Aus eins mach zwei: Edoardo Mortara hat sich nach seiner Pole am Freitag auch für das zweite Rennen der Formel E in Saudi-Arabien an diesem Wochenende (heute live ab 18 Uhr bei DF1) den ersten Startplatz gesichert, inklusive der drei WM-Punkte für die Pole Position. Für den Mahindra-Werksfahrer, der sich mit der Pole auf P2 in der WM vorschiebt, ist es die fünfte Pole in seinem 116. Start in der Elektroweltmeisterschaft.

Im Finale der Duell-Phase setzte sich Mortara mit einer Zeit von 1:15.116 Minuten um nur 0,037 Sekunden gegen Jake Dennis im Andretti-Porsche durch. Die Pole-Zeit Mortaras war dabei 0,220 Sekunden schneller als seine Final-Runde vom Vortag. Hinter Mortara und Dennis werden Jaguar-Werksfahrer Antonio Felix da Costa und der amtierende Weltmeister Oliver Rowland (Nissan) die zweite Startreihe einnehmen. Für Rowland ist die starke Qualifying-Performance nach zuletzt zwei schwierigen und punktlosen Rennen ein wichtiges Ausrufezeichen auf der Mission Titelverteidigung.

Abt zum ersten Mal in den Top-10, Di Grassi wieder ganz hinten

Die Top-5 wurden vom zweifachen Formel-E-Champion Jean-Eric Vergne im Citroen-DS abgeschlossen. Als bester Deutscher im Feld erreichte Maximilian Günther (DS Penske) Rang sechs vor Sebastien Buemi im Envision-Jaguar. Der nun WM-Dritte Nick Cassidy reihte sich im zweiten Citroen-Boliden auf dem achten Platz ein.

Rang neun ging an Dan Ticktum im Kundenporsche von Cupra-Kiro, der trotz vielversprechender Performance in einer bislang schwierigen Saison als einer von nur drei Fahrern noch ohne Punkte dasteht. Die Top-10 komplettierte Zane Maloney. Der Mann aus Barbados sorgte damit für die erste Top-10-Platzierung im Qualifying seines Teams Lola Yamaha Abt rund um die deutsche Abt-Mannschaft in dieser Saison. Sein Teamkollege Lucas Di Grassi musste sich hingegen mit dem letzten Platz in der Startaufstellung begnügen. Der Formel-E-Champion von 2017 startet damit im fünften Saisonrennen bereits zum vierten Mal aus der letzten Startreihe.

WRC Rallyeauto vs. Formel-E-Bolide - wer gewinnt? (01:16 Min.)

Porsche-Pleite nach Freitags-Jubel

Für Porsche-Werksfahrer Pascal Wehrlein, der das Freitagsrennen dominant gewonnen und die WM-Führung übernommen hatte, lief das Qualifying nicht wie erhofft. Der Weltmeister von 2024 erreichte in seiner Qualifying-Gruppe nur Position sechs und wird somit lediglich von Rang elf ins Rennen gehen. „Uns hat der Grip gefehlt“, ordnete Wehrlein nüchtern ein. „Schon im Training vorhin hat es sich deutlich schlechter als gestern angefühlt.“

Diesen Eindruck bestätigte auch die Performance von Wehrlein-Teamkollege Nico Müller, der sogar nur Platz 16 erreichen konnte. Auch der aktuelle WM-Fünfte Mitch Evans (Jaguar), der am Freitag noch gemeinsam mit Wehrlein auf dem Podest gestanden hatte, kam nicht über den 13. Platz hinaus.

Nyck de Vries bestraft, Neuerungen im Rennen

Für Nyck de Vries, der am Freitag das Rennen nach einem Defekt erst gar nicht in Angriff nehmen konnte, war das Qualifying am Samstag bereits von vorneherein gelaufen. Am Mahindra des Weltmeisters von 2021 wurde sowohl der Front- als auch der Heckmotor gewechselt sowie zusätzlich die Motorkontrolleinheit. Das Resultat: Eine Strafversetzung um 60 Plätze in der Startaufstellung. Damit wird de Vries nicht nur vom letzten Platz starten, sondern im Rennen auch noch eine 10-Sekunden Stop-and-Go-Strafe absitzen müssen, da er die 60 Plätze Strafe bei 20 Piloten im Feld folgerichtig nicht ansatzweise vollständig verbüßen kann. Im Qualifying hatte der ehemalige Formel-1-Pilot ohnehin aber nur P18 erreicht.

Das Rennen heute wird im Vergleich zu gestern mit einigen Änderungen über die Bühne gehen. Insbesondere werden die Pit-Boost-Boxenstopps wie immer beim zweiten Rennen eines Double-Headers nicht mehr zum Einsatz kommen. Dafür haben die Fahrer wieder nicht mehr nur Zugriff auf einen sechsminütigen Attack Mode während des Rennens, sondern auf zwei insgesamt achtminütige Attack Modes. Zudem ist das Rennen mit 30 regulären Rennrunden auch etwas kürzer.