GP2 / Interview

2016 Starts in mehreren Rennserien möglich - Rene Binder überzeugt Traditionsteam Carlin

Rene Binder ging bei den Testfahrten der GP2 in Barcelona trotz Winterpause sofort wieder ans Limit. Seine Bestzeit hätte 2015 klar zur Pole Position gereicht.

Motorsport-Magazin.com - Top motiviert und mit einer soliden Vorstellung bei den ersten offiziellen GP2-Testfahrten des Jahres im spanischen Montmelo ist Rene Binder aus seiner Winterpause zurückgekehrt. Der 24jährige Tiroler, der auf dem Circuito de Catalunya das Fahrzeug mit der Startnummer 18 von Carlin pilotierte, konnte sich immerhin in zwei Sessions auf Platz 7 platzieren und damit nicht nur die Ingenieure des britischen Traditionsteams überzeugen...

Frage: Du hast Dich in Barcelona solide in den Top-10 platziert und insbesondere in den Long Runs wieder einmal eine tadellose Leistung gezeigt...
Rene: "Man muss die Ergebnisse von Testfahrten richtig einschätzen, wobei unsere Rundenzeiten im direkten Vergleich mit denjenigen Topfahrern, die zur gleichen Zeit mit den gleichen Reifen unterwegs waren, schon konkurrenzfähig waren. Da haben sicher nicht mehr als drei, vier Zehntel gefehlt."

Ich war schon in meiner ersten fliegenden Runde am Limit.
Rene Binder

Frage: Wie schwierig war es, sich nach drei Monaten wieder an die enormen Geschwindigkeiten zu gewöhnen?
Rene: "Ich war schon in meiner ersten fliegenden Runde am Limit, das ist also überhaupt kein Problem. Vielleicht kann man es sogar mit dem Schifahren oder Schwimmen vergleichen: Wenn man es einmal gelernt hat, vergisst man es auch nicht mehr. Wobei die Rundenzeiten generell extrem schnell waren. Mit meiner Bestzeit von 1:28.240 min wäre ich 2015 noch mit einer Sekunde Vorsprung auf der Pole Position gestanden."

Frage: Ähnlich dominant wie Mercedes in der Formel 1 war im Vorjahr das französische ART Team in der GP2 Serie. Und das, obwohl die Autos grundsätzlich baugleich sind...
Rene: "In der GP2 wird generell auf einem sehr hohen Niveau gearbeitet aber ART, DAMS und auch Neuzugang Prema, hinter denen der kanadische Milliardär, Lance Stroll, steht, fahren vom Aufwand her noch einmal in einer anderen Liga. Wenn man dort dann noch ein Supertalent wie Stoffel Vandoorne platziert, kommt das heraus, was wir 2015 erlebt haben. Das Traurige ist nur, dass Stoffel trotz seines überlegenen Meistertitels kein Cockpit in der Formel 1 bekommen hat. Darüber darf man gar nicht erst nachdenken, aber es kann nur mit Politik zu tun gehabt haben."

Frage: Du hast Dir in diesem Winter auffallend viel Zeit mit Deiner Zukunftsentscheidung gelassen. Sind die Würfel nach dem erfolgreichen Test mit Carlin jetzt endgültig in Richtung GP2 Serie gefallen?
Rene: "Warten wir einmal ab: Ich möchte zwar weiterhin Rennen in der GP2 fahren, aber es gibt auch Alternativen. Vielleicht fahre ich am Ende sogar in mehreren Serien."


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