMSA

IMSA: Porsche kündigt Ende des Werksprogramms an

Nach der Saison 2020 wird Porsche sein Engagement in der GTLM-Klasse beenden. Rückkehr unter LMDh-Reglement weiterhin möglich.
von Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - Am Ende des Jahres wird Porsche seinen Werkseinsatz in der GTLM-Klasse der IMSA-Meisterschaft beenden. Das teilte der schwäbische Autobauer am Donnerstag mit. Porsche Motorsport leiste mit dem Rückzug einen signifikanten Beitrag zur Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, heißt es in der Mitteilung. Die nächsten Rennen der laufenden Saison will Porsche wie geplant bestreiten.

"Die Entscheidung, den Werkseinsatz in der IMSA-Serie nach der laufenden Saison zu beenden, ist uns nicht leicht gefallen", sagt Fritz Enzinger, Leiter Porsche Motorsport. "Angesichts der aktuellen Unternehmenslage im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist es aber nur konsequent, dass auch Porsche Motorsport einen Beitrag leistet, um die wirtschaftlichen Folgen zu bewältigen. Wir haben den Ausstieg mit allen Betroffenen offen besprochen. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei Jim France und den Kollegen bei der IMSA für ihr Verständnis bedanken."

Enzinger hofft, dass der amtierende Champion in der GTLM-Hersteller-, Team- und Fahrerwertung nach dem Bewältigen der Corona-Nachwirkungen wieder in die Sportwagen-Meisterschaft zurückkehrt. "Porsche gehört in den Langstreckensport. Wir werden hart daran arbeiten, dass dies lediglich ein Abschied auf Zeit ist", sagt der 64-Jährige.

Rückkehr mit Hypercar?

Im vergangenen Monat kündigte Porsche an, über einen Einsatz unter dem neuen LMDh-Reglement nachzudenken, das ab 2022 in Kraft treten soll. Enzinger sagte damals: "ACO und IMSA haben unsere Erwartungen erfüllt. Es wird möglich sein, mit einem Fahrzeug um Gesamtsiege in den wichtigsten Langstrecken-Serien zu kämpfen. Wir beginnen jetzt mit einer von unserem Vorstand in Auftrag gegebenen Konzeptstudie."

Die Entscheidung, das IMSA-Werksengagement zu beenden, ist laut Pascal Zurlinden, Gesamtprojektleiter Werksmotorsport, innerhalb kurzer Zeit gefallen: "Für uns als Sportler ist ein solches Ende immer schmerzlich. Für unser Einsatzteam Core Autosport und alle beteiligten Personen tut es mir sehr leid, dass wir diese Entscheidung nicht mit mehr Vorlauf treffen konnten. Gleichzeitig möchte ich mich bei allen Betroffenen für den professionellen Umgang mit der Situation bedanken."

Seit 2014 führt Core Autosport die Porsche-Einsätze in der IMSA-Serie aus. In der ersten Saison gewann man zusammen die Fahrer-, Team- und Herstellerwertung. Diesen Hattrick wiederholte Porsche im vergangenen Jahr.

Die aktuelle Saison wurde im Januar durch das 24-Stunden-Rennen in Daytona eröffnet. Porsche fuhr mit zwei Fahrzeugen auf das Podest. Earl Bamber, Mathieu Jaminet und Laurens Vanthoor belegten den zweiten Platz, Matt Campbell, Frederic Makowiecki und Nick Tandy wurden Dritte. Nach aktuellem Stand soll die Saison am 04. Juli mit einem weiteren Rennen in Daytona fortgesetzt werden.

"Wir hoffen, dass in der laufenden Saison noch Rennen stattfinden, damit wir die IMSA-Bühne nicht lautlos verlassen", sagt Steffen Höllwarth, Einsatzleiter IMSA Championship bei Porsche Motorsport. "Natürlich drückt eine solche Entscheidung auf die Stimmung. Aber wir alle sind Profis und unser Fokus liegt nun auf den verbleibenden Einsätzen der laufenden Saison."

Porsche ist die zweite Marke des Volkswagen-Konzerns, die das Motorsportprogramm infolge der Corona-Krise umstrukturiert. Audi hatte seinen DTM-Rückzug ebenfalls damit begründet, dass das Unternehmen im Zuge der Corona-Pandemie vor wirtschaftlichen Herausforderungen stehe.

Anders als Audi wird Porsche seinen Fokus aber nicht ausschließlich auf elektrischen Motorsport legen. Michael Steiner, Porsche-Vorstandsmitglied für Forschung und Entwicklung, erklärte kürzlich im Porsche-Podcast 'Inside E': "Porsche erwartet, dass in naher Zukunft unterschiedliche Technologien wie Autos mit Verbrennungsmotoren, Hybride und vollelektrische Fahrzeuge weiterhin sowohl im Motorsport als auch auf der Straße nebeneinander existieren."


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